Keine Chance für Wachsmotten

Entnommene Brutwaben sofort einschmelzen – das ist der beste Schutz gegen Wachsmotten. F.: Schulte


Fraßgänge in den Waben und eingesponnene Raupen: Wer einmal Wachsmotten im Wabenlager gehabt hat, kennt das Malheur. Mit etwas Umsicht lässt sich aber verhindern, dass sich Wachsmotten ausbreiten.

Ein gesundes Bienenvolk kann die Wachsmotten aus eigener Kraft in Schach halten. Kritisch wird es erst, wenn ein Volk bereits geschwächt ist. Dann dringen die Wachsmotten in den Stock ein und legen dort ihre Eier ab. Die Larven der Wachsmotte fressen sich durch die leeren Brutwaben und können bei optimalen Bedingungen das ganze Wabenwerk zerstören. In der Natur tragen Wachsmotten auf diese Weise dazu bei, verlassene Bienenstöcke auszuräumen und der Verbreitung von Krankheiten vorzubeugen.

Im imkerlichen Wabenlager sollen sich Wachsmotten aber nicht ausbreiten. Das lässt sich am besten durch Wabenhygiene vermeiden: Entnommene Brutwaben sollten rasch eingeschmolzen werden. Reine Honigwaben können eingelagert werden. Diese sind für Wachsmotten uninteressant – sie haben es auf Eiweißfutter abgesehen. Pollenwaben dagegen schmecken ihnen.

Werden die Waben kühl und luftig aufbewahrt, ist das ein guter Schutz vor Wachsmotten. Die Larven gedeihen erst bei Temperaturen über 10 Grad.

Hat sich die Wachsmotte im Wabenlager bereits ausgebreitet, hilft Bedampfen mit Ameisensäure, Essigsäure oder Schwefel. Gute Tipps und genaue Anleitungen dazu gibt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau LWG in ihrem Merkblatt zur Wabenpflege.

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Vorbereiten auf die Winterruhe

Ein enges Flugloch verhindert bei kühlen Temperaturen, dass die Bienen in der Traube von Eindringlingen gestört werden.


Die Bienen bereiten sich auf die Winterruhe vor. In den vergangenen Jahren hielten warme Temperaturen bis weit in den Herbst, aber auch die im November noch blühenden Phaceliafelder die fleißigen Sammlerinnen auf Trab. Die Folge: so manche Winterbiene arbeitete sich auf und hielt nicht bis zum kommenden Frühjahr durch.

Vielleicht wird das heuer anders. Aufgrund der Trockenheit wurde auf vielen Äckern keine Zwischenfrucht gesät. Für die Bienen kehrt damit sozusagen der Normalzustand ein.

Die Völker sind inzwischen aufgefüttert, die Varroabehandlung sollte abgeschlossen sein. Allerdings, so die Beobachtung vieler Imker, war der Befall in diesem Jahr hoch, so dass lieber einmal zu viel als zu wenig behandelt werden sollte. Auch die Oxalsäurebehandlung in der brutfreien Zeit darf nicht vergessen werden.

Nachdem es schon die ersten Nächte mit Minustemperaturen gab, wird es auch höchste Zeit, die Fluglöcher einzuengen. Die Bienenvölker ziehen sich in den kalten Nächten bereits in die Traube zurück und sind entsprechend wehrlos gegenüber Eindringlingen. Im Oktober ist die richtige Zeit, das Mäusegitter anzubringen.

Am Lehrbienenstand treffen sich die Imker am Sonntag, 30. September, offiziell zum letzten Mal in diesem Jahr. Von November bis März bietet der Imkerstammtisch im Gasthaus Goldene Traube (Stubenrauch) in Dachsbach jeden ersten Mittwoch im Monat Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch (s. Kalender).

Sie fliegen!

Reinigungsflug am 25. Januar 2018

Man muss schon genau hinschauen, aber sie fliegen! Die Bienen in den beiden linken Beuten haben den Winter bisher gut überstanden. F.: Pieroni

Welcher Imker hat bei den frühlingshaften Temperaturen in den letzten Tagen nicht nach seinen Bienen geschaut? Die Völker, die den Winter bisher gut überstanden haben, kamen zum Reinigungsflug aus den Beuten – eine gute Gelegenheit für den Imker, sich ein Bild vom Zustand seiner Schützlinge zu machen.

Doch ganz überstanden ist die kalte Jahreszeit noch nicht. In den nächsten Monaten sollte man den Futtervorrat im Blick behalten. Die brutfreie Zeit ist vorüber, das Bienenvolk wird wieder stärker, und damit wird mehr Energie in Form von Honig benötigt.

