Grillrauch statt Smoker

Fürs Umlarven war es zu kalt, stattdessen ließen sich die Imkerinnen und Imker Gutes vom Grill schmecken. Foto: Schulte


Eigentlich stand am Pfingstsonntag Königinnen-Nachzucht auf dem Programm. Da außerdem die bestellten Varroamittel ausgegeben wurden und deshalb viel Betrieb am Lehrbienenstand herrschte, wurde auch der Grill angeworfen. Der heizte zwar schön, aber für das geplante Umlarven war es trotzdem eindeutig zu kühl. Am Sonntag, 11. Juni, soll das aber nachgeholt werden, und wer die Varroamittel letzte Woche noch nicht abgeholt hat, kann das nun nachholen.

Die Honigernte hat bei fast allen Imkern im Verein schon begonnen oder ist sogar schon abgeschlossen. Bisher gab es meist zufriedene Gesichter – die Ernte fiel deutlich besser aus, als es das Frühjahr hatte vermuten lassen.

Was ist bei der Honigernte zu beachten? Vor allem muss der Honig reif, also nicht zu wasserhaltig, sein. Liegt der Wassergehalt noch über 18 Prozent, kann der Honig im Laufe der Lagerung in Gärung übergehen. Auf Nummer sicher geht man, wenn man den Wassergehalt des Honigs mit einem Refraktometer bestimmt. Wer ein solches Gerät nicht besitzt, kann sich am Verdeckelungsgrad der Waben orientieren. Mindestens zwei Drittel der Wabe sollte verdeckelt sein, lautet die Faustregel, die allerdings bei Massentrachten kein zuverlässiger Indikator ist. Tropft bei der „Spritzprobe“ noch Honig aus den Waben, ist es definitiv noch zu früh zum Schleudern. Da Honig Wasser sehr gut aufnehmen kann, sollte das Honigschleudern – und auch die anschließende Lagerung – bei möglichst geringer Luftfeuchtigkeit erfolgen.

Guter Honig verkauft sich immer, aber experimentierfreudige Imker versuchen sich auch an Mischungen, zum Beispiel mit Nüssen, Früchten oder Gewürzen, die bei der Kundschaft ebenfalls ankommen. Wichtig ist dann aber eine korrekte Deklaration! Die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau LWG hat hierzu ein paar gute Tipps.

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Höchste (Schwarm)zeit!

Im Vorjahr haben die Bienen in der Oberträgerbeute (Top Bar Hive) dieses Wabenwerk gebaut – das Volk wurde aber im Herbst mit anderen vereinigt. Nun soll wieder ein Schwarm einziehen. F.: Schulte


Die Futterversorgung ist sichergestellt, jetzt denken die Bienen an die Vermehrung. Zum Leidwesen der Imker bedeutet das: sie wollen schwärmen. Zieht ein Schwarm mit der alten Königin aus, bleibt ein Volk auf Ablegerniveau zurück. Die junge Königin muss erst noch schlüpfen, heranwachsen und begattet werden, bevor sie den „Motor“ des Biens wieder ankurbeln kann. Die mit ihr im Stock zurückgebliebenen Arbeiterinnen sind Pflegebienen, die noch keinen Honig sammeln. Wird der Schwarm nicht eingefangen, kann er in der Natur nicht lange überleben, da ihm die Varroamilbe zusetzt.

Aus imkerlicher Sicht ist eine Schwarmverhinderung also sinnvoll. Und genau jetzt ist der Zeitpunkt dafür gekommen. Die ersten Schwärme sind schon gefallen, und trotz sorgfältiger und regelmäßiger Kontrolle gelingt es nicht immer, alle Weiselzellen zu entdecken und auszubrechen. Unter den zahlreichen Methoden der Schwarmverhinderung muss je nach Voraussetzung (Wetter etc.) die geeignete ausgewählt werden. Zu den effektivsten gehört das Bilden eines Zwischenablegers.

Hand in Hand mit der Schwarmvorbeuge geht die Ablegerbildung und Königinnenzucht. Am Lehrbienenstand ist es am Pfingstsonntag soweit. Zuchtstoff der Reinzuchtkönigin wird umgelarvt, und jeder kann sich ein gefülltes Weiselnäpfchen mitnehmen und von seinen eigenen Bienen anpflegen lassen.

Am kommenden Sonntag ist am Lehrbienenstand übrigens ausnahmsweise nichts los. Zur Gänsmarktkerwa in Uehlfeld stehen die Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund nämlich mit einem Stand neben der Figurenbeute „Veit vom Berg“, gegenüber vom Gasthof Prechtel. Vorbeischauen lohnt sich!

Königinnenzucht läuft auf Hochtouren

Die Ableger stehen ein bisschen abseits vom Stand. Die Räubereigefahr ist dann geringer. Foto: Schulte

Die Ableger stehen ein bisschen abseits vom Stand. Die Räubereigefahr ist dann geringer. Foto: Schulte

Die Königinnenzucht am Lehrbienenstand Mittlerer Aischgrund läuft auf Hochtouren. Das Pflegevolk war fleißig – aus den Weiselzellen im Spezialrahmen sind schon einige Königinnen geschlüpft. Im Pflegevolk untertauchen konnten die wertvollen Jungköniginnen natürlich nicht, denn über die Weiselnapfhalter war ein Schlupf- und Verschulkäfig gestülpt. Einige junge Königinnen wurden auf diese Weise bereits Ablegern zugesetzt.

