Kerzen ziehen – gar nicht so schwer!

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Imker verschenken zu Weihnachten gerne Honig als kleines Mitbringsel. Das kommt immer gut an, doch der Überraschungseffekt bleibt irgendwann aus. Warum also nicht einfach mal was Neues versuchen? Selbst gezogene Kerzen aus eigenem, duftendem Bienenwachs lassen sich an einem Nachmittag herstellen und sind etwas ganz Besonderes. Eines vorab: Ein wenig Geduld braucht man schon. Doch das gilt schließlich auch fürs Plätzchenbacken, oder?

Damit die Kerze sauber brennt, benötigt man einen guten Docht (geflochtener Runddocht oder Flachdocht aus Baumwolle). Den gibt’s im Bastelladen. Alle anderen „Zutaten“ haben Imker für gewöhnlich im Haus: Bienenwachs, ein hohes Metallgefäß (z. B. Würstchendose) für das geschmolzene Wachs und Schrauben oder Muttern zum Beschweren des Dochts.

Und schon geht es los:

  1. Wachs in das Metallgefäß bröckeln und dieses im Wasserbad erhitzen. Ganz wichtig: Nie direkt im Topf schmelzen lassen, Brandgefahr! Es dauert ziemlich lange, bis das Wachs ganz flüssig ist. In der Zeit kann man schon den nächsten Schritt vorbereiten.
  2. Docht abmessen. Gewünschte Länge plus „Zugabe“ für den Docht mal zwei. Großzügig messen. Es ist praktisch, gleich zwei Kerzen auf einmal zu ziehen; man legt den Docht deshalb über einen Holzstab und lässt die zwei Dochtenden gleichmäßig lang zu beiden Seiten herunterhängen.
  3. Schraube oder Mutter zum Beschweren ans Ende der Dochte knoten, damit die Dochte später schön senkrecht ins Wachs sinken.
  4. Wenn das Wachs flüssig ist, werden die Dochte ins Wachs getaucht. Beim ersten Tauchgang etwa 30 Sekunden im Wachs lassen, damit sich der Docht gut mit Wachs vollsaugen kann.
  5. Anschließend Dochte am Holzstab aus dem Wachs heben und etwa 30 Sekunden trocknen lassen.
  6. Dochte wieder ins Wachs absenken. Nur kurz eintauchen, zwei Sekunden reichen jetzt. Danach wieder herausheben. Vorgang beliebig oft wiederholen, bis die Kerzen die gewünschte Dicke haben.
  7. Die „Dochtbeschwerer“ können irgendwann abgeschnitten werden, damit sich kein dicker Kloß aus Wachs drum herum bildet.
  8. Wenn die Kerzen die gewünschte Dicke haben, Dochte auf die passende Länge kürzen und die Enden der Kerzen mit einem scharfen Messer gerade abschneiden, damit sie einen guten Stand haben.

Fertig ist ein ganz individuelles Weihnachtsgeschenk!

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Open-Air-Saison geht zu Ende


Am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund ist nur noch wenig zu tun. Die Bienenvölker sind längst aufgefüttert und die Varroa-Behandlung mit dem Nassenheider-Verdunster ebenfalls abgeschlossen. Wer jetzt noch mit Ameisensäure behandeln will, kann bei den derzeitigen Temperaturen sowieso nur noch die Schwammtuchmethode und einen günstigen Behandlungstag wählen – für eine Langzeitbehandlung mit dem Verdunster ist es schon zu kühl.

Die Bienen haben sich deshalb auch schon zurückgezogen und bereiten sich auf die Winterruhe vor. Vereinzelt werden noch Pollen eingetragen, gerade wenn blühende Felder (Phacelia oder Gelbsenf) in der Nähe sind. Über das allzu späte Blütenangebot sind die Imker allerdings nicht besonders glücklich – schließlich besteht die Gefahr, dass sich die Winterbienen daran buchstäblich zu Tode arbeiten.

Jetzt, da der Flugbetrieb langsam zum Erliegen kommt, sollten Imker spätestens den Mäuseschutz an den Fluglöchern anbringen, damit Spitzmäuse im Winter nicht in die Beuten eindringen und die Bienen als willkommene Eiweißquelle verspeisen. Empfohlen wird eine Einengung auf 6 mm.

Auch der Imkerverein Mittlerer Aischgrund schaltet langsam auf „Winterbetrieb“ um. Bis Mitte Oktober geht heuer die Open-Air-Saison am Lehrbienenstand. Ab November treffen sich die Imker jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr in Dachsbach im Gasthaus Stubenrauch zum Imkerstammtisch.

Fliegen sie schon?

Noch ist kein Krokus in Sicht. Trotzdem verlassen die Bienen bei milden Temperaturen den Stock - zum Reinigungsflug. Foto: Schulte

Noch ist kein Krokus in Sicht. Trotzdem verlassen die Bienen bei milden Temperaturen den Stock – zum Reinigungsflug. Foto: Schulte

Der erste milde Tag nach wochenlangem knackigen Frost – welchen Imker hat es heute wohl nicht gereizt, nach seinen Bienen zu schauen? Das Thermometer zeigte acht Grad an, in sonnigen Lagen war es wärmer. Gelegenheit zum Reinigungsflug hätten die Bienen also mit etwas Glück gehabt. Wie sieht es bei euch am Stand aus? In der kleinen Umfrage könnt ihr eure Erfahrungen mitteilen.

Greening-Umfrage: Eine Chance für Bienen und Imker

PhaceliaGreening – was ist das eigentlich? So mancher hat vielleicht schon davon gehört, aber wer nicht gerade Landwirt ist, kann sich wenig darunter vorstellen. Dabei ist das Thema für Imker äußerst wichtig: Es geht um Trachtmöglichkeiten für unsere Bienen, aber auch um das richtige Timing.

