Greening-Umfrage: Eine Chance für Bienen und Imker

PhaceliaGreening – was ist das eigentlich? So mancher hat vielleicht schon davon gehört, aber wer nicht gerade Landwirt ist, kann sich wenig darunter vorstellen. Dabei ist das Thema für Imker äußerst wichtig: Es geht um Trachtmöglichkeiten für unsere Bienen, aber auch um das richtige Timing.

Als Teil der EU-Agrarpolitik soll das Greening für eine Verbesserung von Natur und Umwelt sorgen. Zu den Maßnahmen, die es von den Landwirten fordert, gehört u.a. die Schaffung sogenannter „ökologischer Vorrangflächen“, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden dürfen und stattdessen z.B. mit Zwischenfrüchten bebaut werden können.

Im vergangenen Jahr konnte man erstmals in großem Ausmaß solche Flächen sehen. Sonnenblumen, Phacelia oder gelber Senf blühten bis spät in den November hinein. Aber leider erst, nachdem der Sommer schon vorbei war und sich die Bienenvölker auf die Winterruhe vorbereiten und brutlos werden sollten. Im letztjährigen Herbst und Winter und auch heuer wurden diese Pollenquellen an milden Tagen fleißig angesteuert – die Winterbienen flogen sich dadurch in wenigen Wochen buchstäblich zu Tode.

Warum blühen diese pollenspendenden Zwischenfrüchte erst so spät im Jahr? Daran ist die EU-Verordnung schuld. Sie schreibt den Landwirten vor: „Die Aussaat  muss zwischen 16.07. und 01.10. erfolgen.“ Unterpflügen darf man die Zwischenfrüchte ab Mitte Januar. Mit einer früheren Aussaat wäre das Greening wohl auch für die Bienen ein Erfolgsmodell – so eher nicht.

Anlässlich einer Online-Umfrage der EU-Kommission zum Greening, die noch bis 8. März läuft, kann jeder Interessierte seine Erfahrung mit den Maßnahmen äußern und sich außerdem dafür stark machen, dass die Aussaat von Bienenweide im Vergleich zu anderen Zwischenfrüchten für die Landwirte attraktiver wird. Diese Möglichkeit sollten wir Imker nutzen! Auch wenn das Bürokratendeutsch ziemlich abschreckend ist: Es geht um eine Sache, von der wir etwas verstehen! Lasst euch also nicht einschüchtern und macht mit.

Anbei das Positionspapier des Landesverbands Bayerischer Imker. Dort kann man sich ein paar nützliche Argumente und Ausfüllhilfen für die Online-Konsultation holen.

Positionspapier

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Bienenweide im „Greening“

In der November-Ausgabe des „Imkerfreunds“ wird ein Artikel erscheinen, der darüber berichtet, wie Landwirte und Imker zusammenarbeiten, um das ab kommendem Jahr von der EU in der Landwirtschaft vorgeschriebene „Greening“ bienenfreundlich zu gestalten.

Am 30. September 2014 trafen sich Vertreter des Landwirtschaftsamtes, der LWG, des Bauernverbandes, der Imker und Naturschützer an einer der Blühflächen, die im Rahmen des Projekts „Bienenweide im Greening“ von einem Landwirt angesät wurden. „Imkerfreund“-Redakteurin Dr. Kerstin Neumann war beim Ortstermin dabei und berichtet in ihrem Artikel über das beispielhafte Projekt, das direkt vor unserer Haustür ins Leben gerufen wurde – im Einzugsgebiet des Imker-Kreisverbandes Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Mirjam Prechtel-Knapp, Vorsitzende unseres Imkervereins Mittlerer Aischgrund, wirkt daran mit.

Hier kann man den Bericht aus dem „Imkerfreund“ aufrufen:
Projekt Neustadt Bienenweide