Nicht nur Ablegerbildung und Schwarmverhinderung halten die Imker derzeit auf Trab. Auch die Honigernte ist schon in vollem Gange. Kommen direkt nach dem Abschleudern kühle Tage, muss man die Futterversorgung der Bienen im Blick behalten – zumal die Frühjahrstrachtquellen jetzt versiegen.

Royal Babies in Aussicht

Jeder Imker wünscht sich leistungsfähige, sanftmütige Bienen. Diese Eigenschaften kommen aber nicht von ungefähr. Reinzuchtköniginnen, wie sie für den Lehrbienenstand regelmäßig angekauft werden, sind auf diese guten Gene hin selektiert worden. Damit die Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund von solchen Zuchterfolgen profitieren, werden am Lehrbienenstand alljährlich Töchter der vereinseigenen Reinzuchtkönigin nachgezogen.
Damit das klappt, muss alles streng nach Zeitplan ablaufen. Bereits in der vergangenen Woche wurde deshalb ein Pflegevolk mit besonders vielen jungen Ammenbienen gebildet, die sich um die „Royal Babies“ kümmern sollen. Am Sonntag, 24. Mai, wurde umgelarvt. Drei Tage alte Larven wurden dafür aus der Brutwabe gefischt und in die vorbereiteten künstlichen Weiselnäpfchen umgesetzt – eine ziemlich fummelige Angelegenheit, bei der gute Augen und eine ruhige Hand gefragt sind. Diese Weiselnäpfchen werden im Zuchtrahmen oder einer Wabe befestigt und dem weisellosen Pflegevolk zugesetzt. Es wird, wenn alles gut geht, aus den Larven Königinnen heranziehen:  Die Larven werden dazu fleißig mit Gelee Royal, dem königlichen Kraftfutter, ernährt. Die Weiselzellen werden weiter ausgebaut und schließlich verdeckelt. Kurz vor dem Schlupf werden die nachgezüchteten Königinnen dann ihrem künftigen Volk oder Ableger zugesetzt.
Das ist am Mittwoch, 3. Juni, der Fall: Die verdeckelten Weiselzellen stehen dann zur Ausgabe bereit. Wer welche haben möchte, kann entweder Miri telefonisch oder per Mail Bescheid geben oder das Kontaktformular hier im Blog benutzen. Damit auch alle, denen es unter der Woche nicht so gut passt, ebenfalls zu einer Qualitäts-Königin kommen, gibt es noch eine weitere Gelegenheit. Am Lehrbienenstand wird ein zweites Mal umgelarvt werden, und zwar so, dass die Ausgabe an einem Sonntag – voraussichtlich Mitte Juni – erfolgen kann.

Der erste Lehrbienenhonig ist da

Der erste Vereinshonig vom Lehrbienenstand verkaufte sich gut auf der Gänsmarktkerwa. Fotos: S. Schulte

Der erste Vereinshonig vom Lehrbienenstand verkaufte sich gut auf der Gänsmarktkerwa. Fotos: S. Schulte


Die Völker am Lehrbienenstand waren fleißig, und so konnten die Besucher der Uehlfelder Gänsmarktkerwa am 17. Mai echten Vereinshonig probieren. Und das gleich mehrfach. Zum einen gab es – wie schon früher bei Märkten und Veranstaltungen – ganz frisch geernteten Wabenhonig von den beiden Lehrbienenstandsvölkern in der Top Bar Hive. Vor allem Kinder waren von den süßen Wabenschnitten begeistert, aber auch Erwachsene waren neugierig, „wie das denn wohl schmeckt“.
Frischen Lehrbienenhonig gab es aber auch zu kaufen. Für die Kerwagäste waren die 250-Gramm-Gläser mit dem vor zwei Tagen erst abgefüllten Honig am Stand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund ein willkommenes Mitbringsel vom Gänsmarkt. Etliche Dutzend Gläschen gingen über die Theke.

Wie immer gab es am Vereinsstand auch Wabenhonig zu verkosten.

Wie immer gab es am Vereinsstand auch Wabenhonig zu verkosten.

Groß war das Interesse auch an der Figurenbeute. Einheimische, aber auch Touristen, die den Aischgrund als Wochenendziel angesteuert hatten, waren vom Innenleben der Veit-vom-Berg-Statue beeindruckt. „Wo kommen die denn im Winter hin?“, war eine häufig gestellte Frage, denn die meisten konnten kaum glauben, dass das Bienenvolk das ganze Jahr hindurch – und das nun schon seit drei Jahren – in dem hohlen Eichenstamm lebt.
Am Lehrbienenstand werden sich die Arbeiten nach der ersten Honigernte nun auf Schwarmverhinderung und Ablegerbildung konzentrieren. Für die Nachzucht junger Königinnen, die die guten Gene der Reinzuchtkönigin tragen sollen, wird nun ein Pflegevolk gebildet. Danach geht es ans Umlarven. Die Königinnenzucht soll deshalb beim nächsten Treffen als „Thema der Woche“ im Mittelpunkt stehen.