Der erste Lehrbienenhonig ist da

Der erste Vereinshonig vom Lehrbienenstand verkaufte sich gut auf der Gänsmarktkerwa. Fotos: S. Schulte

Der erste Vereinshonig vom Lehrbienenstand verkaufte sich gut auf der Gänsmarktkerwa. Fotos: S. Schulte


Die Völker am Lehrbienenstand waren fleißig, und so konnten die Besucher der Uehlfelder Gänsmarktkerwa am 17. Mai echten Vereinshonig probieren. Und das gleich mehrfach. Zum einen gab es – wie schon früher bei Märkten und Veranstaltungen – ganz frisch geernteten Wabenhonig von den beiden Lehrbienenstandsvölkern in der Top Bar Hive. Vor allem Kinder waren von den süßen Wabenschnitten begeistert, aber auch Erwachsene waren neugierig, „wie das denn wohl schmeckt“.
Frischen Lehrbienenhonig gab es aber auch zu kaufen. Für die Kerwagäste waren die 250-Gramm-Gläser mit dem vor zwei Tagen erst abgefüllten Honig am Stand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund ein willkommenes Mitbringsel vom Gänsmarkt. Etliche Dutzend Gläschen gingen über die Theke.

Wie immer gab es am Vereinsstand auch Wabenhonig zu verkosten.

Wie immer gab es am Vereinsstand auch Wabenhonig zu verkosten.

Groß war das Interesse auch an der Figurenbeute. Einheimische, aber auch Touristen, die den Aischgrund als Wochenendziel angesteuert hatten, waren vom Innenleben der Veit-vom-Berg-Statue beeindruckt. „Wo kommen die denn im Winter hin?“, war eine häufig gestellte Frage, denn die meisten konnten kaum glauben, dass das Bienenvolk das ganze Jahr hindurch – und das nun schon seit drei Jahren – in dem hohlen Eichenstamm lebt.
Am Lehrbienenstand werden sich die Arbeiten nach der ersten Honigernte nun auf Schwarmverhinderung und Ablegerbildung konzentrieren. Für die Nachzucht junger Königinnen, die die guten Gene der Reinzuchtkönigin tragen sollen, wird nun ein Pflegevolk gebildet. Danach geht es ans Umlarven. Die Königinnenzucht soll deshalb beim nächsten Treffen als „Thema der Woche“ im Mittelpunkt stehen.

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Gänsmarktkerwa in Uehlfeld – Reges Interesse für Bienen und Honig

Am vergangenen Sonntag hatte der Imkerverein Mittlerer Aischgrund e.V. anlässlich der Gänsmarktkerwa in Uehlfeld die Figurenbeute des Veit-vom-Berg geöffnet. Die Vereinsmitglieder konnten sich über ein reges Interesse und viele Besucher freuen.

Erstaunte Ausrufe: „So etwas habe ich noch nie gesehen!“ konnte man des öfteren von Besuchern hören, die einen Blick ins Innere der Figurenbeute wagten. Das „Innenleben“ eines Bienenvolkes mit den selbstgebauten Waben sowie das Treiben der Bienen, die Pollensammlerinnen mit den verschieden-farbigen Höschen sowie die Drohnen sind für Laien und auch für Imker ein faszinierender Anblick. Die Gelegenheit, sich dies live anzusehen haben am Sonntag viele Besucher genutzt.

Zudem wurde von Mitgliedern des Vereins frischer Wabenhonig zum Naschen angeboten, ein Geschmackserlebnis ganz besonderer Art: frischer und naturbelassener kann man Honig nicht bekommen. Den „Kaugummi der Antike“ wie der Wabenhonig auch genannt wird, isst man, indem man sich ein Stück Wabe, gefüllt mit Honig abschneidet und komplett in den Mund steckt. Der Honig wird dann im Mund ausgepresst und ausgelutscht. Was übrig bleibt, ist reines Bienenwachs, dieses kann ausgespuckt, oder auch verschluckt werden, es geht unverdaut wieder aus dem Körper heraus.

Den Wabenhonig hatten wir am Samstag ganz frisch aus unserem Bienenvolk im Top-bar-hive, welches am Lehrbienenstand steht, herausgenommen. Kinder wie Erwachsene waren von dieser Kostprobe begeistert.

Zum Mitnehmen gab es auch noch Samentütchen geschenkt, der Inhalt ist eine Mischung von Saatgut, die Bienen und Insekten Nahrung bietet. Wer dieses „Insektenparadies“ im Garten, Blumentopf oder Balkonkasten aussät, hilft den Bienen aktiv und sorgt dafür, dass Bienen, aber auch andere Insekten wie Hummeln, Schmetterlinge und Wildbienen im Sommer und Herbst Nahrung finden.

Bild und Text by Miri!

Die Queen kriegt Nachwuchs

Königinnenvermehrung: Schon das Finden der Larven ist gar nicht so einfach. Foto: Silvia Schulte

Königinnenvermehrung: Schon das Finden der Larven ist gar nicht so einfach. Foto: Silvia Schulte

Eine ruhige Hand und scharfe Augen sind bei der Königinnenvermehrung das Wichtigste. Und natürlich ein bisschen Geschick, denn ganz so einfach ist es nicht, mit dem Umlarvlöffel („sieht aus wie dieses Ding fürs Zahnsteinentfernen“) die wenige Tage alten Maden aus den Waben zu fischen und sie unbeschädigt in die künstlichen Weisennäpfchen zu setzen. Doch mit viel Geduld glückt es, so dass am Ende 20 Weiselnäpfchen einem Pflegevolk zugesetzt werden können. In ein paar Tagen wird die Nachkontrolle zeigen, ob wie erhofft in allen Weiselnäpfchen neue Jungköniginnen herangezogen werden. Letztlich entscheidet darüber das Bienenvolk selbst, denn in seiner Hand liegt es, die Maden mit „königlichem“ Futter, dem Gelee Royale, zu versorgen und damit zu Königinnen heranzuziehen.

