Imker schwärmen aus

Am vergangenen Wochenende war der Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund ein Leer-Bienenstand. Der Grund: Die Imker waren ausgeschwärmt und informierten auf Märkten in der Region über Bienen, Imkerei und Honig. Letzteren gab es natürlich auch zu kaufen – ganz frisch abgefüllt.

In Dachsbach auf dem Johannimarkt beeindruckte die Vielfalt der Honigsorten. F.: Schulte


Beim Johannimarkt in Dachsbach interessierten sich die Besucher für die verschiedenen Honigsorten. Obwohl alle Honige aus der Umgebung stammen, schmeckt und duftet jeder anders – je nach Standort, Blütenangebot und Jahreszeit. Vom hellen, cremig gerührten Rapshonig bis zum dunklen, flüssigen Waldhonig reichte das Angebot.

Auf dem Fest der Schornweisacher Dorfgemeinschaft gab es zudem noch jede Menge Anschauungsmaterial. Die Stars waren natürlich die Bienen – die Besucher konnten sie durch das Glas einer Schaubeute aus nächster Nähe beobachten.

Die Bienen in der Schaubeute waren die Stars beim Schornweisacher Fest der Dorfgemeinschaft. F. : Schulte

Normalerweise „wohnen“ Bienen aber in einer Beute. Dass es dort verschiedene Räume, ja sogar verschiedene Arten von Waben gibt, faszinierte viele Besucher. Beeindruckend fanden viele auch das Zubehör, das jeder Imker bei seiner Arbeit braucht – vom Stockmeißel über Schleier und Smoker bis zur Entdeckelungsgabel.

Schon bald sind die Imker des Imkervereins Mittlerer Aischgrund übrigens wieder auf Tour: Am Samstag, 7. Juli, sind sie beim HonigBienenMarktPlatz (Marktplatz in Neustadt, 9 bis 13 Uhr), vertreten. Neben Honig und Bienenprodukten bieten sie dort Pflanzen zum Verkauf an und laden ein zum beliebten Pflanzenquiz ein.

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Frischer Honig beim Johannimarkt Dachsbach

Foto: S. Schulte

Der Frühjahrshonig ist frisch abgefüllt. Am Sonntag, 24. Juni, können sich Besucher auf dem Johannimarkt in Dachsbach damit bevorraten. Der Imkerverein Mittlerer Aischgrund nimmt erstmals mit einem Stand an der Veranstaltung teil, bei der sich ab 11 Uhr die Dachsbacher Vereine präsentieren und außerdem ein buntes Rahmenprogramm geboten wird.

Am Stand der Imker gibt es neben Honig auch andere Erzeugnisse wie Propolis, Lippenpflegestifte und vieles mehr – und natürlich Informationen rund um Bienen und die Imkerei.

Reges Interesse am HonigBienenMarktPlatz

Der HonigBienenMarktPlatz war für den Imkerverein Mittlerer Aischgrund ein voller Erfolg. Der Verkauf von Honig und Bienenweidepflanzen lief gut, viele Marktbesucher blieben auch für ein Schwätzchen am Stand stehen und testeten ihre Kenntnisse beim Pflanzenquiz, bei dem es wie immer als Dankeschön fürs Mitmachen ein Samentütchen mit „Insektenparadies“ als Geschenk gab.

Auf nordbayern.de ist ein schöner Artikel mit einer Bildergalerie dazu erschienen.

Auch die FLZ hat in ihrer Ausgabe vom Montag, 17. Juli, über den HonigBienenMarktplatz berichtet:

Gefährdete Vielfalt

Der HonigBienenMarktPlatz ist beliebt. Auch heuer bummelten zahlreiche Besucher über den Bauernmarkt in Neustadt, der seit vielen Jahren an einem Samstag im Juli durch die Imkervereine der Region bereichert wird. Dann steht dort nicht nur die neue Honigernte zum Verkauf, sondern auch Leckereien rund um den Honig oder selbstgemachte Gesundheits- und Pflegeprodukte. Natürlich gibt es auch Informationen über Bienen und das Imkern.

