Bienenschwarm überm Gänsmarktstand

Gänsmarkt-Kerwa
Den Besuchern der Gänsmarkt-Kerwa in Uehlfeld wurde am Stand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund neben der Figurenbeute „Veit vom Berg“ ein ganz besonderes Schauspiel zuteil: Ein Bienenschwarm hatte sich hoch im Geäst des mächtigen Ahorns niedergelassen, unter dem der Vereinsstand aufgebaut war. Vom Morgen bis zum frühen Nachmittag schaukelte der recht kleine Schwarm dort im Wind, bis er gegen 14 Uhr weiterzog.

Dieser Bienenschwarm hing in luftiger Höhe direkt über dem Stand auf der Gänsmarkt-Kerwa.

Dieser Bienenschwarm hing in luftiger Höhe direkt über dem Stand auf der Gänsmarkt-Kerwa.

Trotzdem gab es am Vereinsstand noch genug zu sehen. Die Figurenbeute war geöffnet, so dass Besucher einen Blick auf den Naturbau werfen konnten. Vor allem Kinder waren davon fasziniert und ließen sich anschließend den Wabenhonig schmecken. Auch die verschiedenen Honige, die zum Verkauf angeboten wurden, konnten verkostet und die Vielfalt der Aromen und Farben verglichen werden. Viel Anklang fanden auch die selbstgemachten Lippenpflegestifte sowie Propolistinktur.

Werbeanzeigen

Schon Schwarmzeit?

Es geht immer viel zu schnell. Noch sind die Nächte kühl und die Eisheiligen mit der letzten Nachtfrostgefahr stehen bevor. Doch die Bienenvölker sind unbeirrt auf Expansionskurs. Für die Bruttätigkeit sind die länger werdenden Tage wichtiger als die Außentemperaturen. Die Völker wachsen also stetig, bis zur Sommersonnenwende. Ein Blick in die Beuten genügt: Die Waben sind dicht mit Bienen besetzt.

Regelmäßige Schwarmkontrolle ist jetzt wichtig. Fotos: Silvia Schulte

Regelmäßige Schwarmkontrolle ist jetzt wichtig. Fotos: Silvia Schulte

Nun heißt es achtgeben, dass der geballte Bienenfleiß auch das richtige Ventil findet. Können die Flugbienen draußen Pollen und vor allem Nektar sammeln und finden sie im Beuteninneren genug Raum, den Honig einzulagern? Hat die Königin ausreichend Platz für ihr unermüdliches Brutgeschäft? Dann ist alles in Ordnung. Doch schon ein paar Schlechtwettertage oder eine Trachtlücke lassen die Stimmung im Bien umschlagen. Tausende untätiger Flugbienen bereiten sich dann aufs Schwärmen vor – immerhin der jahrmillionenalte natürliche Weg der Bienen, sich zu vermehren und ihre Völker vital zu erhalten. Die Königin stellt dafür ihre Bruttätigkeit nach und nach ein, um sich auf den Ausflug nach draußen vorzubereiten. Die Baubienen setzen Weiselnäpfchen an, um darin Jungköniginnen heranzuziehen. Drohnen sind auch schon geschlüpft. Die Schwarmzeit kann beginnen.

Im vergangenen Jahr fielen die Schwärme früh und zahlreich. Imker, die ihre Wirtschaftsvölker nicht davonziehen lassen wollen, müssen also jetzt aufmerksam sein. Es kann jederzeit losgehen.

Lehrbienenstand_IMG_1459

Bei den Vereinsvölkern wurde vor gut zehn Tagen der erste Honigraum aufgesetzt.

 

Ein Schwarm zieht ein

Der Schwarm zieht ein. Foto: Silvia Schulte

Der Schwarm zieht ein. Foto: Silvia Schulte


Ein ungemütlich kalter Wind und ab und zu auch mal ein Schauer – so stellt man sich nicht gerade das klassische Schwarmwetter vor. Aber den Bienen pressierte es offenbar, und so zogen sie am vergangenen Freitag aus ihrer angestammten Behausung aus. Noch am gleichen Tag konnte der Schwarm gefasst werden – bis Einbruch der Dunkelheit waren auch die letzten Nachzügler dazugestoßen.

Nun bekommt der Schwarm sein neues Domizil. Er soll eine Zander-Beute besiedeln, allerdings ohne Mittelwände – die Rähmchen sind leer. Sein Wabenwerk soll das Volk ausschließlich im Naturbau errichten. Die drohende „Mehrarbeit“ scheint die Bienen aber nicht abzuschrecken: sie ziehen problemlos in die Beute ein. Nach einem Tag intensiven Einfliegens wird es deutlich ruhiger, am Flugloch herrscht kaum noch Betrieb. Sind die Bienen vielleicht schon wieder ausgezogen? Aber nein, die Angst ist unbegründet. Ein kurzer Blick ins Beuteninnere zeigt: alle sind noch da. Sie sind offenbar im Augenblick intensiv mit dem Wabenbau beschäftigt, damit Brut und Vorräte bald ihren Platz finden.