Höchste (Schwarm)zeit!

Im Vorjahr haben die Bienen in der Oberträgerbeute (Top Bar Hive) dieses Wabenwerk gebaut – das Volk wurde aber im Herbst mit anderen vereinigt. Nun soll wieder ein Schwarm einziehen. F.: Schulte


Die Futterversorgung ist sichergestellt, jetzt denken die Bienen an die Vermehrung. Zum Leidwesen der Imker bedeutet das: sie wollen schwärmen. Zieht ein Schwarm mit der alten Königin aus, bleibt ein Volk auf Ablegerniveau zurück. Die junge Königin muss erst noch schlüpfen, heranwachsen und begattet werden, bevor sie den „Motor“ des Biens wieder ankurbeln kann. Die mit ihr im Stock zurückgebliebenen Arbeiterinnen sind Pflegebienen, die noch keinen Honig sammeln. Wird der Schwarm nicht eingefangen, kann er in der Natur nicht lange überleben, da ihm die Varroamilbe zusetzt.

Aus imkerlicher Sicht ist eine Schwarmverhinderung also sinnvoll. Und genau jetzt ist der Zeitpunkt dafür gekommen. Die ersten Schwärme sind schon gefallen, und trotz sorgfältiger und regelmäßiger Kontrolle gelingt es nicht immer, alle Weiselzellen zu entdecken und auszubrechen. Unter den zahlreichen Methoden der Schwarmverhinderung muss je nach Voraussetzung (Wetter etc.) die geeignete ausgewählt werden. Zu den effektivsten gehört das Bilden eines Zwischenablegers.

Hand in Hand mit der Schwarmvorbeuge geht die Ablegerbildung und Königinnenzucht. Am Lehrbienenstand ist es am Pfingstsonntag soweit. Zuchtstoff der Reinzuchtkönigin wird umgelarvt, und jeder kann sich ein gefülltes Weiselnäpfchen mitnehmen und von seinen eigenen Bienen anpflegen lassen.

Am kommenden Sonntag ist am Lehrbienenstand übrigens ausnahmsweise nichts los. Zur Gänsmarktkerwa in Uehlfeld stehen die Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund nämlich mit einem Stand neben der Figurenbeute „Veit vom Berg“, gegenüber vom Gasthof Prechtel. Vorbeischauen lohnt sich!

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Bienenschwarm überm Gänsmarktstand

Gänsmarkt-Kerwa
Den Besuchern der Gänsmarkt-Kerwa in Uehlfeld wurde am Stand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund neben der Figurenbeute „Veit vom Berg“ ein ganz besonderes Schauspiel zuteil: Ein Bienenschwarm hatte sich hoch im Geäst des mächtigen Ahorns niedergelassen, unter dem der Vereinsstand aufgebaut war. Vom Morgen bis zum frühen Nachmittag schaukelte der recht kleine Schwarm dort im Wind, bis er gegen 14 Uhr weiterzog.

Dieser Bienenschwarm hing in luftiger Höhe direkt über dem Stand auf der Gänsmarkt-Kerwa.

Dieser Bienenschwarm hing in luftiger Höhe direkt über dem Stand auf der Gänsmarkt-Kerwa.

Trotzdem gab es am Vereinsstand noch genug zu sehen. Die Figurenbeute war geöffnet, so dass Besucher einen Blick auf den Naturbau werfen konnten. Vor allem Kinder waren davon fasziniert und ließen sich anschließend den Wabenhonig schmecken. Auch die verschiedenen Honige, die zum Verkauf angeboten wurden, konnten verkostet und die Vielfalt der Aromen und Farben verglichen werden. Viel Anklang fanden auch die selbstgemachten Lippenpflegestifte sowie Propolistinktur.

Imker und Bienen in den Startlöchern

Das Kribbeln in den Imkerfingern wird langsam unerträglich. Wann wird es endlich wärmer, so dass die Völker endlich gründlich durchgesehen werden können.

Für länger andauernde Arbeiten am Bienenvolk sollte man sich unbedingt noch  gedulden, bis die Völker ihren Reinigungsflug gemacht haben. Dies geschieht an einem sonnigen, windstillen Tag, wenn die Temperaturen ein paar Stunden über 10°C liegen. Beim sogenannten Reinigungsflug leeren die Bienen ihre Kotblase, denn aus hygienischen Gründen koten die Bienen in ihrer Behausung nicht ab, sondern „verkneifen“ es sich im Winter monatelang, bis es endlich wieder warm genug ist um draußen aufs Clo zu gehen. Versetzt man ein Bienenvolk durch zu frühe Störung in Unruhe, bevor es den Reinigungsflug gemacht hat, dann koten die Bienen vor lauter Aufregung doch im Stock ab, was zu unnötiger Keimbelastung  und Verunreinigung dieser Völker führt.

Bei uns im Aischgrund haben manche Völker, die einen sonnigen und windgeschützten Standplatz haben, ihren Reinigungsflug bereits gemacht, andere aber noch nicht.

Um zu kontrollieren, ob ein Volk noch ausreichend Futter hat, genügt es, den Deckel zu heben und zu schauen, ob sich im oberen Bereich noch verdeckelte Futterwaben befinden. Hierzu verweisen wir auf unseren Beitrag „Leiden meine Bienen Hunger“.

