Sie fliegen!

Reinigungsflug am 25. Januar 2018

Man muss schon genau hinschauen, aber sie fliegen! Die Bienen in den beiden linken Beuten haben den Winter bisher gut überstanden. F.: Pieroni

Welcher Imker hat bei den frühlingshaften Temperaturen in den letzten Tagen nicht nach seinen Bienen geschaut? Die Völker, die den Winter bisher gut überstanden haben, kamen zum Reinigungsflug aus den Beuten – eine gute Gelegenheit für den Imker, sich ein Bild vom Zustand seiner Schützlinge zu machen.

Doch ganz überstanden ist die kalte Jahreszeit noch nicht. In den nächsten Monaten sollte man den Futtervorrat im Blick behalten. Die brutfreie Zeit ist vorüber, das Bienenvolk wird wieder stärker, und damit wird mehr Energie in Form von Honig benötigt.

An einem milden Tag, also bei Flugwetter, lässt sich der Futtervorrat gut kontrollieren. Dazu reicht es oft aus, den Deckel abzunehmen. Durch die Klarsichtfolie erkennt man, ob die Bienen schon oben sind und wo der Bienensitz ist, bzw. ob noch gefüllte Futterwaben vorhanden sind. Ausführliche Infos dazu gibt es im Beitrag  „Leiden meine Bienen Hunger“.

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Fliegen sie schon?

Noch ist kein Krokus in Sicht. Trotzdem verlassen die Bienen bei milden Temperaturen den Stock - zum Reinigungsflug. Foto: Schulte

Noch ist kein Krokus in Sicht. Trotzdem verlassen die Bienen bei milden Temperaturen den Stock – zum Reinigungsflug. Foto: Schulte

Der erste milde Tag nach wochenlangem knackigen Frost – welchen Imker hat es heute wohl nicht gereizt, nach seinen Bienen zu schauen? Das Thermometer zeigte acht Grad an, in sonnigen Lagen war es wärmer. Gelegenheit zum Reinigungsflug hätten die Bienen also mit etwas Glück gehabt. Wie sieht es bei euch am Stand aus? In der kleinen Umfrage könnt ihr eure Erfahrungen mitteilen.

Die Bienen fliegen wieder

Da geht jedem Imker das Herz auf: Die Bienen haben die warmen Sonnenstrahlen der letzten Tage sofort genutzt, um den Stock zu verlassen – zum Reinigungsflug, aber auch zum Pollensammeln. Vor allem in den Haselsträuchern summt es. Mit dicken Pollenhöschen kehren die Flugbienen zurück, denn die Proteinnahrung wird gebraucht. Schließlich kommt das Brutgeschäft jetzt wieder in Gang. Bald wird auch am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund wieder Hochbetrieb herrschen. In Kürze berichten wir an dieser Stelle darüber, wann es soweit ist und was sich während der Wintermonate alles getan hat…

Reinigungsflug im Januar

„Für die Jahreszeit zu warm“ – so endet im Augenblick fast jeder Wetterbericht. Auch die Bienen spüren das. An geschützten Standorten herrscht Flugbetrieb, sobald sich die Sonne zeigt. Doch tut das den Völkern gut?
Ein zeitiger Reinigungsflug ist sicher nicht schlecht. Andererseits kommen die Bienen in einem warmen Winter nicht zur Ruhe. Das Brutgeschäft beginnt sehr früh, wenn es überhaupt eingestellt wurde. Damit steigt das Risiko, dass die Völker bereits beim Auswintern unter einer starken Varroabelastung leiden, denn die Oxalsäurebehandlung, die den letzten Wochen durchgeführt werden sollte, wirkt ja nur im brutfreien Volk. In eventuell vorhandener verdeckelter Brut können sich die Milben dagegen unbeschadet halten und vermehren. Brütende Völker benötigen außerdem deutlich mehr Futter, so dass im Frühjahr die Vorräte schneller knapp werden.
Als Imker hat man zu diesem Zeitpunkt kaum Möglichkeiten zum Einschreiten. Die Grundlage für eine gute Überwinterung ist (hoffentlich) im Spätsommer gelegt worden und das Wetter muss man nehmen, wie es ist. „Einfach mal reingucken“ ist um diese Jahreszeit auch nicht möglich. So bleibt als einzige Kontrollmöglichkeit die Fluglochbeobachtung an warmen Tagen. Sie verrät allerdings schon viel über den Zustand des Volkes und zeigt, ob es unter Umständen in Not ist.