Die Bienen denken schon an morgen

Die Bienen haben schon die Jungvolkbildung im Sinn: Spielnäpfchen und Drohnenbrut. Foto: Silvia Schulte

Die Bienen haben schon die Jungvolkbildung im Sinn: Spielnäpfchen und Drohnenbrut. Foto: Silvia Schulte

Drei Wochen liegt die Natur im Vergleich zum Mittelwert in ihrer Entwicklung zurück, stellte neulich ein Fernseh-Meteorologe fest. Nach einer Reihe von warmen Tagen kann man aber gut beobachten, wie schnell dieser Rückstand aufgeholt wird. Plötzlich blüht alles gleichzeitig: Kirsche, Weißdorn- und Schlehenhecken, Raps, Löwenzahn und Apfel.

Die Bienenvölker sind dagegen noch nicht so stark, wie sie sein sollten, um die ganze Tracht nutzen zu können. Zwar entwickeln sie sich gut, so dass am Lehrbienenstand jetzt alle Völker zweiräumig sind, aber für das Aufsetzen der Honigräume ist es noch zu früh.

Die Knospen der Apfelbäume öffnen sich. Foto: Silvia Schulte

Die Knospen der Apfelbäume öffnen sich. Foto: Silvia Schulte

Bei der Durchsicht der Völker stellen wir fest, dass die Bienen – im Gegensatz zum Imker – nicht nur den Honig im Sinn haben. Sie bereiten sich allmählich schon auf die Jungvolkbildung vor. So finden wir in einigen Völkern „Spielnäpfchen“, also unbestiftete Ansätze von Weisenzellen.

Das „Naturvolk“ im Top Bar Hive sorgt auch schon fleißig für Drohnen: An einigen der herzförmigen Waben ist eine Art seitlicher „Anbau“ mit noch nicht verdeckelter Drohnenbrut zu sehen. Die Größe unterscheidet sich deutlich vom Rest der Wabe. Das Volk entwickelt sich ausgezeichnet, so dass im Frühsommer hier ein Ableger gebildet werden könnte.

Werbeanzeigen

Die Obstblüte beginnt

Am Lehrbienenstand blühen die ersten Kirschbäume – in der Natur ein wichtiges Signal. Für die Bienen ist der Tisch damit in der nächsten Zeit gedeckt und der emsige Flugverkehr zeigt, dass das Angebot angenommen wird.

Suchbild: Auf diesem Foto halten sich mindestens fünf Bienen versteckt. Foto: Silvia Schulte

Bienen_auf_Wabe

Viel Pollen und sogar schon Nektar wurden in den letzten Tagen eingetragen. Foto: Silvia Schulte

Die sogenannte „Durchlenzung“, die Umstellung im Bienenvolk von Winter- auf Sommerbienen, ist mit Beginn der Obstblüte fast abgeschlossen. Ein Blick in die Bienenvölker bestätigt das: Die meisten Völker sind auf „Wachstumskurs“, die Flächen mit verdeckelter Brut werden größer und vereinzelte Bereiche mit stark gewölbten Deckeln zeigen, dass sogar schon Drohnen erbrütet werden.

Bei einigen der zweiräumigen Völker sind die unteren Zargen so gut wie leer: Die Vorräte sind aufgezehrt und das Brutnest ist dem Futter hinterher in die obere Zarge gewandert. Hier werden die Zargen einfach getauscht: Die oberen kommen nach unten und die unteren nach oben. So findet die Königin, die sich zur Eiablage vorwiegend aufwärts bewegt, viele leere Waben zum Bestiften vor.