Digitale Hilfe bei der Varroa-Behandlung

Die Gemülldiagnose gibt Aufschluss über den Zustand im Bienenvolk. F.: Schulte


Varroa ist ein Ganzjahresthema. Beim letzten Treffen am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund schauten die Imker deshalb ganz genau hin, was sich auf dem Bodenschieber der Bienenwohnungen gesammelt hatte. Die sogenannte Gemülldiagnose gibt nicht nur Aufschluss über den Befall mit Varroamilben, sie weist auch auf mögliche andere Bienenkrankheiten hin. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat hierzu ein Infoblatt erstellt.

Werden bei der Gemülldiagnose Varroamilben gefunden, können Imker bald digitale Hilfe hinzuziehen, um die optimale Behandlung des Bienenvolkes zu ermitteln. In einem Kooperationsprojekt des Instituts für Bienenkunde und Imkerei in Veitshöchheim, der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wird nämlich derzeit eine Varroa-App für Smartphones entwickelt und im Belegstellengebiet Triesdorf getestet. Im kommenden Jahr, so teilt die Projektbetreuung der Varroa-App mit, soll die App in die Fläche gehen – zunächst im Regierungsbezirk Mittelfranken. Auch Schulungen werden dazu angeboten. Weitere Infos zum Projekt Varroa-App gibt es in diesen beiden Pressemitteilungen: Varroa-App DBJ_04_2018 und Varroa-App_B&N 03_2018.

Die Kippkontrolle lässt einen guten Blick auf die Rähmchenunterseiten zu. Gibt es dort womöglich schon Ansätze von Weiselzellen?Natürlich interessiert die Imker aber auch, was aktuell im Bienenvolk passiert. Tragen sie Honig ein? „Ja, aber erst sein ein paar Tagen“, war die übereinstimmende Meinung am Lehrbienenstand. Der Grund ist einfach: Zuvor waren einfach noch nicht genügend Flugbienen da; die Entwicklung der Bienenvölker war dem schlagartigen Trachtangebot noch nicht gewachsen.

Der Blick in die Bienenbeuten zeigt aber, dass auf etlichen Waben bald Bienen schlüpfen werden – die Völker erstarken deutlich. Deshalb ist es nicht zu früh, mit der Schwarmkontrolle zu beginnen. Ein Blick auf die Rähmchen-Unterseiten zeigt, ob schon Weiselzellen gebaut werden – ein untrügliches Zeichen für Schwarmstimmung.

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Höchste (Schwarm)zeit!

Im Vorjahr haben die Bienen in der Oberträgerbeute (Top Bar Hive) dieses Wabenwerk gebaut – das Volk wurde aber im Herbst mit anderen vereinigt. Nun soll wieder ein Schwarm einziehen. F.: Schulte


Die Futterversorgung ist sichergestellt, jetzt denken die Bienen an die Vermehrung. Zum Leidwesen der Imker bedeutet das: sie wollen schwärmen. Zieht ein Schwarm mit der alten Königin aus, bleibt ein Volk auf Ablegerniveau zurück. Die junge Königin muss erst noch schlüpfen, heranwachsen und begattet werden, bevor sie den „Motor“ des Biens wieder ankurbeln kann. Die mit ihr im Stock zurückgebliebenen Arbeiterinnen sind Pflegebienen, die noch keinen Honig sammeln. Wird der Schwarm nicht eingefangen, kann er in der Natur nicht lange überleben, da ihm die Varroamilbe zusetzt.

Aus imkerlicher Sicht ist eine Schwarmverhinderung also sinnvoll. Und genau jetzt ist der Zeitpunkt dafür gekommen. Die ersten Schwärme sind schon gefallen, und trotz sorgfältiger und regelmäßiger Kontrolle gelingt es nicht immer, alle Weiselzellen zu entdecken und auszubrechen. Unter den zahlreichen Methoden der Schwarmverhinderung muss je nach Voraussetzung (Wetter etc.) die geeignete ausgewählt werden. Zu den effektivsten gehört das Bilden eines Zwischenablegers.

Hand in Hand mit der Schwarmvorbeuge geht die Ablegerbildung und Königinnenzucht. Am Lehrbienenstand ist es am Pfingstsonntag soweit. Zuchtstoff der Reinzuchtkönigin wird umgelarvt, und jeder kann sich ein gefülltes Weiselnäpfchen mitnehmen und von seinen eigenen Bienen anpflegen lassen.

Am kommenden Sonntag ist am Lehrbienenstand übrigens ausnahmsweise nichts los. Zur Gänsmarktkerwa in Uehlfeld stehen die Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund nämlich mit einem Stand neben der Figurenbeute „Veit vom Berg“, gegenüber vom Gasthof Prechtel. Vorbeischauen lohnt sich!

Endlich ist der Honig da!

