Reges Interesse am HonigBienenMarktPlatz

Der HonigBienenMarktPlatz war für den Imkerverein Mittlerer Aischgrund ein voller Erfolg. Der Verkauf von Honig und Bienenweidepflanzen lief gut, viele Marktbesucher blieben auch für ein Schwätzchen am Stand stehen und testeten ihre Kenntnisse beim Pflanzenquiz, bei dem es wie immer als Dankeschön fürs Mitmachen ein Samentütchen mit „Insektenparadies“ als Geschenk gab.

Auf nordbayern.de ist ein schöner Artikel mit einer Bildergalerie dazu erschienen.

Auch die FLZ hat in ihrer Ausgabe vom Montag, 17. Juli, über den HonigBienenMarktplatz berichtet:

Advertisements

Gefährdete Vielfalt

Der HonigBienenMarktPlatz ist beliebt. Auch heuer bummelten zahlreiche Besucher über den Bauernmarkt in Neustadt, der seit vielen Jahren an einem Samstag im Juli durch die Imkervereine der Region bereichert wird. Dann steht dort nicht nur die neue Honigernte zum Verkauf, sondern auch Leckereien rund um den Honig oder selbstgemachte Gesundheits- und Pflegeprodukte. Natürlich gibt es auch Informationen über Bienen und das Imkern.

Seit drei Jahren ist der Imkerverein Mittlerer Aischgrund beim HonigBienenMarktPlatz mit dabei und bietet Honig zum Verkauf und Verkosten, einen Pflanzenverkauf und ein Pflanzenquiz an. Doch die dort präsentierte Fülle an bunten Stauden und Wiesenblumen täuscht. Es kostet viel Zeit, auch nur zehn bis fünfzehn Bienenweide-Pflanzen aufzutreiben, die in der ersten Julihälfte blühen. Gerade bei gutem Wetter – und das war dem HonigBienenMarktPlatz heuer wieder beschert – werden viele Wiesen um diese Zeit gemäht, es wird Heu gemacht, Getreide gedroschen. Übrig bleiben kahlgeschorene Grünflächen und öde Maisfelder. Für den Imker bedeutet das: Nach der Honigernte muss er seine Bienen füttern. Sie finden selbst keine Nahrung mehr.

Auf dieses Problem machte auch der Imker-Kreisvorsitzende Matthias Rühl in einer kurzen Rede aufmerksam. Die Vielfalt, die auf dem HonigBienenMarktPlatz angeboten werde, sei gefährdet, mahnte er. „Äcker und Wiesen sind ohne Blüten – unsere Bienen verhungern!“, hieß es auch auf einem mitgebrachten Spruchband.

In der Tat ist gerade der ländlich geprägte Raum für Bienen und Imkern kein Paradies mehr. Darauf wiesen viele Aussteller beim HonigBienenMarktPlatz hin. Doch jeder kann etwas für die Bienen tun – mit pollen- und nektarspendenden Pflanzen beispielsweise, die in Schönheit und Pflegeleichtigkeit den sterilen Zuchtpflanzen oft überlegen sind.

Aber auch die Politik ist in der Pflicht, auf allen Ebenen. Denn Imker gehen nicht nur einem schönen Hobby nach, die Bestäubungsleistung ihrer Bienen leistet auch einen nicht unwesentlichen – kostenlosen! – Beitrag zu höheren Erträgen. Deshalb ist es umso unverständlicher, dass der Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim seine Jungimkerförderung drastisch kürzen will. Ist die Präsenz von Imkern und Bienen wirklich so selbstverständlich? Was passiert, wenn sich Vereine ihre Nachwuchsarbeit dann nicht mehr leisten können? Was passiert, wenn sich die jetzige Generation engagierter Imker einmal zur Ruhe setzt? Vielleicht müssen fränkische Obstbäume in Zukunft auch von Menschenhand bestäubt werden, wie es der Film „More than Honey“ am Beispiel von China eindrucksvoll zeigt.

Honigernte: Gemischte Bilanz

So vielfältig wie am Lehrbienenstand blüht es auf den meisten Wiesen in der Region nicht. Attraktive Pflanzen, die den Bienen Nahrung bieten, stellt der Verein beim HonigBienenMarktPlatz am 9. Juli in Neustadt vor.

So vielfältig wie am Lehrbienenstand blüht es auf den meisten Wiesen in der Region nicht. Attraktive Pflanzen, die den Bienen Nahrung bieten, stellt der Verein beim HonigBienenMarktPlatz am 9. Juli in Neustadt vor.


