Marktbesucher naschen frischen Honig

Mit vielen verschiedenen Sortenhonigen und einigen ganz besonderen Spezialitäten präsentiert sich der Imkerverein Mittlerer Aischgrund bei der Uehlfelder Gänsmarktkerwa. F.: Schulte


Nach unwetterbedingtem Rechner-Totalausfall ist der Blog des Lehrbienenstands wieder online. Viel hat sich in den letzten zwei Wochen getan. Die Honigernte ist in vollem Gange. Den ersten frischen Honig konnten Besucher schon am Stand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund auf der Uehlfelder Gänsmarktkerwa probieren. Der leckere Wabenhonig kam gut an, und auch die vielen verschiedenen Honigsorten – vom Rapshonig über Sommerblüten- bis zum Waldhonig – wurden rege gekauft.

Veit vom Berg hat zum Markttag wieder neue Bienen bekommen.

Wer den Stand des Imkervereins im Kirchhof besuchte, wollte natürlich auch einen Blick in die Figurenbeute Veit-vom-Berg werfen. Hier waren erst wenige Tage zuvor neue Bienen eingesetzt worden. Noch sah man deshalb wenig von dem beeindruckenden Naturwabenbau, dafür konnte man umso besser beobachten, wie sich die Bienen an diese Arbeit machten.

Dass die Bienen gerade in einer landwirtschaftlich geprägten Umgebung immer weniger Nahrung finden, ist ein immer wieder angesprochenes Thema am Stand des Imkervereins. Mit pollen- und nektarspendenden Blühpflanzen kann jeder den Bienen helfen – und darüber hinaus zeigten die Imker, wie gut so ein bienenfreundlicher Blumenkasten aussehen kann.

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Reges Interesse am HonigBienenMarktPlatz

Der HonigBienenMarktPlatz war für den Imkerverein Mittlerer Aischgrund ein voller Erfolg. Der Verkauf von Honig und Bienenweidepflanzen lief gut, viele Marktbesucher blieben auch für ein Schwätzchen am Stand stehen und testeten ihre Kenntnisse beim Pflanzenquiz, bei dem es wie immer als Dankeschön fürs Mitmachen ein Samentütchen mit „Insektenparadies“ als Geschenk gab.

Auf nordbayern.de ist ein schöner Artikel mit einer Bildergalerie dazu erschienen.

Auch die FLZ hat in ihrer Ausgabe vom Montag, 17. Juli, über den HonigBienenMarktplatz berichtet:

Kalte Ostern am Lehrbienenstand

Foto: Schulte


Der Ostersonntag am Lehrbienenstand fühlte sich heuer eher an wie Weihnachten. Bei kaltem, böigen Wind und frischen sechs Grad blieben nicht nur die Bienen drinnen, auch die Imker machten sich rar. Dabei stand rings herum alles in Blüte, wie es Mitte April bisher selten zu sehen war. Schlehen- und Weißdornhecken, Kirsch- und Apfelbäume und Raps, alles ist fast gleichzeitig aufgegangen.

Foto: Schulte

Der Frühstart der Natur, den wir gerade erleben – sind das nur Wetterkapriolen oder ist das der Klimawandel? Fest steht: Bienen haben im Laufe ihrer Evolution schon viele solcher Veränderungen mitgemacht und sich immer angepasst – schließlich gibt es sie seit rund 100 Millionen Jahren. Eine zu früh einsetzende Tracht schadet ihnen sicher nicht, sie ärgert eher die Imker.

Problematisch für die Bienen ist das, was im ländlichen Raum inzwischen standardmäßig auf die Frühtracht folgt: eine mehr oder weniger lang anhaltende Trachtlosigkeit. In wenigen Wochen wird sich zeigen, ob auch dieses Jahr für unsere Bienen schon gelaufen ist.

Veränderte Umweltbedingungen haben sich immer schon in der Imkerei niedergeschlagen, denn neue Herausforderungen erfordern entsprechende Betriebsweisen. Das hat die Bekämpfung der Varroamilbe gezeigt, die längst für jeden Imker selbstverständlich geworden ist. Vielleicht werden wir uns künftig als Frühtrachtimker verstärkt über den Klimawandel Gedanken machen und Lösungen finden müssen. Wie wird in Regionen geimkert, in der die Winter noch strenger und die warme Jahreszeit noch kürzer ist oder in der sehr abrupte Temperaturwechsel das Klima bestimmen? Welche Bienenrassen haben sich dort bewährt? Ein Blick über den Tellerrand kann da viele neue Erkenntnisse bringen.

Gefährdete Vielfalt

Der HonigBienenMarktPlatz ist beliebt. Auch heuer bummelten zahlreiche Besucher über den Bauernmarkt in Neustadt, der seit vielen Jahren an einem Samstag im Juli durch die Imkervereine der Region bereichert wird. Dann steht dort nicht nur die neue Honigernte zum Verkauf, sondern auch Leckereien rund um den Honig oder selbstgemachte Gesundheits- und Pflegeprodukte. Natürlich gibt es auch Informationen über Bienen und das Imkern.

Seit drei Jahren ist der Imkerverein Mittlerer Aischgrund beim HonigBienenMarktPlatz mit dabei und bietet Honig zum Verkauf und Verkosten, einen Pflanzenverkauf und ein Pflanzenquiz an. Doch die dort präsentierte Fülle an bunten Stauden und Wiesenblumen täuscht. Es kostet viel Zeit, auch nur zehn bis fünfzehn Bienenweide-Pflanzen aufzutreiben, die in der ersten Julihälfte blühen. Gerade bei gutem Wetter – und das war dem HonigBienenMarktPlatz heuer wieder beschert – werden viele Wiesen um diese Zeit gemäht, es wird Heu gemacht, Getreide gedroschen. Übrig bleiben kahlgeschorene Grünflächen und öde Maisfelder. Für den Imker bedeutet das: Nach der Honigernte muss er seine Bienen füttern. Sie finden selbst keine Nahrung mehr.

Auf dieses Problem machte auch der Imker-Kreisvorsitzende Matthias Rühl in einer kurzen Rede aufmerksam. Die Vielfalt, die auf dem HonigBienenMarktPlatz angeboten werde, sei gefährdet, mahnte er. „Äcker und Wiesen sind ohne Blüten – unsere Bienen verhungern!“, hieß es auch auf einem mitgebrachten Spruchband.

In der Tat ist gerade der ländlich geprägte Raum für Bienen und Imkern kein Paradies mehr. Darauf wiesen viele Aussteller beim HonigBienenMarktPlatz hin. Doch jeder kann etwas für die Bienen tun – mit pollen- und nektarspendenden Pflanzen beispielsweise, die in Schönheit und Pflegeleichtigkeit den sterilen Zuchtpflanzen oft überlegen sind.

Aber auch die Politik ist in der Pflicht, auf allen Ebenen. Denn Imker gehen nicht nur einem schönen Hobby nach, die Bestäubungsleistung ihrer Bienen leistet auch einen nicht unwesentlichen – kostenlosen! – Beitrag zu höheren Erträgen. Deshalb ist es umso unverständlicher, dass der Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim seine Jungimkerförderung drastisch kürzen will. Ist die Präsenz von Imkern und Bienen wirklich so selbstverständlich? Was passiert, wenn sich Vereine ihre Nachwuchsarbeit dann nicht mehr leisten können? Was passiert, wenn sich die jetzige Generation engagierter Imker einmal zur Ruhe setzt? Vielleicht müssen fränkische Obstbäume in Zukunft auch von Menschenhand bestäubt werden, wie es der Film „More than Honey“ am Beispiel von China eindrucksvoll zeigt.