An einem milden Tag, also bei Flugwetter, lässt sich der Futtervorrat gut kontrollieren. Dazu reicht es oft aus, den Deckel abzunehmen. Durch die Klarsichtfolie erkennt man, ob die Bienen schon oben sind und wo der Bienensitz ist, bzw. ob noch gefüllte Futterwaben vorhanden sind. Ausführliche Infos dazu gibt es im Beitrag  „Leiden meine Bienen Hunger“.

Kerzen ziehen – gar nicht so schwer!

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Imker verschenken zu Weihnachten gerne Honig als kleines Mitbringsel. Das kommt immer gut an, doch der Überraschungseffekt bleibt irgendwann aus. Warum also nicht einfach mal was Neues versuchen? Selbst gezogene Kerzen aus eigenem, duftendem Bienenwachs lassen sich an einem Nachmittag herstellen und sind etwas ganz Besonderes. Eines vorab: Ein wenig Geduld braucht man schon. Doch das gilt schließlich auch fürs Plätzchenbacken, oder?

Damit die Kerze sauber brennt, benötigt man einen guten Docht (geflochtener Runddocht oder Flachdocht aus Baumwolle). Den gibt’s im Bastelladen. Alle anderen „Zutaten“ haben Imker für gewöhnlich im Haus: Bienenwachs, ein hohes Metallgefäß (z. B. Würstchendose) für das geschmolzene Wachs und Schrauben oder Muttern zum Beschweren des Dochts.

Und schon geht es los:

  1. Wachs in das Metallgefäß bröckeln und dieses im Wasserbad erhitzen. Ganz wichtig: Nie direkt im Topf schmelzen lassen, Brandgefahr! Es dauert ziemlich lange, bis das Wachs ganz flüssig ist. In der Zeit kann man schon den nächsten Schritt vorbereiten.
  2. Docht abmessen. Gewünschte Länge plus „Zugabe“ für den Docht mal zwei. Großzügig messen. Es ist praktisch, gleich zwei Kerzen auf einmal zu ziehen; man legt den Docht deshalb über einen Holzstab und lässt die zwei Dochtenden gleichmäßig lang zu beiden Seiten herunterhängen.
  3. Schraube oder Mutter zum Beschweren ans Ende der Dochte knoten, damit die Dochte später schön senkrecht ins Wachs sinken.
  4. Wenn das Wachs flüssig ist, werden die Dochte ins Wachs getaucht. Beim ersten Tauchgang etwa 30 Sekunden im Wachs lassen, damit sich der Docht gut mit Wachs vollsaugen kann.
  5. Anschließend Dochte am Holzstab aus dem Wachs heben und etwa 30 Sekunden trocknen lassen.
  6. Dochte wieder ins Wachs absenken. Nur kurz eintauchen, zwei Sekunden reichen jetzt. Danach wieder herausheben. Vorgang beliebig oft wiederholen, bis die Kerzen die gewünschte Dicke haben.
  7. Die „Dochtbeschwerer“ können irgendwann abgeschnitten werden, damit sich kein dicker Kloß aus Wachs drum herum bildet.
  8. Wenn die Kerzen die gewünschte Dicke haben, Dochte auf die passende Länge kürzen und die Enden der Kerzen mit einem scharfen Messer gerade abschneiden, damit sie einen guten Stand haben.

Fertig ist ein ganz individuelles Weihnachtsgeschenk!

Open-Air-Saison geht zu Ende


Am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund ist nur noch wenig zu tun. Die Bienenvölker sind längst aufgefüttert und die Varroa-Behandlung mit dem Nassenheider-Verdunster ebenfalls abgeschlossen. Wer jetzt noch mit Ameisensäure behandeln will, kann bei den derzeitigen Temperaturen sowieso nur noch die Schwammtuchmethode und einen günstigen Behandlungstag wählen – für eine Langzeitbehandlung mit dem Verdunster ist es schon zu kühl.

Die Bienen haben sich deshalb auch schon zurückgezogen und bereiten sich auf die Winterruhe vor. Vereinzelt werden noch Pollen eingetragen, gerade wenn blühende Felder (Phacelia oder Gelbsenf) in der Nähe sind. Über das allzu späte Blütenangebot sind die Imker allerdings nicht besonders glücklich – schließlich besteht die Gefahr, dass sich die Winterbienen daran buchstäblich zu Tode arbeiten.

Jetzt, da der Flugbetrieb langsam zum Erliegen kommt, sollten Imker spätestens den Mäuseschutz an den Fluglöchern anbringen, damit Spitzmäuse im Winter nicht in die Beuten eindringen und die Bienen als willkommene Eiweißquelle verspeisen. Empfohlen wird eine Einengung auf 6 mm.

Auch der Imkerverein Mittlerer Aischgrund schaltet langsam auf „Winterbetrieb“ um. Bis Mitte Oktober geht heuer die Open-Air-Saison am Lehrbienenstand. Ab November treffen sich die Imker jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr in Dachsbach im Gasthaus Stubenrauch zum Imkerstammtisch.