Imker und Bienen in den Startlöchern

Das Kribbeln in den Imkerfingern wird langsam unerträglich. Wann wird es endlich wärmer, so dass die Völker endlich gründlich durchgesehen werden können.

Für länger andauernde Arbeiten am Bienenvolk sollte man sich unbedingt noch  gedulden, bis die Völker ihren Reinigungsflug gemacht haben. Dies geschieht an einem sonnigen, windstillen Tag, wenn die Temperaturen ein paar Stunden über 10°C liegen. Beim sogenannten Reinigungsflug leeren die Bienen ihre Kotblase, denn aus hygienischen Gründen koten die Bienen in ihrer Behausung nicht ab, sondern „verkneifen“ es sich im Winter monatelang, bis es endlich wieder warm genug ist um draußen aufs Clo zu gehen. Versetzt man ein Bienenvolk durch zu frühe Störung in Unruhe, bevor es den Reinigungsflug gemacht hat, dann koten die Bienen vor lauter Aufregung doch im Stock ab, was zu unnötiger Keimbelastung  und Verunreinigung dieser Völker führt.

Bei uns im Aischgrund haben manche Völker, die einen sonnigen und windgeschützten Standplatz haben, ihren Reinigungsflug bereits gemacht, andere aber noch nicht.

Um zu kontrollieren, ob ein Volk noch ausreichend Futter hat, genügt es, den Deckel zu heben und zu schauen, ob sich im oberen Bereich noch verdeckelte Futterwaben befinden. Hierzu verweisen wir auf unseren Beitrag „Leiden meine Bienen Hunger“.

Veit vom Berg hat seine Schützlinge wieder gut über den Winter gebracht

Veit vom Berg hat seine Schützlinge wieder gut über den Winter gebracht

Von unserer Figurenbeute „Veit-vom-Berg“ gibt es Positives zu vermelden: das Bienenvolk hat den Winter überlebt!

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Die Arbeit beginnt

Es ist viel los am Lehrbienenstand.

Es ist viel los am Lehrbienenstand.

Für Bienen und Imker beginnt jetzt die spannendste und schönste Zeit des Jahres: Die Natur blüht auf, die Bienenvölker wachsen. Bei den meisten Völkern, die gut aus dem Winter gekommen sind, ist der erste Honigraum jetzt aufgesetzt worden. Nun muss er nur noch gefüllt werden!

Ein kleiner Vorrat an Winterfutter ist noch da, aber es wird auch schon frischer Nektar eingetragen.

Ein kleiner Vorrat an Winterfutter ist noch da, aber es wird auch schon frischer Nektar eingetragen. Fotos: Silvia Schulte

Wer in die Imkerei einsteigen möchte, kann zum jetzigen Zeitpunkt die Entwicklung der Bienen und ihre Aktivitäten besonders gut verfolgen. Schon die Fluglochbeobachtung verrät viel über den Zustand im Bienenstock. Tragen die Bienen Pollen ein, hört man einen „zufriedenen“ Summton? Dann ist das Volk vermutlich weiselrichtig und zieht Brut auf. Ein kurzer Blick ins Beuteninnere genügt dann schon: Es wird schon frischer Nektar eingetragen, aber für Schlechtwettertage sollte trotzdem noch ein kleiner Vorrat an Winterfutter da sein.

Die Gespräche am Lehrbienenstand drehen sich natürlich in erster Linie um den zurückliegenden Winter. Hierzu gibt es auch eine Online-Umfrage vom Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen: Hier ist der Link.  Die Verluste waren heuer, so hat es den Anschein, erfreulich niedrig. Allerdings müssen sich die Imker auf eine starke Varroa-Saison einstellen, denn genau wie unsere Bienen haben auch die Milben den Winter gut überstanden. Die verschiedenen Möglichkeiten, den Varroa-Befall einzudämmen, werden sicher die ganze kommende Saison über ein Thema sein. Weiterlesen