Der erste Wabenhonig. Foto: Silvia Schulte

Der erste Wabenhonig. Foto: Silvia Schulte

A propos Futter: Das Volk im Top Bar Hive hat schon reichlich Honig eingetragen, und so gibt es eine kleine Kostprobe von frischem Wabenhonig. Eine klebrige, aber sehr leckere Angelegenheit! Aber nicht nur in dieser Hinsicht war das Volk fleißig. Es finden sich auch Drohnenbrut und – bestiftete – Weiselzellen – ein untrügliches Zeichen, dass es allmählich in Schwarmstimmung gerät. Um dem zuvorzukommen, wird jetzt ein Ableger gebildet. In der Top Bar Hive-Beute kann man zwei Völker halten, sie werden mit einem Schied voneinander getrennt. Da nur ein Volk den Winter überlebt hat, steht die zweite Hälfte der Beute seitdem leer. Hier zieht nun die Wabe mit der bestifteten Weiselzelle zusammen mit einigen Brut- und Honigwaben ein. Hoffentlich entwickelt sich der Ableger genauso gut wie sein Muttervolk.

Die Drohnenrahmen werden in den meisten Völkern gut ausgebaut. Im Top Bar Hive ist ein knapp handtellergroßer Bereich bereits vollständig verdeckelt. Er wird jetzt ausgeschnitten und untersucht: Finden sich Varroa-Milben auf der verdeckelten Drohnenbrut? Das Ergebnis ist erfreulich: Nur eine Milbe ist zu entdecken; der Befallsdruck ist also noch gering.

Da sich die Völker im Augenblick gut entwickeln, soll die Figurenbeute „Veit vom Berg“ vor der Jakobuskirche in Uehlfeld bald mit Bienen besiedelt werden. Vorgesehen ist die kommende Woche. Der Termin wird kurzfristig bekanntgegeben, denn das Wetter muss schließlich auch mitspielen. Schaut doch einfach nach den Feiertagen mal in den Terminkalender!

Die Bienen denken schon an morgen

Die Bienen haben schon die Jungvolkbildung im Sinn: Spielnäpfchen und Drohnenbrut. Foto: Silvia Schulte

Die Bienen haben schon die Jungvolkbildung im Sinn: Spielnäpfchen und Drohnenbrut. Foto: Silvia Schulte

Drei Wochen liegt die Natur im Vergleich zum Mittelwert in ihrer Entwicklung zurück, stellte neulich ein Fernseh-Meteorologe fest. Nach einer Reihe von warmen Tagen kann man aber gut beobachten, wie schnell dieser Rückstand aufgeholt wird. Plötzlich blüht alles gleichzeitig: Kirsche, Weißdorn- und Schlehenhecken, Raps, Löwenzahn und Apfel.

Die Bienenvölker sind dagegen noch nicht so stark, wie sie sein sollten, um die ganze Tracht nutzen zu können. Zwar entwickeln sie sich gut, so dass am Lehrbienenstand jetzt alle Völker zweiräumig sind, aber für das Aufsetzen der Honigräume ist es noch zu früh.

Die Knospen der Apfelbäume öffnen sich. Foto: Silvia Schulte

Die Knospen der Apfelbäume öffnen sich. Foto: Silvia Schulte

Bei der Durchsicht der Völker stellen wir fest, dass die Bienen – im Gegensatz zum Imker – nicht nur den Honig im Sinn haben. Sie bereiten sich allmählich schon auf die Jungvolkbildung vor. So finden wir in einigen Völkern „Spielnäpfchen“, also unbestiftete Ansätze von Weisenzellen.

Das „Naturvolk“ im Top Bar Hive sorgt auch schon fleißig für Drohnen: An einigen der herzförmigen Waben ist eine Art seitlicher „Anbau“ mit noch nicht verdeckelter Drohnenbrut zu sehen. Die Größe unterscheidet sich deutlich vom Rest der Wabe. Das Volk entwickelt sich ausgezeichnet, so dass im Frühsommer hier ein Ableger gebildet werden könnte.

Reicht das Futter?

Die anhaltende Kälte macht den Bienenvölkern zu schaffen. Zwar halten sie ihren Stock warm, aber sie benötigen dafür Futter – und das umso mehr, als die Brutleistung der Königin jetzt stetig steigt. Selbst wenn noch volle Futterwaben vorhanden sind, besteht die Gefahr, dass die Bienen verhungern: Hatten sich die Bienen während der wenigen warmen Tage in der ersten Märzwoche zu den äußeren Futterwaben vorgearbeitet, hat der darauffolgende Kälteeinbruch bewirkt, dass sich das Volk wieder zur Traube zusammenzieht. Nun liegen zwischen Volk und Futter leergefressene, kalte Waben, die bei den eisigen Temperaturen nicht überwunden werden können – ein „Futterabriss“ entsteht, das Volk verhungert.

Auch der Lehrbienenstand hat darunter gelitten. Einige Völker haben nicht überlebt, darunter das Volk mit der Reinzuchtkönigin – ein bitterer Verlust. Eines der „Naturvölker“ im Top Bar Hive ist ebenfalls tot.