Frischer Honig beim Johannimarkt Dachsbach

Foto: S. Schulte

Der Frühjahrshonig ist frisch abgefüllt. Am Sonntag, 24. Juni, können sich Besucher auf dem Johannimarkt in Dachsbach damit bevorraten. Der Imkerverein Mittlerer Aischgrund nimmt erstmals mit einem Stand an der Veranstaltung teil, bei der sich ab 11 Uhr die Dachsbacher Vereine präsentieren und außerdem ein buntes Rahmenprogramm geboten wird.

Am Stand der Imker gibt es neben Honig auch andere Erzeugnisse wie Propolis, Lippenpflegestifte und vieles mehr – und natürlich Informationen rund um Bienen und die Imkerei.

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Bienen halten Einzug beim Teichwirt

Eine ganze Zeit lang stand die 2014 von Künstlerin Birgit Jönsson geschaffene Figurenbeute „Teichwirt“ am Aischtalradweg bei Diespeck leer. Nur einige Hornissen hatten in der Figurenbeute Quartier genommen, und ein Specht hatte sich an dem massiven Stamm zu schaffen gemacht.

Doch ab sofort dient die Figurenbeute wieder ihrem eigentlichen Zweck. Birgit Jönsson hat die Specht-Schäden repariert und Mirjam Prechtel-Knapp vom Imkerverein Mittlerer Aischgrund setzte ein Bienenvolk ein, das nun im geräumigen Bauch des Teichwirts sein Wabenwerk anlegen wird.

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Die Behausung in einem ausgehöhlten Baumstamm, die Birgit Jönsson durch ihre Figurenbeuten zu neuem Leben erweckt und mit Kunst und Symbolik verbindet, entspricht dem Vorbild der Natur. Doch ohne menschliches Zutun ist das Bienenvolk in einer Figurenbeute nicht überlebensfähig. Bei auftretender Futterknappheit muss eingegriffen werden und die Bekämpfung der Varroamilbe ist auch bei den Bienen in der naturnahen Figurenbeute Pflicht. Um all das wird sich beim „Teichwirt“ künftig Mirjam Prechtel-Knapp kümmern.

Wer die Bienen selbst einmal beobachten will: Die Figurenbeute „Teichwirt“ liegt direkt am Aischtalradweg, auf Höhe der „Klobenmühle“.

Über die Wiederbesetzung der Figurenbeute „Teichwirt“ hat auch die lokale Presse berichtet. Hier der Beitrag von nordbayern.de .

Propolis – ein ganz besonderer Stoff

Propolistinktur enthält reines Propolis aus dem Bienenstock, das in hochprozentigem Alkohol gelöst wird. F.: Schulte


Bei Bienen und Imkern dreht sich derzeit alles um Honig. Dabei ist der süße Aufstrich mit den wertvollen Inhaltsstoffen längst nicht das einzige, was die Bienen im Überfluss produzieren. Es lohnt sich, auch einmal über die Gewinnung von anderen Bienenprodukten nachzudenken.

Das Kittharz Propolis ist bei Imkern zunächst einmal nicht besonders beliebt. Die Bienen verkleben damit nämlich – vor allem im Herbst – alle Ritzen im Bienenstock und kapseln sämtliche Fremdkörper ein. Nur mühsam lassen sich die so behandelten Zargen oder Rähmchen wieder voneinander lösen. Und dann pappt das Zeug auch noch an den Fingern…

Für die Bienen ist Propolis allerdings überlebenswichtig. Ohne Propolis würden sich im Bienenstock mit seinem feuchtwarmen Raumklima Pilze, Bakterien und Viren unkontrolliert ausbreiten. Das Kittharz mit seinen besonderen Eigenschaften verhindert das. Darum überziehen die Bienen alles in der Bienenbehausung mit einem dünnen Film dieser klebrigen Substanz, die aus Harz, Wachs, Pollenbalsam und vielen weiteren Stoffen besteht, die je nach Standort variieren. Die antibiotische, antivirale und antimykotische Wirkung von Propolis schützt dadurch das Bienenvolk vor Krankheitskeimen. Bereits am Flugloch passiert jede vom Sammelflug heimkehrende Biene den desinfizierenden Kittharz-„Teppich“, der den Namen „Pro-Polis“ (= griech. für „vor der Stadt“) erklärt.

Die keimhemmende Wirkung von Propolis kann sich auch der Mensch zunutze machen – vorausgesetzt, er reagiert nicht allergisch auf den Naturstoff.

Zunächst einmal muss das Propolis dafür „geerntet“ werden. Es lässt sich mit dem Stockmeißel überall dort abschaben, wo die Bienen es verbauen. Einfacher geht es aber mit einem speziellen Propolisgitter, das mit seinen vielen Schlitzen einem Absperrgitter ähnelt. Man legt es auf die oberste Zarge des Bienenstocks, wo die Schlitze von den Bienen mit Kittharz gefüllt werden. Das fertig verkittete Gitter wird entnommen und in die Tiefkühltruhe gelegt. Dadurch härtet das klebrige Propolis aus und splittert bei anschließendem leichtem Biegen des Gitters einfach ab. Das Rohpropolis ist gewonnen.

