Uehlfeld: Royale Geburt steht kurz bevor!

In Uehlfeld tut sich was: diesmal ganz konkret in der Figurenbeute Veit-vom-Berg an der Hauptstraße des Ortes.

Das hier seit letztem Mai lebende Bienenvolk hat erfreulicherweise den Winter überlebt und sich im milden Frühling bisher prächtig entwickelt – beste Voraussetzungen für Nachwuchs.

Wie im Bild gut zu sehen ist, haben die Bienen Weiselzellen gebaut, das sind große langgezogene Gebilde am Rand der Bienenwaben, eine davon ist auf dem Foto (mittig) zu sehen.

Sobald diese Königinnenwiegen verdeckelt, also von den Bienen komplett verschlossen werden, dauert es noch 8 Tage, bis die junge Königin mit ihrem Umwandlungsprozess fertig ist und schlüpfen kann. Spätestens beim Schlupf der ersten Jungkönigin wird die Königin-Mutter mit einem Großteil des Volkes ausziehen und sich eine neue Behausung suchen.

Es wird also in Kürze Schwarmstimmung sein in Uehlfeld.

Wer ein solches faszinierendes Naturereignis beobachtet, kann sich glücklich schätzen und sollte es staunend genießen. Zu fürchten braucht man sich vor einem Bienenschwarm nicht, die Bienen sind bei diesem Ereignis voll auf sich selbst fixiert, so dass sie kein bisschen angriffslustig sind.

Die junge Königin bleibt in der fertig ausgebauten Bienenwohnung und gründet ein neues Volk. Zunächst wird man am Flugloch viele Drohnen, die Bienenmänner beobachten können. Diese sind viel größer als die Sammelbienen und wirken etwas tollpatschig, wenn sie vor dem Eingang herumbrummen. Die Drohnen gibt es auch nur zur Paarungszeit der Bienen. Mit ihnen und Drohnen von anderen Bienenvölkern wird sich die junge Königin dann in den nächsten 2 Wochen auf den Hochzeitsflug begeben. Die Begattung erfolgt bei den Bienen während des Fluges, doch die Sammelplätze sind geheim, d.h. nicht einmal Imker, die schon jahrzehntelang mit Bienen umgehen, haben dies je beobachten können.

Foto und Text: Miri

(Dieser Bericht ist am 25. April 2014 in der FLZ erschienen) FLZ_Artikel_2014_April_25

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Vereinsjubiläum und Kreisimkertag am 15. und 16. März

Im Rahmen des Kreisimkertages kann man die Figurenbeute "Veit vom Berg" näher betrachten. Foto: Silvia Schulte

Im Rahmen des Kreisimkertages kann man die Figurenbeute „Veit vom Berg“ näher betrachten. Foto: Silvia Schulte

In diesem Jahr feiert der Imkerverein Mittlerer Aischgrund sein 125-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass richtet er heuer den Kreisimkertag aus, zu dem Imkerkollegen aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus, aber auch interessierte Bienenfreunde und Besucher herzlich eingeladen sind.  (Hier geht es zum Festprogramm – bitte klicken.)  Der Vortrag über „Wesensgemäße Bienenhaltung“ am Sonntag, 16. März, richtet sich deshalb durchaus nicht nur an Fachleute.  Referent Markus Hilfenhaus ist Mitglied des Vereins „Mellifera„, der sich für wesensgemäße, nachhaltige und ökologische Bienenhaltung einsetzt und unter anderem mit Initiativen wie der „Bienenkiste“ für einfache Bienenhaltung oder dem „Netzwerk Blühende Landschaft“ bekannt geworden ist. Weiterlesen

Herbstzeit ist Erntezeit – auch für die Bienen


Am Lehrbienenstand ist inzwischen Ruhe eingekehrt. Alle Völker sind eingewintert und die Temperaturen laden nicht mehr dazu ein, sich Sonntagsmorgens um 10 Uhr im Freien zu treffen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Bienen schon untätig sind. Gerade jetzt, so scheint es, fliegen sie zum Endspurt aus, um sich vor dem Winter noch mit Pollenvorräten einzudecken.

Zwar blühen nur noch wenige Wildpflanzen, denn die Felder inzwischen abgeerntet und die Wiesen ein letztes Mal gemäht worden. Doch dafür sind fast alle Stauden und Sträucher, die trotz der ersten Raureif-Nächte jetzt noch Blüten tragen, hervorragende Pollenspender: Ringelblumen, Malven, Astern, Sonnenhut, Storchschnabel, Borretsch, Johanniskraut, Knöterich, Efeu und vieles mehr… Fast scheint es, als wäre der Tisch für die Bienen jetzt reicher gedeckt als im Frühsommer.

Ein Rundgang durch den eigenen Garten oder ein Blick in den des Nachbarn zeigt, dass das Angebot gut angenommen wird. Wann immer es die Temperaturen zulassen, werden die Blüten besucht. Vor allem in alten Efeuhecken summt es jetzt den ganzen Tag über. Nicht nur auf Bienen, auch auf viele andere Insekten üben die kugelförmigen Blütenstände des Efeu eine geradezu magische Anziehungskraft aus.

