Fliegen sie schon?

Noch ist kein Krokus in Sicht. Trotzdem verlassen die Bienen bei milden Temperaturen den Stock - zum Reinigungsflug. Foto: Schulte

Noch ist kein Krokus in Sicht. Trotzdem verlassen die Bienen bei milden Temperaturen den Stock – zum Reinigungsflug. Foto: Schulte

Der erste milde Tag nach wochenlangem knackigen Frost – welchen Imker hat es heute wohl nicht gereizt, nach seinen Bienen zu schauen? Das Thermometer zeigte acht Grad an, in sonnigen Lagen war es wärmer. Gelegenheit zum Reinigungsflug hätten die Bienen also mit etwas Glück gehabt. Wie sieht es bei euch am Stand aus? In der kleinen Umfrage könnt ihr eure Erfahrungen mitteilen.

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Bienen bald auch beim Discounter?

KatalogseiteKein Aprilscherz: Ein großes Versand- und Buchhandelsunternehmen preist in seinem aktuellen Katalog tatsächlich nicht nur nette Insektenhotels an, sondern eine ganze „Bienenbox“ mit zwei Zargen – Brutraum und Honigraum -, Rähmchen und Absperrgitter. Dazu gibts das passende Zubehörset (Smoker, Imkerbluse, Stockmeißel, Handschuhe), dazu das Buch „Imkern als Hobby“ – und schon kann es losgehen. (Das Varroa-Behandlungsset und der Ratgeber „Was mache ich bei Faulbrutbefall?“ werden hoffentlich ebenfalls bald angeboten…) Ach so, das Wichtigste fehlt natürlich noch: „Das Bienenvolk bekommen Sie vom Imker in Ihrer Nähe“, heißt es im Katalog. Also nicht wundern, liebe Imkerkollegen, wenn demnächst bei euch ein paar W…bild-Kunden auf der Matte stehen.

Mal ehrlich: So lobenswert es ist, das Interesse für die Bienenhaltung zu wecken, so unverantwortlich ist diese Art und Weise. Als wäre Imkern ein Hobby, das man nach Lust und Laune mal kurz ausprobiert wie Seidenmalerei oder Zumba … Wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange, und wir bekommen die Grundausstattung für unsere „trendige“ Freizeitbeschäftigung auch an der Aktionstheke beim Discounter.

Als Imkerverein setzen wir lieber auf nachhaltige Nachwuchsarbeit. Wer sich für die Imkerei entscheidet, sollte das gut informiert tun und sich darüber im Klaren sein, dass die Bienenhaltung zwar das ganze Jahr über Freude, an manchen Tagen im Jahr aber auch richtig Arbeit machen kann. Und man lernt niemals aus – schließlich ist jedes Jahr anders. Dafür gibt es beim Imkerverein Mittlerer Aischgrund den regelmäßigen Erfahrungsaustausch und Schulungen.

A propos Erfahrungsaustausch: Das Fachzentrum Bienen, dessen Infobrief wir als Link rechts im Kasten bereitstellen, führt alljährlich Umfragen durch. Zu Beginn der neuen Bienensaison sind Imker aufgerufen, online die Wintersterblichkeit ihrer Bienenvölker zu melden. Auf der Basis vieler Rückmeldungen berechnet das Fachzentrum Bienen die Verlustrate und zeigt regionale Unterschiede auf. Die Ergebnisse werden im Infobrief veröffentlicht, den man auch kostenlos abonnieren kann. Die Umfrage ist anonym und kann unter diesem Link aufgerufen werden.

Greening-Umfrage: Eine Chance für Bienen und Imker

PhaceliaGreening – was ist das eigentlich? So mancher hat vielleicht schon davon gehört, aber wer nicht gerade Landwirt ist, kann sich wenig darunter vorstellen. Dabei ist das Thema für Imker äußerst wichtig: Es geht um Trachtmöglichkeiten für unsere Bienen, aber auch um das richtige Timing.

Als Teil der EU-Agrarpolitik soll das Greening für eine Verbesserung von Natur und Umwelt sorgen. Zu den Maßnahmen, die es von den Landwirten fordert, gehört u.a. die Schaffung sogenannter „ökologischer Vorrangflächen“, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden dürfen und stattdessen z.B. mit Zwischenfrüchten bebaut werden können.

Im vergangenen Jahr konnte man erstmals in großem Ausmaß solche Flächen sehen. Sonnenblumen, Phacelia oder gelber Senf blühten bis spät in den November hinein. Aber leider erst, nachdem der Sommer schon vorbei war und sich die Bienenvölker auf die Winterruhe vorbereiten und brutlos werden sollten. Im letztjährigen Herbst und Winter und auch heuer wurden diese Pollenquellen an milden Tagen fleißig angesteuert – die Winterbienen flogen sich dadurch in wenigen Wochen buchstäblich zu Tode.

Warum blühen diese pollenspendenden Zwischenfrüchte erst so spät im Jahr? Daran ist die EU-Verordnung schuld. Sie schreibt den Landwirten vor: „Die Aussaat  muss zwischen 16.07. und 01.10. erfolgen.“ Unterpflügen darf man die Zwischenfrüchte ab Mitte Januar. Mit einer früheren Aussaat wäre das Greening wohl auch für die Bienen ein Erfolgsmodell – so eher nicht.

Anlässlich einer Online-Umfrage der EU-Kommission zum Greening, die noch bis 8. März läuft, kann jeder Interessierte seine Erfahrung mit den Maßnahmen äußern und sich außerdem dafür stark machen, dass die Aussaat von Bienenweide im Vergleich zu anderen Zwischenfrüchten für die Landwirte attraktiver wird. Diese Möglichkeit sollten wir Imker nutzen! Auch wenn das Bürokratendeutsch ziemlich abschreckend ist: Es geht um eine Sache, von der wir etwas verstehen! Lasst euch also nicht einschüchtern und macht mit.

Anbei das Positionspapier des Landesverbands Bayerischer Imker. Dort kann man sich ein paar nützliche Argumente und Ausfüllhilfen für die Online-Konsultation holen.

Positionspapier

Reicht das Futter?

Die anhaltende Kälte macht den Bienenvölkern zu schaffen. Zwar halten sie ihren Stock warm, aber sie benötigen dafür Futter – und das umso mehr, als die Brutleistung der Königin jetzt stetig steigt. Selbst wenn noch volle Futterwaben vorhanden sind, besteht die Gefahr, dass die Bienen verhungern: Hatten sich die Bienen während der wenigen warmen Tage in der ersten Märzwoche zu den äußeren Futterwaben vorgearbeitet, hat der darauffolgende Kälteeinbruch bewirkt, dass sich das Volk wieder zur Traube zusammenzieht. Nun liegen zwischen Volk und Futter leergefressene, kalte Waben, die bei den eisigen Temperaturen nicht überwunden werden können – ein „Futterabriss“ entsteht, das Volk verhungert.

Auch der Lehrbienenstand hat darunter gelitten. Einige Völker haben nicht überlebt, darunter das Volk mit der Reinzuchtkönigin – ein bitterer Verlust. Eines der „Naturvölker“ im Top Bar Hive ist ebenfalls tot.