Endlich geht es wieder los!

Ende Februar: Die ersten Bienen sind schon aus dem Häuschen!


Die Bienen stehen in den Startlöchern, die Imker auch. Sobald das Wetter es zulässt, starten die wöchentlichen sonntäglichen Treffen am Lehrbienenstand wieder. Bei akzeptablen Temperaturen schon am 26. März, auf jeden Fall aber am 2. April – wie immer von 10 bis 12 Uhr.

Am 18. März hielt der Imkerverein Mittlerer Aischgrund seine Jahreshauptversammlung ab und blickte dabei auf das vergangene Jahr zurück, aber vor allem auch in die Zukunft. Mittelkürzungen machen allen Imkervereinen derzeit zu schaffen, weshalb die Mitglieder vom „Mittleren Aischgrund“ einer moderaten Beitragserhöhung einmütig zustimmten.

Wären nicht die Veranstaltungen, auf denen der Imkerverein Mittlerer Aischgrund Präsenz zeigt und Honig verkauft, wäre das Plus in der Vereinskasse wohl kaum zustandegekommen. Doch so hat sich der Bienenfleiß wenigstens ausgezahlt. Ob an der Uehlfelder Gänsmarktkerwa oder beim Neustädter HonigBienenMarktPlatz – mit Honig, Propolis, Pflegeprodukten und einem farbenfrohen Pflanzenquiz war der Verein vor Ort und macht sich mit der Betreuung von drei Figurenbeuten, deren Bewohnerinnen alle den Winter überstanden haben, auch um ein Projekt der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Aischgrund verdient.

Im Rahmen des Ferienprogramms konnten Uehlfelder Schulkinder im letzten Sommer am Lehrbienenstand des Vereins erstmals die süßen Seiten der Imkerei kennenlernen, berichtete Vereinsvorsitzender Gerhard Kolb in seinem Jahresrückblick. Mit Schleier und Rauch, wie es sich gehört, kamen sie den Bienenvölkern ganz nah. Anschließend konnten sie sich leckere Honigbrote schmecken lassen. „Die Kinder waren ganz begeistert“, so Kolb. Sein Fazit: „Das machen wir heuer auf jeden Fall wieder“.
Ein Kursprogramm wie die dreiteilige „Einführung in die Imkerei“ zu Beginn des vergangenen Jahres wird es 2017 allerdings nicht geben. Der Grund: Der Landesverband, der bis vor kurzem noch auf erfahrene Imker aus den Ortsvereinen als „Multiplikatoren“ gesetzt hatte, fördert ab sofort nur noch Lehrgänge, die von ausgebildeten „Bienenfachwarten“ oder Berufsimkern gehalten werden.

Umso wertvoller ist der regelmäßige Erfahrungsaustausch am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund. Vom Frühling bis zum Herbst treffen sich hier Mitglieder und Imkerei-Interessierte zum Fachsimpeln oder zwanglosen Plaudern. Nachwuchsförderung steht dort nach wie vor an erster Stelle.

Weil die Luft für Imkervereine inzwischen spürbar dünner wird, musste der Imkerverein Mittlerer Aischgrund in seiner Jahreshauptversammlung auch das unpopuläre Thema Beitragserhöhung ansprechen. Doch die Zahlen, die Kassier Jörg Leikam vorlegte, ließen kaum Alternativen: Von 27 Euro Beitrag bleiben aktuell nur 77 Cent in der Vereinskasse. 26,23 Euro müssen an den Landesverband Bayerischer Imker abgeführt werden. Eine Erhöhung um drei Euro wurde deshalb einstimmig von allen Mitgliedern befürwortet.

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Der Lehrbienenstand wächst

Wenn am 29. März die sonntäglichen Treffen am Lehrbienenstand wieder beginnen, gibt es für viele Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund eine Überraschung: Der Stand ist deutlich größer geworden, damit vor allem bei Lehrgängen und Vorträgen alle genügend Platz haben. Schließlich sind in den letzten Jahren viele aktive Jungimker dazugekommen und der Stand platzte an manchen Sonntagen aus allen Nähten.