Die Bienen in der Figurenbeute „Martin Bauer“ im Kräutergarten in Vestenbergsgreuth sind ebenfalls noch aktiv. Sie stehen gut geschützt im Windschatten des Firmengebäudes und finden abwechslungsreiche Nahrung direkt vor der Tür – ein echtes Schlaraffenland. Über die Figurenbeuten und den 24 Kilometer langen Kräuterrundweg, der durch die Anbaugebiete der „Kräutergemeinden“ Vestenbergsgreuth, Lonnerstadt und Uehlfeld führt, wird das Bayerische Fernsehen am 21. Oktober um 19 Uhr in seiner Sendung „Unkraut“ berichten. Gut möglich, dass in diesem Zusammenhang auch der Imkerverein Mittlerer Aischgrund erwähnt wird…

Besuch bei Veit vom Berg

Das Bienenvolk in der Figurenbeute "Veit vom Berg" sitzt brav auf seinen im Naturbau errichteten Waben.

Das Bienenvolk in der Figurenbeute „Veit vom Berg“ sitzt brav auf seinen im Naturbau errichteten Waben.


Die Bienen in der Figurenbeute „Veit vom Berg“ vor der Kirche in Uehlfeld dürfen „frei nach der Natur“ bauen, aber auf den Winter müssen sie genauso vorbereitet werden wie die Bienen in Magazinbeuten. Dazu gehören Varroabehandlung und -kontrolle, aber auch das Einfüttern. Die eingelagerte Futtermenge lässt sich in der Figurenbeute natürlich nicht so gut bestimmen wie in einer herkömmlichen Beute, da hier nur eine Sichtkontrolle möglich ist.

Der erste Blick auf das kleine Flugloch überrascht: Ganz emsig tragen die Veit-vom-Berg-Bienen Pollen ein. Fast jede ankommende Flugbiene trägt dicke Pollenhöschen; die Farben reichen von blassgelb bis tiefrot. Offenbar sind verschiedene Pollenspender in der Nähe. Nachdem die rückwärtige Tür der Figurenbeute geöffnet ist, kann man den beeindruckenden Naturwabenbau aus nächster Nähe betrachten. Und das in aller Ruhe, denn kaum eine Biene fliegt auf. Das harmonische Bild trügt allerdings. Beim genauen Hinschauen entdecken wir einen Drohn, der gerade unsanft aus der Figurenbeute hinausgeworfen wird. Zwar bemüht er sich eifrig, wieder durchs Flugloch in die Beute zu schlüpfen, aber es gelingt ihm nicht.

Natürlich drehen sich die Gespräche der Imker nicht nur um die Figurenbeute, sondern auch um die eigenen Völker. Viele von uns haben heuer bei der ersten und zweiten Ameisensäurebehandlung nur wenige Varroamilben gezählt – aber mit der dritten Behandlung kam das dicke Ende! Eine konsequente Weiterbehandlung ist also dringend notwendig, wenn die Völker gesund in den Winter gehen sollen.

Es wird noch Pollen eingetragen. Fotos: Silvia Schulte

Es wird noch Pollen eingetragen. Fotos: Silvia Schulte

Richtig füttern

Winterspeck brauchen Bienen zwar nicht, aber genügend Vorrat, um in der kalten Jahreszeit und vor allem zu Beginn des nächsten Frühjahrs davon zehren zu können. Bis zur Tag- und Nachtgleiche im Herbst sollte die Fütterung abgeschlossen sein und das Volk über etwa 1,5 kg Futter pro Wabe verfügen. Die Gesamtbedarf an eingelagertem Winterfutter beträgt nach Angabe der LWG Bayern im Durchschnitt bei einzargigen Völkern (Zanderbeute) 15 kg, bei zweizargigen Völkern 18-22 kg. Erfahrene Imker können das Gewicht durch Anheben der Zargen schätzen, genauer ist allerdings die Messung mit Hilfe einer Federwaage. Wer mehr zur Winterfütterung wissen will, findet im beigefügten Merkblatt der LWG Bayern viele gute Informationen: Winterfütterung

Am kommenden Sonntag, 1. September, statten wir dem Bienenvolk von "Veit vom Berg" einen Besuch ab. Foto: Silvia Schulte

Am kommenden Sonntag, 1. September, statten wir dem Bienenvolk in der Figurenbeute „Veit vom Berg“ einen Besuch ab. Foto: Silvia Schulte

Auch wenn die Versuchung anlässlich des vielen „Zementhonigs“ groß ist: Auf keinen Fall sollte Waldhonig als Winterfutter in den Beuten gelassen werden. Der ballaststoffreiche Melezitosehonig belastet die Kotblase der Winterbienen, es besteht die Gefahr, dass das Volk an Nosema oder Ruhr erkrankt. Futterkränze mit Melizitosehoniganteilen sollten möglichst an den Rand, weit vom Brutnest entfernt, gehängt werden: Dann können die Bienen sie nicht schon zu Beginn des Winters erreichen, sondern erst, wenn sie wieder nach draußen können.

Natürlich müssen auch die „Naturvölker“ in den Figurenbeuten gegen Varroa behandelt und eingefüttert werden. Zwar wurde ihnen kein Honig entnommen, aber die Nektarversorgung im Spätsommer ist – wie wir alle wissen – gerade im ländlichen Raum nicht ideal. Wie es dem Volk im Bauch der Figurenbeute „Veit vom Berg“ geht, werden wir am kommenden Sonntag, 1. September, mit eigenen Augen sehen können. Wir treffen uns dort ab 11 Uhr. Für alle, die noch nicht da waren: die Figurenbeute steht direkt vor der Kirche in Uehlfeld.