Bienen halten Einzug beim Teichwirt

Eine ganze Zeit lang stand die 2014 von Künstlerin Birgit Jönsson geschaffene Figurenbeute „Teichwirt“ am Aischtalradweg bei Diespeck leer. Nur einige Hornissen hatten in der Figurenbeute Quartier genommen, und ein Specht hatte sich an dem massiven Stamm zu schaffen gemacht.

Doch ab sofort dient die Figurenbeute wieder ihrem eigentlichen Zweck. Birgit Jönsson hat die Specht-Schäden repariert und Mirjam Prechtel-Knapp vom Imkerverein Mittlerer Aischgrund setzte ein Bienenvolk ein, das nun im geräumigen Bauch des Teichwirts sein Wabenwerk anlegen wird.

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Die Behausung in einem ausgehöhlten Baumstamm, die Birgit Jönsson durch ihre Figurenbeuten zu neuem Leben erweckt und mit Kunst und Symbolik verbindet, entspricht dem Vorbild der Natur. Doch ohne menschliches Zutun ist das Bienenvolk in einer Figurenbeute nicht überlebensfähig. Bei auftretender Futterknappheit muss eingegriffen werden und die Bekämpfung der Varroamilbe ist auch bei den Bienen in der naturnahen Figurenbeute Pflicht. Um all das wird sich beim „Teichwirt“ künftig Mirjam Prechtel-Knapp kümmern.

Wer die Bienen selbst einmal beobachten will: Die Figurenbeute „Teichwirt“ liegt direkt am Aischtalradweg, auf Höhe der „Klobenmühle“.

Über die Wiederbesetzung der Figurenbeute „Teichwirt“ hat auch die lokale Presse berichtet. Hier der Beitrag von nordbayern.de .

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Reges Interesse am HonigBienenMarktPlatz

Der HonigBienenMarktPlatz war für den Imkerverein Mittlerer Aischgrund ein voller Erfolg. Der Verkauf von Honig und Bienenweidepflanzen lief gut, viele Marktbesucher blieben auch für ein Schwätzchen am Stand stehen und testeten ihre Kenntnisse beim Pflanzenquiz, bei dem es wie immer als Dankeschön fürs Mitmachen ein Samentütchen mit „Insektenparadies“ als Geschenk gab.

Auf nordbayern.de ist ein schöner Artikel mit einer Bildergalerie dazu erschienen.

Auch die FLZ hat in ihrer Ausgabe vom Montag, 17. Juli, über den HonigBienenMarktplatz berichtet:

Endlich geht es wieder los!

Ende Februar: Die ersten Bienen sind schon aus dem Häuschen!


Die Bienen stehen in den Startlöchern, die Imker auch. Sobald das Wetter es zulässt, starten die wöchentlichen sonntäglichen Treffen am Lehrbienenstand wieder. Bei akzeptablen Temperaturen schon am 26. März, auf jeden Fall aber am 2. April – wie immer von 10 bis 12 Uhr.

Am 18. März hielt der Imkerverein Mittlerer Aischgrund seine Jahreshauptversammlung ab und blickte dabei auf das vergangene Jahr zurück, aber vor allem auch in die Zukunft. Mittelkürzungen machen allen Imkervereinen derzeit zu schaffen, weshalb die Mitglieder vom „Mittleren Aischgrund“ einer moderaten Beitragserhöhung einmütig zustimmten.

Wären nicht die Veranstaltungen, auf denen der Imkerverein Mittlerer Aischgrund Präsenz zeigt und Honig verkauft, wäre das Plus in der Vereinskasse wohl kaum zustandegekommen. Doch so hat sich der Bienenfleiß wenigstens ausgezahlt. Ob an der Uehlfelder Gänsmarktkerwa oder beim Neustädter HonigBienenMarktPlatz – mit Honig, Propolis, Pflegeprodukten und einem farbenfrohen Pflanzenquiz war der Verein vor Ort und macht sich mit der Betreuung von drei Figurenbeuten, deren Bewohnerinnen alle den Winter überstanden haben, auch um ein Projekt der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Aischgrund verdient.

Im Rahmen des Ferienprogramms konnten Uehlfelder Schulkinder im letzten Sommer am Lehrbienenstand des Vereins erstmals die süßen Seiten der Imkerei kennenlernen, berichtete Vereinsvorsitzender Gerhard Kolb in seinem Jahresrückblick. Mit Schleier und Rauch, wie es sich gehört, kamen sie den Bienenvölkern ganz nah. Anschließend konnten sie sich leckere Honigbrote schmecken lassen. „Die Kinder waren ganz begeistert“, so Kolb. Sein Fazit: „Das machen wir heuer auf jeden Fall wieder“.
Ein Kursprogramm wie die dreiteilige „Einführung in die Imkerei“ zu Beginn des vergangenen Jahres wird es 2017 allerdings nicht geben. Der Grund: Der Landesverband, der bis vor kurzem noch auf erfahrene Imker aus den Ortsvereinen als „Multiplikatoren“ gesetzt hatte, fördert ab sofort nur noch Lehrgänge, die von ausgebildeten „Bienenfachwarten“ oder Berufsimkern gehalten werden.