Als Teil der EU-Agrarpolitik soll das Greening für eine Verbesserung von Natur und Umwelt sorgen. Zu den Maßnahmen, die es von den Landwirten fordert, gehört u.a. die Schaffung sogenannter „ökologischer Vorrangflächen“, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden dürfen und stattdessen z.B. mit Zwischenfrüchten bebaut werden können.

Im vergangenen Jahr konnte man erstmals in großem Ausmaß solche Flächen sehen. Sonnenblumen, Phacelia oder gelber Senf blühten bis spät in den November hinein. Aber leider erst, nachdem der Sommer schon vorbei war und sich die Bienenvölker auf die Winterruhe vorbereiten und brutlos werden sollten. Im letztjährigen Herbst und Winter und auch heuer wurden diese Pollenquellen an milden Tagen fleißig angesteuert – die Winterbienen flogen sich dadurch in wenigen Wochen buchstäblich zu Tode.

Warum blühen diese pollenspendenden Zwischenfrüchte erst so spät im Jahr? Daran ist die EU-Verordnung schuld. Sie schreibt den Landwirten vor: „Die Aussaat  muss zwischen 16.07. und 01.10. erfolgen.“ Unterpflügen darf man die Zwischenfrüchte ab Mitte Januar. Mit einer früheren Aussaat wäre das Greening wohl auch für die Bienen ein Erfolgsmodell – so eher nicht.

Anlässlich einer Online-Umfrage der EU-Kommission zum Greening, die noch bis 8. März läuft, kann jeder Interessierte seine Erfahrung mit den Maßnahmen äußern und sich außerdem dafür stark machen, dass die Aussaat von Bienenweide im Vergleich zu anderen Zwischenfrüchten für die Landwirte attraktiver wird. Diese Möglichkeit sollten wir Imker nutzen! Auch wenn das Bürokratendeutsch ziemlich abschreckend ist: Es geht um eine Sache, von der wir etwas verstehen! Lasst euch also nicht einschüchtern und macht mit.

Anbei das Positionspapier des Landesverbands Bayerischer Imker. Dort kann man sich ein paar nützliche Argumente und Ausfüllhilfen für die Online-Konsultation holen.

Positionspapier

Jetzt Futterkontrolle bei den Bienen

Die Lehrgangsreihe unseres Imkervereins wurde am letzten Samstag abgeschlossen. Mit einer Teilnehmerzahl von jeweils knapp 20 Interessenten sind wir mit dem Echo sehr zufrieden. Die praktische Unterstützung der Neueinsteiger erfolgt dann ab März am Lehrbienenstand. Wer schon Bienenvölker hat, sollte ihnen jetzt einmal einen Besuch abstatten.

Die milden Temperaturen im Januar haben dazu geführt, dass unsere Bienenvölker schon fleißig im Brutgeschäft sind. Dies bedeutet aber auch, dass der Futterverbrauch höher ist. Ab 8°C verlassen die Bienen ihre Behausung, finden jedoch im Moment noch keinen Nektar und Pollen.

Der Imker sollte nun an einem milden Tag, also bei Flugwetter, den Futtervorrat seiner Bienen einmal überprüfen. Dazu reicht es oft aus, den Deckel abzunehmen. Durch die Klarsichtfolie erkennt man, ob die Bienen schon oben sind und wo der Bienensitz ist, bzw. ob noch gefüllte Futterwaben vorhanden sind. Je nach Futterstand sollte wie folgt vorgegangen werden:

Es sind keine Bienen oben zu sehen: Hier prüft man, ob noch gefüllte Futterwaben vorhanden sind, das sieht man an den Wachsdeckeln auf den Waben. Bei zweiräumigen Völkern kann man den oberen Kasten vorsichtig kippen, um festzustellen, wo die Bienentraube sich aufhält. Befinden sich über der Traube noch gefüllte Futterwaben, besteht kein Handlungsbedarf.

Kippkontrolle

Durch Aufkippen der Beute kann man gut erkennen, wo das Bienenvolk sitzt.

 

Die Bienen sind bereits oben unter der Abdeckfolie: Hier muss geprüft werden, ob rechts und links vom Bienensitz noch gefüllte Futterwaben vorhanden sind. Wenn nicht, sollten volle Waben von außen mit leeren am Rand der Traube getauscht werden.

Wintertraube

Bei diesem Volk sind die Bienen bereits oben unter der Abdeckfolie

 

Die Bienentraube ist ganz rechts oder ganz links des Kastens: In diesem Fall sollten die Rähmchen so umgehängt werden, dass das Volk sich in der Mitte des Kastens befindet und auf beiden Seiten des Bienensitzes eine gefüllte Futterwabe vorhanden ist. Damit erreicht man, dass die Brutkugel sich in beide Richtungen ausdehnen kann und sich das Volk im Frühling besser und schneller entwickelt.

Es sind keine gefüllten Futterwaben mehr vorhanden: Hier besteht die Gefahr, dass ein solches Volk in Kürze verhungert. Bevorzugte Lösung sind Futterwaben aus anderen Völkern, die man zu beiden Seiten der Wintertraube einhängt. Hat man keine Futterwaben übrig, sollte Futterteig verwendet werden. Diesen legt man unter die Abdeckfolie auf die Wabengassen. (siehe auch unser Beitrag: Leiden meine Bienen Hunger?)

Auf keinen Fall darf man zu dieser Jahreszeit Flüssigfutter verwenden. Damit gaukelt man den Bienen vor, dass es Tracht gibt. Die Bienen verlassen die Beute um die Trachtquelle zu suchen und kehren meist nicht zurück, da sie nichts finden und es noch zu kalt ist und die Bienen dann zu schwach sind, um nach Hause zurückzukehren.