War 2016 ein gutes Honigjahr? Die vorläufige Bilanz beim Imkerverein Mittlerer Aischgrund fällt gemischt aus. Je nach Standort trugen die Völker tüchtig ein, doch es fielen auch viele Schwärme, bei denen sich das Wirtschaftsvolk mit Sammelbienen und „Treibstoff“ aus dem Staub machte – spärlich gefüllte Honigräume waren die Folge. Dazu kamen Trachtlücken und kühle Tage, an denen die Bienen ihre frisch angelegten Vorräte gleich selbst wieder verbrauchten.

Doch beim HonigBienenMarktPlatz am Samstag, 9. Juli, von 9 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz in Neustadt wird auf jeden Fall genügend Honig am Vereins-Verkaufsstand zur Auswahl stehen. Darüber hinaus dürfen die Marktbesucher ihre botanischen Kenntnisse beim Pflanzenquiz auf die Probe stellen, das der Imkerverein Mittlerer Aischgrund nun schon zum dritten Mal anbietet und das stets ein besonderer Hingucker ist. Also: Vorbeikommen lohnt sich!

Am Lehrbienenstand steht inzwischen alles für die Varroabehandlung bereit, deren Beginn der Landkreis NEA per Verordnung für den 15. Juli festgesetzt hat. Vorher hoffen die Imker natürlich noch auf ein letztes bisschen Tracht, denn in den kommenden Tagen soll der Sommer ja wirklich kommen…

Die Schubladen für die Diagnose des Varroa-Befalls stehen bereit und werden bald zum Einsatz kommen. F.: Schulte

Die Schubladen für die Diagnose des Varroa-Befalls stehen bereit und werden bald zum Einsatz kommen. F.: Schulte

Seit dem Vorjahr erfolgt die Varroa-Sommerbehandlung der Bienenvölker am Vereins-Lehrbienenstand mit dem Nassenheider-Verdunster „Professional“. Das System ermöglicht eine kontinuierliche Behandlung über einen Zeitraum von zwei Wochen, die nach Bedarf noch ein- oder zweimal wiederholt werden muss. Der ursprünglich für kommenden Mittwoch, 6. Juli, im Gasthaus Goldene Traube in Dachsbach angesetzte Varroalehrgang, der das Thema ausführlich vorbereiten sollte, muss aus Krankheitsgründen jedoch leider entfallen. Er wird aber baldmöglichst nachgeholt, der Termin wird im nebenstehenden Kalender angekündigt.

Erfolgreiche Honigernte

Die Lehrbienen waren fleißig. Beim HonigBienenMarktPlatz wurden sowohl Frühjahrs- als auch Sommerhonig gut verkauft.

Die Lehrbienen waren fleißig. Beim HonigBienenMarktPlatz wurden sowohl Frühjahrs- als auch Sommerhonig gut verkauft.

Beim HonigBienenMarktPlatz in Neustadt am Samstag Vormittag drehte sich, wie der Name schon sagt, alles um den Honig. Vor allem der ganz frisch geerntete, dunkle Lehrbienenhonig fand großen Anklang – sowohl bei der Verkostung als auch im Verkauf. Neugierig waren die Marktbesucher auch auf das Pflanzenquiz. Rund 60 Teilnehmer stellten ihre Kenntnisse über Bienenpflanzen unter Beweis und erhielten als Dankeschön ein Tütchen mit einer Bienenpflanzen-Samenmischung.

So schön können Trachtpflanzen blühen.

So schön können Trachtpflanzen blühen. Fotos: Silvia Schulte

Trotzdem geht für die Bienen das Trachtangebot langsam zu Ende. An manchen Standorten blühen für die Honigsammlerinnen zwar noch Klee, Luzerne oder Phacelia, doch ebenso häufig stehen die Völker neben abgemähten Wiesen oder Maisfeldern. Viele Imker hoffen allerdings noch auf eine Waldtracht. Allzulange sollte die aber nicht auf sich warten lassen, denn bald ist es Zeit für die Varroabehandlung. Das Veterinäramt NEA hat für die Sommerbehandlung mit Ameisensäure den Zeitraum vom 15. bis 31. Juli vorgeschlagen.

Lehrgang zum Thema Varroa

Wie die unbedingt notwendige Varroabehandlung durchgeführt wird, erläutert Gerhard Kolb am Sonntag, 19. Juli, in einem Lehrgang von 10 bis 13 Uhr am Lehrbienenstand. Dabei werden verschiedene Methoden vorgestellt, von der klassischen Schwammtuchbehandlung über die Anwendung der praktischen Langzeitverdunster bis zu Thymolpräparaten. Vor- und Nachteile werden aufgezeigt und die Anwendung erklärt, so dass jeder Imker entscheiden kann, welche Methode für ihn am praktikabelsten ist.