Seit drei Jahren ist der Imkerverein Mittlerer Aischgrund beim HonigBienenMarktPlatz mit dabei und bietet Honig zum Verkauf und Verkosten, einen Pflanzenverkauf und ein Pflanzenquiz an. Doch die dort präsentierte Fülle an bunten Stauden und Wiesenblumen täuscht. Es kostet viel Zeit, auch nur zehn bis fünfzehn Bienenweide-Pflanzen aufzutreiben, die in der ersten Julihälfte blühen. Gerade bei gutem Wetter – und das war dem HonigBienenMarktPlatz heuer wieder beschert – werden viele Wiesen um diese Zeit gemäht, es wird Heu gemacht, Getreide gedroschen. Übrig bleiben kahlgeschorene Grünflächen und öde Maisfelder. Für den Imker bedeutet das: Nach der Honigernte muss er seine Bienen füttern. Sie finden selbst keine Nahrung mehr.

Auf dieses Problem machte auch der Imker-Kreisvorsitzende Matthias Rühl in einer kurzen Rede aufmerksam. Die Vielfalt, die auf dem HonigBienenMarktPlatz angeboten werde, sei gefährdet, mahnte er. „Äcker und Wiesen sind ohne Blüten – unsere Bienen verhungern!“, hieß es auch auf einem mitgebrachten Spruchband.

In der Tat ist gerade der ländlich geprägte Raum für Bienen und Imkern kein Paradies mehr. Darauf wiesen viele Aussteller beim HonigBienenMarktPlatz hin. Doch jeder kann etwas für die Bienen tun – mit pollen- und nektarspendenden Pflanzen beispielsweise, die in Schönheit und Pflegeleichtigkeit den sterilen Zuchtpflanzen oft überlegen sind.

Aber auch die Politik ist in der Pflicht, auf allen Ebenen. Denn Imker gehen nicht nur einem schönen Hobby nach, die Bestäubungsleistung ihrer Bienen leistet auch einen nicht unwesentlichen – kostenlosen! – Beitrag zu höheren Erträgen. Deshalb ist es umso unverständlicher, dass der Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim seine Jungimkerförderung drastisch kürzen will. Ist die Präsenz von Imkern und Bienen wirklich so selbstverständlich? Was passiert, wenn sich Vereine ihre Nachwuchsarbeit dann nicht mehr leisten können? Was passiert, wenn sich die jetzige Generation engagierter Imker einmal zur Ruhe setzt? Vielleicht müssen fränkische Obstbäume in Zukunft auch von Menschenhand bestäubt werden, wie es der Film „More than Honey“ am Beispiel von China eindrucksvoll zeigt.

HonigBienenMarktPlatz am 12.7.

Das Pflanzenquiz - hier ein Bild vom LAG-Fest im Vorjahr - wird es auf dem HonigBienenMarktPlatz auch geben. Foto: Silvia Schulte

Das Pflanzenquiz – hier ein Bild vom LAG-Fest im Vorjahr – wird es auf dem HonigBienenMarktPlatz auch geben. Foto: Silvia Schulte

Am kommenden Samstag, 12. Juli, summt es auf dem Neustädter Marktplatz: Der „HonigBienenMarktPlatz“ lädt von 9 Uhr bis 13 Uhr ein, Honig nicht nur zu verkosten und zu kaufen, sondern auch etwas über seine Entstehung und über Bienen und Imkerei im Allgemeinen zu erfahren. Erstmals ist bei diesem traditionellen Themenmarktplatz der Imkerverein Mittlerer Aischgrund mit dabei. An seinem Stand werden neben Honig auch bienenfreundliche Pflanzen zum Verkauf angeboten, außerdem gibt es einen Bienenschaukasten und ein Pflanzenquiz sowie viele Infos. Und natürlich kann man den angebotenen Honig auch verkosten. Es ist überraschend, wie viele Geschmacksvariationen er aufweist – je nachdem, zu welcher Jahreszeit die Bienen den Nektar gesammelt und welche Pflanzen sie dafür angeflogen haben. Das alles kann man schmecken, und es lohnt sich, das einmal zu probieren. Honig ist kein Lebensmittel „von der Stange“, sondern ein Naturprodukt mit einzigartigen Eigenschaften, das sich immer wieder anders zusammensetzt. Einige Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund haben sich in dieses Thema intensiv eingearbeitet und vor einigen Monaten eine Schulung besucht, in der die Geschmacksvielfalt von Honig die Hauptrolle spielte. Gerne werden sie den Marktbesuchern Tipps geben, wie man sich den Honig richtig auf der Zunge zergehen lässt, um die feinen Aromen zu entdecken. Wer dagegen den Honig einmal im „Urzustand“ probieren möchte, sollte den Wabenhonig versuchen, der aus der Naturbau-Beute am Lehrbienenstand geerntet wird.