Royal Babies in Aussicht

Jeder Imker wünscht sich leistungsfähige, sanftmütige Bienen. Diese Eigenschaften kommen aber nicht von ungefähr. Reinzuchtköniginnen, wie sie für den Lehrbienenstand regelmäßig angekauft werden, sind auf diese guten Gene hin selektiert worden. Damit die Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund von solchen Zuchterfolgen profitieren, werden am Lehrbienenstand alljährlich Töchter der vereinseigenen Reinzuchtkönigin nachgezogen.
Damit das klappt, muss alles streng nach Zeitplan ablaufen. Bereits in der vergangenen Woche wurde deshalb ein Pflegevolk mit besonders vielen jungen Ammenbienen gebildet, die sich um die „Royal Babies“ kümmern sollen. Am Sonntag, 24. Mai, wurde umgelarvt. Drei Tage alte Larven wurden dafür aus der Brutwabe gefischt und in die vorbereiteten künstlichen Weiselnäpfchen umgesetzt – eine ziemlich fummelige Angelegenheit, bei der gute Augen und eine ruhige Hand gefragt sind. Diese Weiselnäpfchen werden im Zuchtrahmen oder einer Wabe befestigt und dem weisellosen Pflegevolk zugesetzt. Es wird, wenn alles gut geht, aus den Larven Königinnen heranziehen:  Die Larven werden dazu fleißig mit Gelee Royal, dem königlichen Kraftfutter, ernährt. Die Weiselzellen werden weiter ausgebaut und schließlich verdeckelt. Kurz vor dem Schlupf werden die nachgezüchteten Königinnen dann ihrem künftigen Volk oder Ableger zugesetzt.
Das ist am Mittwoch, 3. Juni, der Fall: Die verdeckelten Weiselzellen stehen dann zur Ausgabe bereit. Wer welche haben möchte, kann entweder Miri telefonisch oder per Mail Bescheid geben oder das Kontaktformular hier im Blog benutzen. Damit auch alle, denen es unter der Woche nicht so gut passt, ebenfalls zu einer Qualitäts-Königin kommen, gibt es noch eine weitere Gelegenheit. Am Lehrbienenstand wird ein zweites Mal umgelarvt werden, und zwar so, dass die Ausgabe an einem Sonntag – voraussichtlich Mitte Juni – erfolgen kann.

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Der erste Lehrbienenhonig ist da

Der erste Vereinshonig vom Lehrbienenstand verkaufte sich gut auf der Gänsmarktkerwa. Fotos: S. Schulte

Der erste Vereinshonig vom Lehrbienenstand verkaufte sich gut auf der Gänsmarktkerwa. Fotos: S. Schulte


Die Völker am Lehrbienenstand waren fleißig, und so konnten die Besucher der Uehlfelder Gänsmarktkerwa am 17. Mai echten Vereinshonig probieren. Und das gleich mehrfach. Zum einen gab es – wie schon früher bei Märkten und Veranstaltungen – ganz frisch geernteten Wabenhonig von den beiden Lehrbienenstandsvölkern in der Top Bar Hive. Vor allem Kinder waren von den süßen Wabenschnitten begeistert, aber auch Erwachsene waren neugierig, „wie das denn wohl schmeckt“.
Frischen Lehrbienenhonig gab es aber auch zu kaufen. Für die Kerwagäste waren die 250-Gramm-Gläser mit dem vor zwei Tagen erst abgefüllten Honig am Stand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund ein willkommenes Mitbringsel vom Gänsmarkt. Etliche Dutzend Gläschen gingen über die Theke.

Wie immer gab es am Vereinsstand auch Wabenhonig zu verkosten.

Wie immer gab es am Vereinsstand auch Wabenhonig zu verkosten.

Groß war das Interesse auch an der Figurenbeute. Einheimische, aber auch Touristen, die den Aischgrund als Wochenendziel angesteuert hatten, waren vom Innenleben der Veit-vom-Berg-Statue beeindruckt. „Wo kommen die denn im Winter hin?“, war eine häufig gestellte Frage, denn die meisten konnten kaum glauben, dass das Bienenvolk das ganze Jahr hindurch – und das nun schon seit drei Jahren – in dem hohlen Eichenstamm lebt.
Am Lehrbienenstand werden sich die Arbeiten nach der ersten Honigernte nun auf Schwarmverhinderung und Ablegerbildung konzentrieren. Für die Nachzucht junger Königinnen, die die guten Gene der Reinzuchtkönigin tragen sollen, wird nun ein Pflegevolk gebildet. Danach geht es ans Umlarven. Die Königinnenzucht soll deshalb beim nächsten Treffen als „Thema der Woche“ im Mittelpunkt stehen.

Das Pflegevolk wird vorbereitet

Ein einräumiges Pflegevolk wird vorbereitet. Es soll am Freitag die belarvten Weiselzellen aufnehmen. Foto: Silvia Schulte

Ein einräumiges Pflegevolk wird vorbereitet. Es soll am kommenden Freitag die belarvten Weiselzellen aufnehmen. Foto: Silvia Schulte

Die Königinnenzucht läuft an. Doch bei dem kühlen Wetter, das heute herrscht, kann nicht umgelarvt werden. Außerdem muss noch das Pflegevolk vorbereitet werden, das die Weiselnäpfchen später zugesetzt bekommt. Es muss gesund sein und soll reichlich junge Pflegebienen enthalten. Dazu kommen noch Futterwaben. Damit das kontrollierte „Nachschaffen“ funktioniert, wird dem Pflegevolk kurz vor dem Umlarven die Königin entzogen. Die Bienen bemerken den Verlust schnell und wollen für Ersatz sorgen. Steht keine ganz junge offene Brut zur Verfügung, werden sie aus den von Imkerhand belarvten Weiselnäpfchen, die ihnen dann zugesetzt werden, eine neue Königin nachziehen. Das Umlarven soll am Freitag vonstatten gehen. Wenn alles planmäßig läuft, können am Sonntag, 25. April, die angepflegten, verdeckelten Weiselnäpfchen an die Vereinsmitglieder abgegeben werden.