Reges Interesse am HonigBienenMarktPlatz

Der HonigBienenMarktPlatz war für den Imkerverein Mittlerer Aischgrund ein voller Erfolg. Der Verkauf von Honig und Bienenweidepflanzen lief gut, viele Marktbesucher blieben auch für ein Schwätzchen am Stand stehen und testeten ihre Kenntnisse beim Pflanzenquiz, bei dem es wie immer als Dankeschön fürs Mitmachen ein Samentütchen mit „Insektenparadies“ als Geschenk gab.

Auf nordbayern.de ist ein schöner Artikel mit einer Bildergalerie dazu erschienen.

Auch die FLZ hat in ihrer Ausgabe vom Montag, 17. Juli, über den HonigBienenMarktplatz berichtet:

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Grillrauch statt Smoker

Fürs Umlarven war es zu kalt, stattdessen ließen sich die Imkerinnen und Imker Gutes vom Grill schmecken. Foto: Schulte


Eigentlich stand am Pfingstsonntag Königinnen-Nachzucht auf dem Programm. Da außerdem die bestellten Varroamittel ausgegeben wurden und deshalb viel Betrieb am Lehrbienenstand herrschte, wurde auch der Grill angeworfen. Der heizte zwar schön, aber für das geplante Umlarven war es trotzdem eindeutig zu kühl. Am Sonntag, 11. Juni, soll das aber nachgeholt werden, und wer die Varroamittel letzte Woche noch nicht abgeholt hat, kann das nun nachholen.

Die Honigernte hat bei fast allen Imkern im Verein schon begonnen oder ist sogar schon abgeschlossen. Bisher gab es meist zufriedene Gesichter – die Ernte fiel deutlich besser aus, als es das Frühjahr hatte vermuten lassen.

Was ist bei der Honigernte zu beachten? Vor allem muss der Honig reif, also nicht zu wasserhaltig, sein. Liegt der Wassergehalt noch über 18 Prozent, kann der Honig im Laufe der Lagerung in Gärung übergehen. Auf Nummer sicher geht man, wenn man den Wassergehalt des Honigs mit einem Refraktometer bestimmt. Wer ein solches Gerät nicht besitzt, kann sich am Verdeckelungsgrad der Waben orientieren. Mindestens zwei Drittel der Wabe sollte verdeckelt sein, lautet die Faustregel, die allerdings bei Massentrachten kein zuverlässiger Indikator ist. Tropft bei der „Spritzprobe“ noch Honig aus den Waben, ist es definitiv noch zu früh zum Schleudern. Da Honig Wasser sehr gut aufnehmen kann, sollte das Honigschleudern – und auch die anschließende Lagerung – bei möglichst geringer Luftfeuchtigkeit erfolgen.

Guter Honig verkauft sich immer, aber experimentierfreudige Imker versuchen sich auch an Mischungen, zum Beispiel mit Nüssen, Früchten oder Gewürzen, die bei der Kundschaft ebenfalls ankommen. Wichtig ist dann aber eine korrekte Deklaration! Die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau LWG hat hierzu ein paar gute Tipps.

Höchste (Schwarm)zeit!

Im Vorjahr haben die Bienen in der Oberträgerbeute (Top Bar Hive) dieses Wabenwerk gebaut – das Volk wurde aber im Herbst mit anderen vereinigt. Nun soll wieder ein Schwarm einziehen. F.: Schulte


Die Futterversorgung ist sichergestellt, jetzt denken die Bienen an die Vermehrung. Zum Leidwesen der Imker bedeutet das: sie wollen schwärmen. Zieht ein Schwarm mit der alten Königin aus, bleibt ein Volk auf Ablegerniveau zurück. Die junge Königin muss erst noch schlüpfen, heranwachsen und begattet werden, bevor sie den „Motor“ des Biens wieder ankurbeln kann. Die mit ihr im Stock zurückgebliebenen Arbeiterinnen sind Pflegebienen, die noch keinen Honig sammeln. Wird der Schwarm nicht eingefangen, kann er in der Natur nicht lange überleben, da ihm die Varroamilbe zusetzt.

Aus imkerlicher Sicht ist eine Schwarmverhinderung also sinnvoll. Und genau jetzt ist der Zeitpunkt dafür gekommen. Die ersten Schwärme sind schon gefallen, und trotz sorgfältiger und regelmäßiger Kontrolle gelingt es nicht immer, alle Weiselzellen zu entdecken und auszubrechen. Unter den zahlreichen Methoden der Schwarmverhinderung muss je nach Voraussetzung (Wetter etc.) die geeignete ausgewählt werden. Zu den effektivsten gehört das Bilden eines Zwischenablegers.

