Bald brauchen die Bienen Platz

Kein Flugbetrieb – es ist zu kalt. Vereinsvorsitzender Gerhard Kolb (l.) wärmt eine halb erstarrte Biene, die sich doch aus dem Stock gewagt hat. F.: Schulte


Nichts tut sich vor den Fluglöchern – es ist zu kalt. Eine Biene hat sich trotzdem vorgewagt, nun hockt sie erstarrt auf dem Anflugbrett und lässt sich nur durch Anhauchen „wiederbeleben“. Eng zusammengezogen sitzen die Bienen kompakt im Brutnest und wärmen die Brut. Doch die wird bald zahlreich schlüpfen, und dann brauchen die Bienen Platz. Falls noch nicht geschehen, sollten Drohnenwaben eingehängt und Honigräume aufgesetzt werden.

Bekommen die Bienen diesen Platz nicht rechtzeitig, erwacht die Schwarmlust. Stellt man bei der Kontrolle fest, dass alle Wabengassen gut mit Bienen besetzt und mehrere Waben mit gedeckelter Brut vorhanden sind, muss also erweitert werden. Dafür werden ausgebaute Waben und Mittelwände gegeben. Letztere werden gerade durch den im April erwachenden Bautrieb der Völker zügig ausgebaut. Als Waben im Honigraum kommen nur Mittelwände oder unbebrütete Waben zum Einsatz. Dabei werden die ausgebauten Waben in die Mitte gehängt, die Mittelwände rechts und links davon.

Wer seine Mittelwände nicht selbst herstellt, hat ab 15. Mai übrigens in der Region wieder eine neue Bezugsquelle. Die „Bienenstube“ in Obernzenn (Brachbach 8a) hat den Warenbestand vom Imkereibedarf Betz übernommen. In seinem Informationsschreiben an die Imkervereine zur Neueröffnung bittet Inhaber Rüdiger Göppel um telefonische Vorabanfrage (09844-978441), damit das Material auch in der gewünschten Menge vorhanden ist.

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Die Bienen ziehen um

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Palmsonntag, Mistwetter und Zeitumstellung – kein Wunder, dass sich die Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund beim Lehrbienenstand-Saisonstart rar machten. Nach der langen Winterpause sah es dort in der Tat noch nicht besonders einladend aus. Aber das lag natürlich auch an den Bauarbeiten, die fleißige Helfer in den letzten Wochen dort in Angriff genommen hatten und die noch im Gange sind. Der Lehrbienenstand soll nämlich erweitert werden. Während am Unterstand der Imker noch gewerkelt werden muss, standen die neuen Bienen-Behausungen schon bereit. Ein Volk wurde deshalb gleich umgehängt.

Bei der Durchsicht zeigte sich: Es sind genügend Vorräte für die Bienen vorhanden. Das Volk hatte sich noch nicht nach oben vorgearbeitet, dort gab es volle Futterwaben. Zwei davon wurden gleich angeritzt und nach unten in den Brutraum gehängt, damit der Honig zügig umgetragen und die Waben schnell bebrütet werden können. Es war sogar schon frischer Nektar eingetragen worden – von der Salweide! Und die Königin hatte während der letzten Wochen fleißig gebrütet. Es gab Brut in allen Stadien.

Nach dem Umhängen der Waben krabbelten im Boden der alten Beute noch einige  Bienen herum – eine davon mit rotem Punkt. Was für ein Schreck! Die Königin war unbemerkt auf das Bodengitter gefallen, und Begleitbienen waren emsig bemüht, sie zu wärmen. Nach dem Zurücksetzen ins Volk wurde die Königin sofort von einem ganzen Heer von Bienen umsorgt und hat den unfreiwilligen Ausflug ins Freie hoffentlich gut überstanden.

Eine gute Nachricht gab es bei der Naturbeute: Beide Völker in der „Top Bar Hive“ haben den Winter überlebt.

Die Bienen fliegen wieder

Da geht jedem Imker das Herz auf: Die Bienen haben die warmen Sonnenstrahlen der letzten Tage sofort genutzt, um den Stock zu verlassen – zum Reinigungsflug, aber auch zum Pollensammeln. Vor allem in den Haselsträuchern summt es. Mit dicken Pollenhöschen kehren die Flugbienen zurück, denn die Proteinnahrung wird gebraucht. Schließlich kommt das Brutgeschäft jetzt wieder in Gang. Bald wird auch am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund wieder Hochbetrieb herrschen. In Kürze berichten wir an dieser Stelle darüber, wann es soweit ist und was sich während der Wintermonate alles getan hat…