Die Bienenvölker haben sich gut entwickelt. Jetzt tragen sie reichlich Honig ein.


Kaum zu glauben, was die Bienen in einer guten Woche geschafft haben. Am Lehrbienenstand müssen bei allen Völkern jetzt die zweiten Honigräume aufgesetzt werden. Die inzwischen reichlich vorhandenen Sammelbienen haben fleißig eingetragen, und nach dem Regen honigt der Raps gut. Vielleicht ist ja doch noch mit einer passablen Honigernte zu rechnen…

Mit etwas Glück wird es an der Uehlfelder Gänsmarktkerwa am 28. Mai schon frischen Honig geben, wenn der Imkerverein Mittlerer Aischgrund dann seinen Stand vor der Figurenbeute Veit-vom-Berg aufbaut und Besucher einen Blick ins Innenleben der Bienenwohnung werfen können.

Die Drohnenbrut muss regelmäßig ausgeschnitten werden. Fotos: Schulte


Allerdings sind die Bienen auch schon in Schwarmstimmung. Die ersten Weiselzellen wurden beim Durchsehen schon entdeckt. Auch wird reichlich Drohnenbrut herangezogen, die natürlich regelmäßig ausgeschnitten werden muss, damit sich die Varroamilbe nicht über Gebühr vermehren kann. Einige Imker berichten sogar schon von ersten Schwärmen. Es heißt also gut aufpassen – sonst ziehen die Bienen mit dem ersehnten Honig auf und davon.

Bald brauchen die Bienen Platz

Kein Flugbetrieb – es ist zu kalt. Vereinsvorsitzender Gerhard Kolb (l.) wärmt eine halb erstarrte Biene, die sich doch aus dem Stock gewagt hat. F.: Schulte


Nichts tut sich vor den Fluglöchern – es ist zu kalt. Eine Biene hat sich trotzdem vorgewagt, nun hockt sie erstarrt auf dem Anflugbrett und lässt sich nur durch Anhauchen „wiederbeleben“. Eng zusammengezogen sitzen die Bienen kompakt im Brutnest und wärmen die Brut. Doch die wird bald zahlreich schlüpfen, und dann brauchen die Bienen Platz. Falls noch nicht geschehen, sollten Drohnenwaben eingehängt und Honigräume aufgesetzt werden.

Bekommen die Bienen diesen Platz nicht rechtzeitig, erwacht die Schwarmlust. Stellt man bei der Kontrolle fest, dass alle Wabengassen gut mit Bienen besetzt und mehrere Waben mit gedeckelter Brut vorhanden sind, muss also erweitert werden. Dafür werden ausgebaute Waben und Mittelwände gegeben. Letztere werden gerade durch den im April erwachenden Bautrieb der Völker zügig ausgebaut. Als Waben im Honigraum kommen nur Mittelwände oder unbebrütete Waben zum Einsatz. Dabei werden die ausgebauten Waben in die Mitte gehängt, die Mittelwände rechts und links davon.

Wer seine Mittelwände nicht selbst herstellt, hat ab 15. Mai übrigens in der Region wieder eine neue Bezugsquelle. Die „Bienenstube“ in Obernzenn (Brachbach 8a) hat den Warenbestand vom Imkereibedarf Betz übernommen. In seinem Informationsschreiben an die Imkervereine zur Neueröffnung bittet Inhaber Rüdiger Göppel um telefonische Vorabanfrage (09844-978441), damit das Material auch in der gewünschten Menge vorhanden ist.

Kinderstube für Königinnen

Mit der Königinnenzucht von Imkerhand soll es am Lehrbienenstand kommenden Sonntag losgehen. So lange wollte eines der Vereinsvölker aber nicht mehr warten: Bei der Durchsicht waren zahlreiche Weiselzellen zu sehen. Diese Kinderstube für Königinnen ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Volk schwärmen will. Deshalb wurde hier ein Zwischenboden eingesetzt, um die Flugbienen „abfliegen zu lassen“, also von der Königin zu trennen. Ohne Königin geht der Schwarm nämlich nicht auf die Reise. Die Bildung eines Fluglings und weitere Schwarmverhinderungsmaßnahmen beschreibt die LWG hier.

Die Vereins-Reinzuchtkönigin, von der nachgezogen werden soll, ist zum Glück nicht in Schwarmstimmung. Wie leistungsfähig sie ist, sieht man an der Stärke ihres Volks, das sich hervorragend entwickelt, obwohl es den ungünstigsten Standplatz hat. Damit ein Volk gedeiht, müssen alle Faktoren passen: Gute Gene, aber auch ein guter Standort, gutes Wetter und ein gutes Trachtangebot. Der Imker kann nicht alles beeinflussen. Deshalb ist jedes Bienenjahr anders – spannend bleibt es immer.