Keine Chance für Wachsmotten

Entnommene Brutwaben sofort einschmelzen – das ist der beste Schutz gegen Wachsmotten. F.: Schulte


Fraßgänge in den Waben und eingesponnene Raupen: Wer einmal Wachsmotten im Wabenlager gehabt hat, kennt das Malheur. Mit etwas Umsicht lässt sich aber verhindern, dass sich Wachsmotten ausbreiten.

Ein gesundes Bienenvolk kann die Wachsmotten aus eigener Kraft in Schach halten. Kritisch wird es erst, wenn ein Volk bereits geschwächt ist. Dann dringen die Wachsmotten in den Stock ein und legen dort ihre Eier ab. Die Larven der Wachsmotte fressen sich durch die leeren Brutwaben und können bei optimalen Bedingungen das ganze Wabenwerk zerstören. In der Natur tragen Wachsmotten auf diese Weise dazu bei, verlassene Bienenstöcke auszuräumen und der Verbreitung von Krankheiten vorzubeugen.

Im imkerlichen Wabenlager sollen sich Wachsmotten aber nicht ausbreiten. Das lässt sich am besten durch Wabenhygiene vermeiden: Entnommene Brutwaben sollten rasch eingeschmolzen werden. Reine Honigwaben können eingelagert werden. Diese sind für Wachsmotten uninteressant – sie haben es auf Eiweißfutter abgesehen. Pollenwaben dagegen schmecken ihnen.

Werden die Waben kühl und luftig aufbewahrt, ist das ein guter Schutz vor Wachsmotten. Die Larven gedeihen erst bei Temperaturen über 10 Grad.

Hat sich die Wachsmotte im Wabenlager bereits ausgebreitet, hilft Bedampfen mit Ameisensäure, Essigsäure oder Schwefel. Gute Tipps und genaue Anleitungen dazu gibt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau LWG in ihrem Merkblatt zur Wabenpflege.

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Imker machen Dampf


Sobald die ersten Bäume und Hecken blühen, geht alles ganz schnell. Die Bienenvölker erstarken und können aufgesetzt werden. Auch am Lehrbienenstand werden dafür Vorbereitungen getroffen.

Vor allem brauchen wir für die künftigen Honigräume viele frische Mittelwände. Deshalb werden jetzt alte Waben ausgeschmolzen, damit wieder Rähmchen zur Hand sind.

Das Ausschmelzen mit dem gasbetriebenen Dampfwachsschmelzer funktioniert auch am stromlosen Lehrbienenstand. In das Edelstahlgehäuse wird zunächst ein paar Handbreit Wasser eingefüllt – um Aufheiz-Zeit zu sparen, kommt kochendes Wasser aus der Thermoskanne zum Einsatz. Dann wird der Edelstahltrichter eingesetzt, der das verflüssigte Wachs auffängt und durch die Auslassöffnung nach außen leitet. Zu guter Letzt kommt ein gelochter Korb in das Edelstahlgehäuse. In ihm haben zehn bis zwölf Waben Platz. Nun noch den Deckel drauf und den Brenner anfeuern – schon macht man den Waben Dampf.

Nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten beginnt das flüssige Wachs aus der Auslassöffnung in den bereitgestellten Eimer zu tropfen. Etwa eine Stunde dauerte es, bis das Wachs ausgeschmolzen ist. Doch die Rähmchen sind noch nicht leer: in ihnen hängt etwas, das aussieht wie schwarzes Wabenwerk. Es sind die Häutchen aus den Brutwaben, die nach jedem Brutzyklus in der Wabe verbleiben und diese mit der Zeit dunkler und kleiner werden lassen. Diese Reste können auf den Kompost wandern. Die Rähmchen werden nun gründlich gereinigt, Reste von Propolis mit dem Stockmeißel entfernt. Bei Bedarf muss man sie auch neu drahten. Dann werden die Mittelwände eingelötet – das soll nächsten Sonntag am Lehrbienenstand gemeinsam in Angriff genommen werden.

Ostern am Lehrbienenstand

Mit dem angekündigten warmen Wetter an den Ostertagen ist es nichts geworden. Das fanden auch die Bienen am Lehrbienenstand. Nur einige wenige wagten sich zum Wasserholen vors Flugloch. Ein kurzer Blick unter den Beutendeckel – bei geschlossener Folie, wegen der Wärme – zeigte, dass sich das Volk lieber noch zusammenkuschelt.

Trotzdem waren am Lehrbienenstand schon die ersten Frühlingsboten zu sehen, auch wenn man etwas länger suchen musste: Vereinzelte Knospen sind schon aufgegangen. Es müssen also nur noch ein paar warme Tage kommen, dann ist die ganze Blütenpracht da. Dann können auch unsere Bienenvölker ausführlich durchgesehen werden.

Bis dahin sind noch einige Vorbereitungen zu treffen. Sind genügend Mittelwände vorbereitet? Alte Waben werden am besten sofort eingeschmolzen. Das wollen wir beim nächsten Mal am Lehrbienenstand zeigen – vorausgesetzt, das Wetter spielt einigermaßen mit. Außerdem wollen wir die Beuten von außen mit Wetterschutz behandeln – sie haben im Winter sehr gelitten.