Wann kommt Honigwetter?

Die Bienen sitzen zumeist ungeduldig in ihren Kästen und die Imker blicken sorgenvoll auf die nun in Vollblüte stehenden Rapsfelder. Jeder hofft auf wärmere Temperaturen, damit die „Ernte“ von den Bienen auch eingebracht werden kann.

 

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Die orangenen Pollen stammen von Löwenzahn, die gelben von Rapsblüten

 

Trotzdem darf man sich durch das Wetter nicht täuschen lassen, denn die Bienenvölker haben sich in den letzten Wochen kräftig entwickelt. Ständig schlüpfen junge Bienen. Diese brauchen Arbeit, denn ansonsten entsteht schnell der Schwarmtrieb.

Für den Imker heißt dies, das Brutnest kontinuierlich zu erweitern. Dies geschieht am Besten, indem Randwaben, die bereits mit Honig gefüllt sind nach oben in den Honigraum gehängt werden und die entstandenen Lücken im Brutraum durch Rähmchen mit Mittelwänden zum Ausbauen gefüllt werden.

Auch die Drohnenrähmchen sollten nun bereits ausgebaut sein. Bei manchen Völkern konnten die ersten Drohnenrahmen ausgeschnitten werden. Wer konsequent verdeckelte Drohnenbrut aus den Völkern entnimmt, kann die Entwicklung der Varroamilbe in den Völkern eindämmen und verzögern.

 

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1. und 2. Vorsitzender bei der Völkerdurchsicht, im Hintergrund üppige Apfelblüte

 

Die Besucher des Lehrbienenstands trösteten sich mit Honigbier und diskutierten angeregt über die Veranstaltung am 4.Mai 2017 in Krautostheim mit dem Thema „Dropleg-Düsen im Raps. Hierzu hatten AK Landkreis Neustadt/A.–Bad Windsheim mit BBV, BDM, Bund Naturschutz und Kreisimkerverband eingeladen. Einige unserer Vereinsmitglieder, Landwirte und Imker hatten an dieser interessanten Veranstaltung teilgenommen und berichteten über Vorführung und Aussagen der Veranstalter und Vertreter.

Die Anwesenden kamen zu dem Schluss, dass eigentlich alle in einem Boot sitzen und dass wir den Bienen am meisten helfen können, wenn Imker und Landwirte gut zusammen arbeiten.

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Bald brauchen die Bienen Platz

Kein Flugbetrieb – es ist zu kalt. Vereinsvorsitzender Gerhard Kolb (l.) wärmt eine halb erstarrte Biene, die sich doch aus dem Stock gewagt hat. F.: Schulte


Nichts tut sich vor den Fluglöchern – es ist zu kalt. Eine Biene hat sich trotzdem vorgewagt, nun hockt sie erstarrt auf dem Anflugbrett und lässt sich nur durch Anhauchen „wiederbeleben“. Eng zusammengezogen sitzen die Bienen kompakt im Brutnest und wärmen die Brut. Doch die wird bald zahlreich schlüpfen, und dann brauchen die Bienen Platz. Falls noch nicht geschehen, sollten Drohnenwaben eingehängt und Honigräume aufgesetzt werden.

Bekommen die Bienen diesen Platz nicht rechtzeitig, erwacht die Schwarmlust. Stellt man bei der Kontrolle fest, dass alle Wabengassen gut mit Bienen besetzt und mehrere Waben mit gedeckelter Brut vorhanden sind, muss also erweitert werden. Dafür werden ausgebaute Waben und Mittelwände gegeben. Letztere werden gerade durch den im April erwachenden Bautrieb der Völker zügig ausgebaut. Als Waben im Honigraum kommen nur Mittelwände oder unbebrütete Waben zum Einsatz. Dabei werden die ausgebauten Waben in die Mitte gehängt, die Mittelwände rechts und links davon.

Wer seine Mittelwände nicht selbst herstellt, hat ab 15. Mai übrigens in der Region wieder eine neue Bezugsquelle. Die „Bienenstube“ in Obernzenn (Brachbach 8a) hat den Warenbestand vom Imkereibedarf Betz übernommen. In seinem Informationsschreiben an die Imkervereine zur Neueröffnung bittet Inhaber Rüdiger Göppel um telefonische Vorabanfrage (09844-978441), damit das Material auch in der gewünschten Menge vorhanden ist.

Imker machen Dampf


Sobald die ersten Bäume und Hecken blühen, geht alles ganz schnell. Die Bienenvölker erstarken und können aufgesetzt werden. Auch am Lehrbienenstand werden dafür Vorbereitungen getroffen.