Die Bienen sind für die Erweiterungsmaßnahme schon umgezogen. Sie stehen jetzt ein paar Meter entfernt vom bisherigen Standort und können sich dort gleich einfliegen. Am kommenden Sonntag, 29. März, gibt es bei hoffentlich gutem Wetter die erste offizielle Gelegenheit, sie dabei zu beobachten. Von da an bis Ende September heißt es jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr „Treffen am Lehrbienenstand“. Achtung: Am 29. März wird die Uhr auf Sommerzeit umgestellt – also nicht verschlafen!

Die Bienen sind schon umgezogen. Foto: Silvia Schulte

Die Bienen sind schon umgezogen. Foto: Silvia Schulte

Was den Verein in dieser Saison erwartet, wurde auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Samstag verkündet. Einige  Termine stehen an (siehe nebenstehender Kalender), aber auch Änderungen am Lehrbienenstand. Künftig sollen vor allem die Jungimker aktiver als bisher an der Betreuung der Vereinsbienen mitwirken, um ihr theoretisches Wissen gleich in die Praxis umzusetzen.

Auch bei der Neuwahl des Vorstands, die im vierjährigen Turnus durchgeführt wird und die heuer wieder anstand, gab es kleine Veränderungen. Helmut Lechner, Norbert Schopf und Günter Richter kandidierten nicht mehr für ihre Ämter als Schriftführer, Kassier und Beisitzer. Dafür wurden Gerhard Kolb (Schriftführer), Jörg Leikam (Kassier) und Uwe Ficht (Beisitzer) gewählt. Bestätigt wurden Mirjam Prechtel-Knapp (1. Vorsitzende), Manfred Hausmann (2. Vorsitzender), Silvia Schulte (Öffentlichkeitsbeauftragte), Leonhard Dümmler und Claudia Hausmann (beide Kassenprüfer).

Ein herzliches Dankeschön den aus dem Vorstand ausscheidenden Mitgliedern für ihren großen Einsatz für den Verein!

Über die Jahreshauptversammlung hat auch die Fränkische Landeszeitung am 19. März berichtet: FLZ-Artikel-19-3-2015

Oxalsäurebehandlung – jetzt ist Zeit!

Der Zeitpunkt ist günstig, um die Oxalsäurebehandlung vorzunehmen, zumindest bei uns im Aischgrund, in der Region Mittelfranken und Unterfranken. Denn die ersten Nachtfröste liegen ca. 10 Tage zurück und damit dürfte das Brutgeschäft bei den meisten Bienenvölkern nun eingestellt sein.

Oxalsäure tötet die Varroamilben ab, die jetzt noch an den Bienen sitzen, wirkt jedoch nicht in die Brut, deshalb ist eine Behandlung in einer brutfreien Phase der Völker anzustreben, um eine möglichst hohe Erfolgsquote bei der „Restentmilbung“ zu erreichen.

so schaut ein Bienenvolk aus, das sich zur Wintertraube zusammengezogen hat (Bild: Miri)

so schaut ein Bienenvolk aus, das sich zur Wintertraube zusammengezogen hat (Bild: Miri)

Wie stellt man nun fest, ob ein Volk wirklich ohne Brut ist, ohne das Volk durch Waben ziehen in unnötige Aufregung zu versetzen? Die Zeitschrift „Imkerfreund“ gibt in der Dezemberausgabe den Tipp, mittels eines Haushaltsthermometers die Temperatur in der Wintertraube zu messen und somit auf die Bruttätigkeit zu schließen.

Man weiß, dass ein Bienenvolk die Temperatur des Brutnestes bei konstant 35°C hält. In der Wintertraube, zu der sich die Bienen in der kalten Jahreszeit in ihren Behausungen zusammenziehen beträgt die Temperatur im Kern 27°C (lt. Wikipedia). Andere Quellen berichten von Temperaturen in der Wintertraube von 20-22°C.

mit einem einfachen Haushaltsthermometer kann man die Temperatur in der Wintertraube feststellen (Bild: Miri)

mit einem einfachen Haushaltsthermometer kann man die Temperatur in der Wintertraube feststellen (Bild: Miri)

 

Bei einem meiner Völker habe ich das mal ausprobiert: Die Temperatur ist bis auf knapp 27°C angestiegen. Dies bedeutet für mich, das ich von der Brutfreiheit dieses Volkes ausgehen kann, denn mit Brut müsste die Temperatur deutlich über 30°C betragen.