Hand in Hand mit der Schwarmvorbeuge geht die Ablegerbildung und Königinnenzucht. Am Lehrbienenstand ist es am Pfingstsonntag soweit. Zuchtstoff der Reinzuchtkönigin wird umgelarvt, und jeder kann sich ein gefülltes Weiselnäpfchen mitnehmen und von seinen eigenen Bienen anpflegen lassen.

Am kommenden Sonntag ist am Lehrbienenstand übrigens ausnahmsweise nichts los. Zur Gänsmarktkerwa in Uehlfeld stehen die Mitglieder des Imkervereins Mittlerer Aischgrund nämlich mit einem Stand neben der Figurenbeute „Veit vom Berg“, gegenüber vom Gasthof Prechtel. Vorbeischauen lohnt sich!

Endlich ist der Honig da!

Die Bienenvölker haben sich gut entwickelt. Jetzt tragen sie reichlich Honig ein.


Kaum zu glauben, was die Bienen in einer guten Woche geschafft haben. Am Lehrbienenstand müssen bei allen Völkern jetzt die zweiten Honigräume aufgesetzt werden. Die inzwischen reichlich vorhandenen Sammelbienen haben fleißig eingetragen, und nach dem Regen honigt der Raps gut. Vielleicht ist ja doch noch mit einer passablen Honigernte zu rechnen…

Mit etwas Glück wird es an der Uehlfelder Gänsmarktkerwa am 28. Mai schon frischen Honig geben, wenn der Imkerverein Mittlerer Aischgrund dann seinen Stand vor der Figurenbeute Veit-vom-Berg aufbaut und Besucher einen Blick ins Innenleben der Bienenwohnung werfen können.

Die Drohnenbrut muss regelmäßig ausgeschnitten werden. Fotos: Schulte


Allerdings sind die Bienen auch schon in Schwarmstimmung. Die ersten Weiselzellen wurden beim Durchsehen schon entdeckt. Auch wird reichlich Drohnenbrut herangezogen, die natürlich regelmäßig ausgeschnitten werden muss, damit sich die Varroamilbe nicht über Gebühr vermehren kann. Einige Imker berichten sogar schon von ersten Schwärmen. Es heißt also gut aufpassen – sonst ziehen die Bienen mit dem ersehnten Honig auf und davon.

Kalte Ostern am Lehrbienenstand

Foto: Schulte


Der Ostersonntag am Lehrbienenstand fühlte sich heuer eher an wie Weihnachten. Bei kaltem, böigen Wind und frischen sechs Grad blieben nicht nur die Bienen drinnen, auch die Imker machten sich rar. Dabei stand rings herum alles in Blüte, wie es Mitte April bisher selten zu sehen war. Schlehen- und Weißdornhecken, Kirsch- und Apfelbäume und Raps, alles ist fast gleichzeitig aufgegangen.

Foto: Schulte

Der Frühstart der Natur, den wir gerade erleben – sind das nur Wetterkapriolen oder ist das der Klimawandel? Fest steht: Bienen haben im Laufe ihrer Evolution schon viele solcher Veränderungen mitgemacht und sich immer angepasst – schließlich gibt es sie seit rund 100 Millionen Jahren. Eine zu früh einsetzende Tracht schadet ihnen sicher nicht, sie ärgert eher die Imker.

Problematisch für die Bienen ist das, was im ländlichen Raum inzwischen standardmäßig auf die Frühtracht folgt: eine mehr oder weniger lang anhaltende Trachtlosigkeit. In wenigen Wochen wird sich zeigen, ob auch dieses Jahr für unsere Bienen schon gelaufen ist.

Veränderte Umweltbedingungen haben sich immer schon in der Imkerei niedergeschlagen, denn neue Herausforderungen erfordern entsprechende Betriebsweisen. Das hat die Bekämpfung der Varroamilbe gezeigt, die längst für jeden Imker selbstverständlich geworden ist. Vielleicht werden wir uns künftig als Frühtrachtimker verstärkt über den Klimawandel Gedanken machen und Lösungen finden müssen. Wie wird in Regionen geimkert, in der die Winter noch strenger und die warme Jahreszeit noch kürzer ist oder in der sehr abrupte Temperaturwechsel das Klima bestimmen? Welche Bienenrassen haben sich dort bewährt? Ein Blick über den Tellerrand kann da viele neue Erkenntnisse bringen.