Vor allem brauchen wir für die künftigen Honigräume viele frische Mittelwände. Deshalb werden jetzt alte Waben ausgeschmolzen, damit wieder Rähmchen zur Hand sind.

Das Ausschmelzen mit dem gasbetriebenen Dampfwachsschmelzer funktioniert auch am stromlosen Lehrbienenstand. In das Edelstahlgehäuse wird zunächst ein paar Handbreit Wasser eingefüllt – um Aufheiz-Zeit zu sparen, kommt kochendes Wasser aus der Thermoskanne zum Einsatz. Dann wird der Edelstahltrichter eingesetzt, der das verflüssigte Wachs auffängt und durch die Auslassöffnung nach außen leitet. Zu guter Letzt kommt ein gelochter Korb in das Edelstahlgehäuse. In ihm haben zehn bis zwölf Waben Platz. Nun noch den Deckel drauf und den Brenner anfeuern – schon macht man den Waben Dampf.

Nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten beginnt das flüssige Wachs aus der Auslassöffnung in den bereitgestellten Eimer zu tropfen. Etwa eine Stunde dauerte es, bis das Wachs ausgeschmolzen ist. Doch die Rähmchen sind noch nicht leer: in ihnen hängt etwas, das aussieht wie schwarzes Wabenwerk. Es sind die Häutchen aus den Brutwaben, die nach jedem Brutzyklus in der Wabe verbleiben und diese mit der Zeit dunkler und kleiner werden lassen. Diese Reste können auf den Kompost wandern. Die Rähmchen werden nun gründlich gereinigt, Reste von Propolis mit dem Stockmeißel entfernt. Bei Bedarf muss man sie auch neu drahten. Dann werden die Mittelwände eingelötet – das soll nächsten Sonntag am Lehrbienenstand gemeinsam in Angriff genommen werden.

Ostern am Lehrbienenstand

Mit dem angekündigten warmen Wetter an den Ostertagen ist es nichts geworden. Das fanden auch die Bienen am Lehrbienenstand. Nur einige wenige wagten sich zum Wasserholen vors Flugloch. Ein kurzer Blick unter den Beutendeckel – bei geschlossener Folie, wegen der Wärme – zeigte, dass sich das Volk lieber noch zusammenkuschelt.

Trotzdem waren am Lehrbienenstand schon die ersten Frühlingsboten zu sehen, auch wenn man etwas länger suchen musste: Vereinzelte Knospen sind schon aufgegangen. Es müssen also nur noch ein paar warme Tage kommen, dann ist die ganze Blütenpracht da. Dann können auch unsere Bienenvölker ausführlich durchgesehen werden.

Bis dahin sind noch einige Vorbereitungen zu treffen. Sind genügend Mittelwände vorbereitet? Alte Waben werden am besten sofort eingeschmolzen. Das wollen wir beim nächsten Mal am Lehrbienenstand zeigen – vorausgesetzt, das Wetter spielt einigermaßen mit. Außerdem wollen wir die Beuten von außen mit Wetterschutz behandeln – sie haben im Winter sehr gelitten.

Mittelwände einlöten – so geht’s

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Die alten Hasen dürfen gleich weiterklicken. Aber jeder Jungimker steht irgendwann zum ersten Mal vor der Aufgabe, Rähmchen einzulöten. Schließlich braucht das Bienenvolk frische Mittelwände, vor allem, wenn man bei der Frühjahrsdurchsicht alte Waben rigoros ausmustert.

Einlöten – das klingt nach höherer Heimwerkerkunst, ist aber ein Kinderspiel. Man benötigt dafür drei Dinge:

  1. Gedrahtete Rähmchen
  2. Mittelwände (selbst gegossen oder im Fachhandel gekauft, am besten in Bio-Qualität)
  3. Einlöttrafo (gibts im Fachhandel, ich selbst nehme dafür einen ausgemusterten Carrerabahn-Trafo)

Los geht’s: Man legt das Rähmchen flach vor sich auf den Tisch und legt die Mittelwand drauf. Dann hält man die beiden Kontakte des Trafos an die jeweils entgegengesetzten Enden des Rähmchendrahts, so dass Strom durch den Draht fließt.  Dadurch erwärmt sich der Draht, die Mittelwand schmilzt leicht an und sinkt in den Draht ein.  Hier braucht man etwas Fingerspitzengefühl, denn wird zu lange Strom auf den Draht gegeben, schmilzt die Mittelwand durch und ist kaputt.  Mit meinem Carrera-Trafo ist eine Mittelwand in etwa 15 Sekunden eingelötet.