Die Queen lebt

Königin hat bestiftet

Die Königin hat frisch bestiftet – es ist ihr also beim letzten Mal nichts passiert. Foto: Silvia Schulte


Das schönste Ostergeschenk gab es von Volk 1 am Lehrbienenstand. Es war am Sonntag vor einer Woche umgezogen, dabei war – wie berichtet – die Königin mit dem roten Punkt unfreiwillig im Freien gelandet. Doch ganz offensichtlich hat die Queen ihren Ausflug gut überstanden. Auf den Brutwaben waren frische Stifte zu sehen – also ist alles in Ordnung, die Königin ist weiterhin in Brut.
Viel Betrieb herrschte an den Fluglöchern – allerdings nur von Seiten der Imker. Sie waren zahlreich zum Lehrbienenstand gekommen und wollten schauen, wie es den Völkern nach der langen Winterpause geht. Die Bienen selbst fanden es  nach einer frostigen Nacht noch zu kühl, um sich ins Freie zu wagen. Trotzdem wurde das zweite Volk am Vereinsstand durchgesehen und in eine neue Beute umgehängt.

Reichlich Brut war dort vorhanden. Das muss auch so sein. Frühtrachtimker sind darauf angewiesen, dass zur Zeit der Raps- und Obstblüte viele Honigsammlerinnen parat stehen. Genau die werden in diesen Tagen erbrütet. An warmen, trockenen Tagen können sie derzeit auch in einem guten Pollenangebot schwelgen – wenn der Standort passt. Denn nach Hasel und Weide kommen nun die ersten Blüten an den Gehölzen zum Vorschein.

Werbeanzeigen

Die Bienen ziehen um

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Palmsonntag, Mistwetter und Zeitumstellung – kein Wunder, dass sich die Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund beim Lehrbienenstand-Saisonstart rar machten. Nach der langen Winterpause sah es dort in der Tat noch nicht besonders einladend aus. Aber das lag natürlich auch an den Bauarbeiten, die fleißige Helfer in den letzten Wochen dort in Angriff genommen hatten und die noch im Gange sind. Der Lehrbienenstand soll nämlich erweitert werden. Während am Unterstand der Imker noch gewerkelt werden muss, standen die neuen Bienen-Behausungen schon bereit. Ein Volk wurde deshalb gleich umgehängt.

Bei der Durchsicht zeigte sich: Es sind genügend Vorräte für die Bienen vorhanden. Das Volk hatte sich noch nicht nach oben vorgearbeitet, dort gab es volle Futterwaben. Zwei davon wurden gleich angeritzt und nach unten in den Brutraum gehängt, damit der Honig zügig umgetragen und die Waben schnell bebrütet werden können. Es war sogar schon frischer Nektar eingetragen worden – von der Salweide! Und die Königin hatte während der letzten Wochen fleißig gebrütet. Es gab Brut in allen Stadien.

Nach dem Umhängen der Waben krabbelten im Boden der alten Beute noch einige  Bienen herum – eine davon mit rotem Punkt. Was für ein Schreck! Die Königin war unbemerkt auf das Bodengitter gefallen, und Begleitbienen waren emsig bemüht, sie zu wärmen. Nach dem Zurücksetzen ins Volk wurde die Königin sofort von einem ganzen Heer von Bienen umsorgt und hat den unfreiwilligen Ausflug ins Freie hoffentlich gut überstanden.

Eine gute Nachricht gab es bei der Naturbeute: Beide Völker in der „Top Bar Hive“ haben den Winter überlebt.

Bild

… und weiter geht`s mit der Königinnenzucht

Noch einmal haben wir das Umlarven geübt:

In Ammenmilch schwimmend, so klein, dass man die Riffelung der Larve fast noch nicht mit bloßem Auge erkennt – das ist das richtige Stadium der Larven für die Königinnenzucht. Ca. 3 Tage sind dann seit der Eiablage vergangen. In dieser Zeit werden die Larven, aus denen normale Arbeiterinnen herangezogen werden ausschließlich mit Gelee Royal gefüttert. Erst später erhalten sie dann auch Pollen und Honig als Futter.

Wer eine Königin werden soll, wird in der gesamten Larvenzeit nur mit Gelee Royal, wie die Ammenmilch auch genannt wird, gefüttert.  Das Umlarven ist bei Weitem nicht so leicht, wie es bei geübten Imkern ausschaut, einige Larven werden dabei leider zerdrückt, aber die Natur ist hier zum Glück auch verschwenderisch und es sind genügend Larven im richtigen Stadium vorhanden.

eine ruhige Hand und gute Augen

Die gewonnenen Larven werden in einen Zuchtrahmen gesteckt und dieser kommt dann in ein Pflegevolk.

Nun können wir nur hoffen, dass die Bienen im Pflegevolk sich von uns „austricksen“ lassen und möglichst viele der Zellen zu Jungköniginnen aufziehen.