Um daraus eine anwendungsfreundliche Tinktur zuzubereiten, wird das tiefgekühlte Propolis mit dem Mörser zu feinem Pulver zerstoßen. Zu diesem Pulver (Anteil: 10 bis 40 Prozent) wird hochprozentiger Alkohol gegeben – mindestens 70-prozentiger, besser 96-prozentiger, denn nur dieser kann das Kittharz vollständig lösen. Ungefähr drei Wochen dauert das. In dieser Zeit wird die Tinktur jeden Tag mehrmals geschüttelt. Hat sich das Propolis rückstandslos im Alkohol aufgelöst, wird die Tinktur gefiltert, um eventuelle Verunreinigungen zu entfernen. Anschließend kann sie abgefüllt werden.

Wer tiefer in die Materie einsteigen will, findet in einem Zeitschriftenbeitrag der Landesanstalt für Bienenkunde Uni Hohenheim weitere Informationen:

Kunz+2012+ADIZ+Propolis+Praxis

Kunz+2012+ADIZ+Propolis+Nachtrag

Marktbesucher naschen frischen Honig

Mit vielen verschiedenen Sortenhonigen und einigen ganz besonderen Spezialitäten präsentiert sich der Imkerverein Mittlerer Aischgrund bei der Uehlfelder Gänsmarktkerwa. F.: Schulte


Nach unwetterbedingtem Rechner-Totalausfall ist der Blog des Lehrbienenstands wieder online. Viel hat sich in den letzten zwei Wochen getan. Die Honigernte ist in vollem Gange. Den ersten frischen Honig konnten Besucher schon am Stand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund auf der Uehlfelder Gänsmarktkerwa probieren. Der leckere Wabenhonig kam gut an, und auch die vielen verschiedenen Honigsorten – vom Rapshonig über Sommerblüten- bis zum Waldhonig – wurden rege gekauft.

Veit vom Berg hat zum Markttag wieder neue Bienen bekommen.

Wer den Stand des Imkervereins im Kirchhof besuchte, wollte natürlich auch einen Blick in die Figurenbeute Veit-vom-Berg werfen. Hier waren erst wenige Tage zuvor neue Bienen eingesetzt worden. Noch sah man deshalb wenig von dem beeindruckenden Naturwabenbau, dafür konnte man umso besser beobachten, wie sich die Bienen an diese Arbeit machten.

Dass die Bienen gerade in einer landwirtschaftlich geprägten Umgebung immer weniger Nahrung finden, ist ein immer wieder angesprochenes Thema am Stand des Imkervereins. Mit pollen- und nektarspendenden Blühpflanzen kann jeder den Bienen helfen – und darüber hinaus zeigten die Imker, wie gut so ein bienenfreundlicher Blumenkasten aussehen kann.

Digitale Hilfe bei der Varroa-Behandlung

Die Gemülldiagnose gibt Aufschluss über den Zustand im Bienenvolk. F.: Schulte


Varroa ist ein Ganzjahresthema. Beim letzten Treffen am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund schauten die Imker deshalb ganz genau hin, was sich auf dem Bodenschieber der Bienenwohnungen gesammelt hatte. Die sogenannte Gemülldiagnose gibt nicht nur Aufschluss über den Befall mit Varroamilben, sie weist auch auf mögliche andere Bienenkrankheiten hin. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat hierzu ein Infoblatt erstellt.

Werden bei der Gemülldiagnose Varroamilben gefunden, können Imker bald digitale Hilfe hinzuziehen, um die optimale Behandlung des Bienenvolkes zu ermitteln. In einem Kooperationsprojekt des Instituts für Bienenkunde und Imkerei in Veitshöchheim, der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wird nämlich derzeit eine Varroa-App für Smartphones entwickelt und im Belegstellengebiet Triesdorf getestet. Im kommenden Jahr, so teilt die Projektbetreuung der Varroa-App mit, soll die App in die Fläche gehen – zunächst im Regierungsbezirk Mittelfranken. Auch Schulungen werden dazu angeboten. Weitere Infos zum Projekt Varroa-App gibt es in diesen beiden Pressemitteilungen: Varroa-App DBJ_04_2018 und Varroa-App_B&N 03_2018.

Die Kippkontrolle lässt einen guten Blick auf die Rähmchenunterseiten zu. Gibt es dort womöglich schon Ansätze von Weiselzellen?Natürlich interessiert die Imker aber auch, was aktuell im Bienenvolk passiert. Tragen sie Honig ein? „Ja, aber erst sein ein paar Tagen“, war die übereinstimmende Meinung am Lehrbienenstand. Der Grund ist einfach: Zuvor waren einfach noch nicht genügend Flugbienen da; die Entwicklung der Bienenvölker war dem schlagartigen Trachtangebot noch nicht gewachsen.

Der Blick in die Bienenbeuten zeigt aber, dass auf etlichen Waben bald Bienen schlüpfen werden – die Völker erstarken deutlich. Deshalb ist es nicht zu früh, mit der Schwarmkontrolle zu beginnen. Ein Blick auf die Rähmchen-Unterseiten zeigt, ob schon Weiselzellen gebaut werden – ein untrügliches Zeichen für Schwarmstimmung.