Umso wertvoller ist der regelmäßige Erfahrungsaustausch am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund. Vom Frühling bis zum Herbst treffen sich hier Mitglieder und Imkerei-Interessierte zum Fachsimpeln oder zwanglosen Plaudern. Nachwuchsförderung steht dort nach wie vor an erster Stelle.

Weil die Luft für Imkervereine inzwischen spürbar dünner wird, musste der Imkerverein Mittlerer Aischgrund in seiner Jahreshauptversammlung auch das unpopuläre Thema Beitragserhöhung ansprechen. Doch die Zahlen, die Kassier Jörg Leikam vorlegte, ließen kaum Alternativen: Von 27 Euro Beitrag bleiben aktuell nur 77 Cent in der Vereinskasse. 26,23 Euro müssen an den Landesverband Bayerischer Imker abgeführt werden. Eine Erhöhung um drei Euro wurde deshalb einstimmig von allen Mitgliedern befürwortet.

Im selben Boot

Ein Bienenparadies ist diese Blühfläche, dei mit dem Kulturlandschaftsprogramm KuLaP gefördert wird. Den Imker freut es, dem Landwirt bringt es wenig. Das muss sich ändern. Foto: Schulte

Ein Bienenparadies ist diese Blühfläche, die mit dem Kulturlandschaftsprogramm KuLaP gefördert wird. Den Imker freut es, dem Landwirt bringt es wenig. Das muss sich ändern. Foto: Schulte


Nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten – für dieses Ziel warb Leonhard Seitz als Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands. Nachdem sich Imker und Landwirte in den letzten Wochen in der Presse einen heftigen Schlagabtausch geliefert hatten, lud der BBV nun zu einer Infofahrt ein, um Projekte im Landkreis vorzustellen, mit denen sich die Landwirte schon jetzt für mehr Ökologie einsetzen.

Die Gespräche auf der Fahrt machten deutlich: Es gibt auf beiden Seiten großen Informationsbedarf. Nicht jeder Landwirt weiß, dass ein blühendes Phaceliafeld den Bienen im Oktober nichts mehr nützt, und ein Großteil der Imker macht sich keinen Begriff von den strengen Reglements und den enormen bürokratischen Hürden für ökologisch sinnvolles Handeln in der Landwirtschaft.

Seitz, der sowohl Landwirt als auch Imker ist, weiß, wo die Bienenzüchter der Schuh drückt. Er setzt sich deshalb schon länger dafür ein, die starren Aussaattermine für die blühenden Zwischenfrüchte, die für das Greening-Programm gewählt werden können, flexibler zu handhaben. Bisher dürfen Gelbsenf, Phacelia & Co. im Greening-Programm erst ab 16. Juli ausgesät werden. Der Ortstermin am Feld zeigt: Dann blüht zum jetzigen Zeitpunkt dort noch nichts. Könnten diese Pflanzen direkt nach der Ernte der Hauptfrucht gesät werden, stünde den Bienen im Spätsommer ein Pollen- und Nektarangebot zur Verfügung, das sie mit weit geringerer Zufütterung über den Winter bringen würde. Auch die Landwirte hätten einen Vorteil. Die Zwischenfrucht könnte gut vier Monate nach der Einsaat untergearbeitet werden – so kann die Frostgare anschließend noch den Boden lockern. Bisher hat ein Landwirt aber nur den Imagegewinn, wenn er bienenfreundliche Pflanzen  statt pflegeleichterer Alternativen fürs vorgeschriebene Greening wählt.

Wirtschaftsflächen und ökologische Nischen – dass es beides geben muss, ist sowohl Imkern als auch Landwirten klar. Der intensive, sachliche Dialog am Ende der Fahrt fiel deshalb überwiegend auf fruchtbaren Boden. Konstruktive Vorschläge gab es einige, sowohl von den Imkern der einzelnen Ortsverbände als auch von Peter Maske, dem Präsidenten des Deutschen Imkerbundes. Er macht sich in der Politik stark für die Akzeptanz und Verbesserung bienenfreundlicher Maßnahmen in landwirtschaftlichen Programmen.

Persönliches Fazit der Informationsfahrt: Natürlich gibt es unterschiedliche Standpunkte, das ist legitim. Was Motivation und Ziele angeht, liegen Imker und Landwirte eben nicht unbedingt auf der gleichen Wellenlänge. Doch letztlich sitzen sie im gleichen Boot – als Solidargemeinschaft, in der der eine auf den anderen zwingend angewiesen ist. Genau das kann für die Imker eine große Chance sein – wenn die Möglichkeit zum Dialog genutzt wird.

Anbei der Artikel der FLZ vom 29.08.2016 zur Infofahrt des BBV:

FLZ_Artikel_29_08_2016
Außerdem der Link zum Artikel auf nordbayern.de