Veit vom Berg hat seine Schützlinge wieder gut über den Winter gebracht

Veit vom Berg hat seine Schützlinge wieder gut über den Winter gebracht

Von unserer Figurenbeute „Veit-vom-Berg“ gibt es Positives zu vermelden: das Bienenvolk hat den Winter überlebt!

Gänsmarktkerwa in Uehlfeld – Reges Interesse für Bienen und Honig

Am vergangenen Sonntag hatte der Imkerverein Mittlerer Aischgrund e.V. anlässlich der Gänsmarktkerwa in Uehlfeld die Figurenbeute des Veit-vom-Berg geöffnet. Die Vereinsmitglieder konnten sich über ein reges Interesse und viele Besucher freuen.

Erstaunte Ausrufe: „So etwas habe ich noch nie gesehen!“ konnte man des öfteren von Besuchern hören, die einen Blick ins Innere der Figurenbeute wagten. Das „Innenleben“ eines Bienenvolkes mit den selbstgebauten Waben sowie das Treiben der Bienen, die Pollensammlerinnen mit den verschieden-farbigen Höschen sowie die Drohnen sind für Laien und auch für Imker ein faszinierender Anblick. Die Gelegenheit, sich dies live anzusehen haben am Sonntag viele Besucher genutzt.

Zudem wurde von Mitgliedern des Vereins frischer Wabenhonig zum Naschen angeboten, ein Geschmackserlebnis ganz besonderer Art: frischer und naturbelassener kann man Honig nicht bekommen. Den „Kaugummi der Antike“ wie der Wabenhonig auch genannt wird, isst man, indem man sich ein Stück Wabe, gefüllt mit Honig abschneidet und komplett in den Mund steckt. Der Honig wird dann im Mund ausgepresst und ausgelutscht. Was übrig bleibt, ist reines Bienenwachs, dieses kann ausgespuckt, oder auch verschluckt werden, es geht unverdaut wieder aus dem Körper heraus.

Den Wabenhonig hatten wir am Samstag ganz frisch aus unserem Bienenvolk im Top-bar-hive, welches am Lehrbienenstand steht, herausgenommen. Kinder wie Erwachsene waren von dieser Kostprobe begeistert.

Zum Mitnehmen gab es auch noch Samentütchen geschenkt, der Inhalt ist eine Mischung von Saatgut, die Bienen und Insekten Nahrung bietet. Wer dieses „Insektenparadies“ im Garten, Blumentopf oder Balkonkasten aussät, hilft den Bienen aktiv und sorgt dafür, dass Bienen, aber auch andere Insekten wie Hummeln, Schmetterlinge und Wildbienen im Sommer und Herbst Nahrung finden.

Bild und Text by Miri!

Uehlfeld: Royale Geburt steht kurz bevor!

In Uehlfeld tut sich was: diesmal ganz konkret in der Figurenbeute Veit-vom-Berg an der Hauptstraße des Ortes.

Das hier seit letztem Mai lebende Bienenvolk hat erfreulicherweise den Winter überlebt und sich im milden Frühling bisher prächtig entwickelt – beste Voraussetzungen für Nachwuchs.

Wie im Bild gut zu sehen ist, haben die Bienen Weiselzellen gebaut, das sind große langgezogene Gebilde am Rand der Bienenwaben, eine davon ist auf dem Foto (mittig) zu sehen.

Sobald diese Königinnenwiegen verdeckelt, also von den Bienen komplett verschlossen werden, dauert es noch 8 Tage, bis die junge Königin mit ihrem Umwandlungsprozess fertig ist und schlüpfen kann. Spätestens beim Schlupf der ersten Jungkönigin wird die Königin-Mutter mit einem Großteil des Volkes ausziehen und sich eine neue Behausung suchen.

Es wird also in Kürze Schwarmstimmung sein in Uehlfeld.

Wer ein solches faszinierendes Naturereignis beobachtet, kann sich glücklich schätzen und sollte es staunend genießen. Zu fürchten braucht man sich vor einem Bienenschwarm nicht, die Bienen sind bei diesem Ereignis voll auf sich selbst fixiert, so dass sie kein bisschen angriffslustig sind.

Die junge Königin bleibt in der fertig ausgebauten Bienenwohnung und gründet ein neues Volk. Zunächst wird man am Flugloch viele Drohnen, die Bienenmänner beobachten können. Diese sind viel größer als die Sammelbienen und wirken etwas tollpatschig, wenn sie vor dem Eingang herumbrummen. Die Drohnen gibt es auch nur zur Paarungszeit der Bienen. Mit ihnen und Drohnen von anderen Bienenvölkern wird sich die junge Königin dann in den nächsten 2 Wochen auf den Hochzeitsflug begeben. Die Begattung erfolgt bei den Bienen während des Fluges, doch die Sammelplätze sind geheim, d.h. nicht einmal Imker, die schon jahrzehntelang mit Bienen umgehen, haben dies je beobachten können.

Foto und Text: Miri

(Dieser Bericht ist am 25. April 2014 in der FLZ erschienen) FLZ_Artikel_2014_April_25