Zur Varroabehandlung gehört auch, den Befallsgrad der Völker im Blick zu behalten. Bisher, so scheint es, sind die Völker am Lehrbienenstand nicht übermäßig stark belastet. Doch das Bauchgefühl kann täuschen. Deshalb wurden bei den Vereinsvölkern nun die Varroawindeln eingeschoben. Auf diesen weißen Bodenbrettern kann man die winzigen Parasiten einigermaßen gut erkennen und kann anhand des natürlichen Milbenfalls pro Tag auf die Anzahl der Milben im gesamten Bienenvolk schließen.

Die FLZ hat über den HonigBienenMarktPlatz berichtet:

FLZ_13_07_2015

 

Systematisch gegen Varroa vorgehen

Die Lupe hilft beim Auszählen der winzigen Varroamilben.

Die Lupe hilft beim Auszählen der winzigen Varroamilben.


Der letzte Honig ist geerntet, nun steht die Varroabehandlung und im Anschluss das Auffüttern der Völker im Vordergrund. Erst letzte Woche erging in der Fränkischen Landeszeitung der Aufruf an alle Imker im Kreis, möglichst gleichzeitig mit der Varroabehandlung zu beginnen, um eine Reinvasion zu vermeiden. Als Behandlungsbeginn wurde der 12. Juli vorgeschlagen, mindestens drei Wochen in Folge soll danach im Wochenabstand mit 60-prozentiger Ameisensäure behandelt werden. Am Lehrbienenstand wurde das gleich praktiziert. Bereits vor einigen Tagen wurden die Bruträume auf einen Raum heruntergedrückt. Gleichzeitig hatten die Bienen schon ein bis zwei Liter Zuckerwasser pro Volk als Reizfütterung erhalten. Das regt die Königin verstärkt dazu an, in Eiablage zu gehen und die Winterbienen zu erbrüten. Diese sollen möglichst frei von Varroamilben sein.

Die Infotafel zeigt genau, wie man bei der Varroabekämpfung am besten vorgeht.

Die Infotafel zeigt genau, wie man bei der Varroabekämpfung am besten vorgeht.

Deshalb beginnt nun die Behandlung mit Ameisensäure – sie dringt auch in die verdeckelten Brutzellen ein.
Ein bisschen Vorbereitung muss aber sein. Die Ameisensäure darf nicht zu schnell verdunsten, deshalb soll sie vor der Anwendung gut gekühlt werden. Man benötigt für die Behandlung von oben 2 ml, für die Behandlung von unten 3 ml pro Wabe, also insgesamt 20 bzw. 30 ml für ein einräumiges Zandervolk. Die Säure wird VORSICHTIG (säurefeste Handschuhe, Schutzbrille, festes Schuhwerk, Wasser in Reichweite) abgemessen und auf ein Haushalts-Schwammtuch aufgeträufelt. Das Schwammtuch legt man entweder oben auf die Waben oder unten unter den Gitterboden – je nachdem, für welche Methode man sich entschieden hat. Die Bienen am Lehrbienenstand nahmen die Behandlung allerdings nicht besonders wohlwollend auf – sie brausten förmlich aus dem Flugloch. Verständlich, denn die verdunstende Säure ist ein „harter Brocken“ für die Insekten. Doch nur die konsequente Behandlung, die in der ganzen Region zeitgleich vorgenommen wird, sichert das Überleben der Bienen im kommenden Winter.

Praktisch: Die Gemüllwindel wurde in Abschnitte eingeteilt und die jeweils gezählten Milben einfach dort hineingeschrieben.

Praktisch: Die Gemüllwindel wurde in Abschnitte eingeteilt und die jeweils gezählten Milben einfach dort hineingeschrieben. Fotos: Silvia Schulte

Dass 2014 ein starkes Varroa-Jahr wird, war den meisten Imkern schon klar. Wie heftig der Befall jedoch in einigen Völkern ist, führte das Auszählen der natürlich abgefallenen Milben auf den eingelegten Windeln vor Augen. Über 100 der Parasiten lagen in einem Volk auf der Unterlage! Die Ameisensäurebehandlung, die am Lehrbienenstand begonnen hat, wird nun Woche für Woche fortgeführt. Dabei werden wir jedes Mal die Menge der abgefallenen Milben kontrollieren. Es muss sichergestellt sein, dass am Ende der Behandlung keine Varroamilben mehr im Volk sind, so dass wir unbelastete, gesunde Winterbienen bekommen.