 

 

 

 

Bei der Oxalsäurebehandlung selbst sollte man mit besonderer Ruhe arbeiten, d.h. Stöße an den Beuten möglichst vermeiden, vorsichtiges Öffnen des Deckels. So kann man vermeiden, dass die Bienen auffliegen oder noch schlimmer im Stock abkoten.

die Aufwandmenge beträgt je nach Volksgröße 20-50ml (Bild: Miri)

die Aufwandmenge beträgt je nach Volksgröße 20-50ml (Bild: Miri)

 

Die Oxalsäurelösung bringt man in der zubereiteten Form handwarm mit Hilfe einer Spritze tröpfchenweise auf die Bienen auf, in dem man die Spritze langsam über den besetzten Wabengassen ausdrückt. Die Tröpfchen werden dann von den Bienen aufgenommen und so wird der Wirkstoff nach und nach in der gesamten Wintertraube verteilt. Die Aufwandmenge richtet sich nach der Größe des Volkes. Völker auf 2 Räumen bekommen 50ml pro Volk, auf einem Raum 20-30ml.

 

Bleibt zu hoffen, dass die Behandlung gut wirkt und unsere Bienchen den verbleibenden Winter gut überstehen.

 

Gänsmarktkerwa in Uehlfeld – Reges Interesse für Bienen und Honig

Am vergangenen Sonntag hatte der Imkerverein Mittlerer Aischgrund e.V. anlässlich der Gänsmarktkerwa in Uehlfeld die Figurenbeute des Veit-vom-Berg geöffnet. Die Vereinsmitglieder konnten sich über ein reges Interesse und viele Besucher freuen.

Erstaunte Ausrufe: „So etwas habe ich noch nie gesehen!“ konnte man des öfteren von Besuchern hören, die einen Blick ins Innere der Figurenbeute wagten. Das „Innenleben“ eines Bienenvolkes mit den selbstgebauten Waben sowie das Treiben der Bienen, die Pollensammlerinnen mit den verschieden-farbigen Höschen sowie die Drohnen sind für Laien und auch für Imker ein faszinierender Anblick. Die Gelegenheit, sich dies live anzusehen haben am Sonntag viele Besucher genutzt.

Zudem wurde von Mitgliedern des Vereins frischer Wabenhonig zum Naschen angeboten, ein Geschmackserlebnis ganz besonderer Art: frischer und naturbelassener kann man Honig nicht bekommen. Den „Kaugummi der Antike“ wie der Wabenhonig auch genannt wird, isst man, indem man sich ein Stück Wabe, gefüllt mit Honig abschneidet und komplett in den Mund steckt. Der Honig wird dann im Mund ausgepresst und ausgelutscht. Was übrig bleibt, ist reines Bienenwachs, dieses kann ausgespuckt, oder auch verschluckt werden, es geht unverdaut wieder aus dem Körper heraus.

Den Wabenhonig hatten wir am Samstag ganz frisch aus unserem Bienenvolk im Top-bar-hive, welches am Lehrbienenstand steht, herausgenommen. Kinder wie Erwachsene waren von dieser Kostprobe begeistert.

Zum Mitnehmen gab es auch noch Samentütchen geschenkt, der Inhalt ist eine Mischung von Saatgut, die Bienen und Insekten Nahrung bietet. Wer dieses „Insektenparadies“ im Garten, Blumentopf oder Balkonkasten aussät, hilft den Bienen aktiv und sorgt dafür, dass Bienen, aber auch andere Insekten wie Hummeln, Schmetterlinge und Wildbienen im Sommer und Herbst Nahrung finden.

Bild und Text by Miri!