Oxalsäurebehandlung – jetzt ist Zeit!

Der Zeitpunkt ist günstig, um die Oxalsäurebehandlung vorzunehmen, zumindest bei uns im Aischgrund, in der Region Mittelfranken und Unterfranken. Denn die ersten Nachtfröste liegen ca. 10 Tage zurück und damit dürfte das Brutgeschäft bei den meisten Bienenvölkern nun eingestellt sein.

Oxalsäure tötet die Varroamilben ab, die jetzt noch an den Bienen sitzen, wirkt jedoch nicht in die Brut, deshalb ist eine Behandlung in einer brutfreien Phase der Völker anzustreben, um eine möglichst hohe Erfolgsquote bei der „Restentmilbung“ zu erreichen.

so schaut ein Bienenvolk aus, das sich zur Wintertraube zusammengezogen hat (Bild: Miri)

so schaut ein Bienenvolk aus, das sich zur Wintertraube zusammengezogen hat (Bild: Miri)

Wie stellt man nun fest, ob ein Volk wirklich ohne Brut ist, ohne das Volk durch Waben ziehen in unnötige Aufregung zu versetzen? Die Zeitschrift „Imkerfreund“ gibt in der Dezemberausgabe den Tipp, mittels eines Haushaltsthermometers die Temperatur in der Wintertraube zu messen und somit auf die Bruttätigkeit zu schließen.

Man weiß, dass ein Bienenvolk die Temperatur des Brutnestes bei konstant 35°C hält. In der Wintertraube, zu der sich die Bienen in der kalten Jahreszeit in ihren Behausungen zusammenziehen beträgt die Temperatur im Kern 27°C (lt. Wikipedia). Andere Quellen berichten von Temperaturen in der Wintertraube von 20-22°C.

mit einem einfachen Haushaltsthermometer kann man die Temperatur in der Wintertraube feststellen (Bild: Miri)

mit einem einfachen Haushaltsthermometer kann man die Temperatur in der Wintertraube feststellen (Bild: Miri)

 

Bei einem meiner Völker habe ich das mal ausprobiert: Die Temperatur ist bis auf knapp 27°C angestiegen. Dies bedeutet für mich, das ich von der Brutfreiheit dieses Volkes ausgehen kann, denn mit Brut müsste die Temperatur deutlich über 30°C betragen.

 

 

 

 

Bei der Oxalsäurebehandlung selbst sollte man mit besonderer Ruhe arbeiten, d.h. Stöße an den Beuten möglichst vermeiden, vorsichtiges Öffnen des Deckels. So kann man vermeiden, dass die Bienen auffliegen oder noch schlimmer im Stock abkoten.

die Aufwandmenge beträgt je nach Volksgröße 20-50ml (Bild: Miri)

die Aufwandmenge beträgt je nach Volksgröße 20-50ml (Bild: Miri)

 

Die Oxalsäurelösung bringt man in der zubereiteten Form handwarm mit Hilfe einer Spritze tröpfchenweise auf die Bienen auf, in dem man die Spritze langsam über den besetzten Wabengassen ausdrückt. Die Tröpfchen werden dann von den Bienen aufgenommen und so wird der Wirkstoff nach und nach in der gesamten Wintertraube verteilt. Die Aufwandmenge richtet sich nach der Größe des Volkes. Völker auf 2 Räumen bekommen 50ml pro Volk, auf einem Raum 20-30ml.

 

Bleibt zu hoffen, dass die Behandlung gut wirkt und unsere Bienchen den verbleibenden Winter gut überstehen.

 

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