Ameisensäure: Wie oft soll man behandeln?

Nein, hier herrscht keine Schwarmstimmung. Aber die auf dem Schwammtuch verdunstende Ameisensäure treibt die Bienen vors Flugloch.

Nein, hier herrscht keine Schwarmstimmung. Aber die auf den Schwammtüchern verdunstende Ameisensäure im Inneren der Magazine treibt die Bienen vors Flugloch.

Die Behandlung mit Ameisensäure gefällt den Bienen nicht, soviel ist klar. Doch die Milben, die jetzt nicht vernichtet werden können, führen zu einem Neubefall, der dann die Winterbienen trifft. Ein stark varroageschädigtes Volk bricht eventuell noch im Herbst zusammen und überlebt den Winter ziemlich sicher nicht.

Schutzbrille, Mundschutz und säurefeste Handschuhe sind beim Umgang mit Ameisensäure Pflicht.

Schutzbrille, Mundschutz und säurefeste Handschuhe sind beim Umgang mit Ameisensäure Pflicht.

Konsequenz ist also oberstes Gebot bei der Behandlung mit Ameisensäure. Im Wochenrhythmus muss das Schwammtuch wieder mit der entsprechenden Menge Ameisensäure benetzt werden (2 ml pro Wabe bei Behandlung von oben, 3 ml pro Wabe bei Behandlung von unten). Wiederholt wird so lange, bis keine Milben mehr fallen, mindestens aber drei Mal.

Bienen und Puderzucker zu gleichen Teilen, drei Minuten wenden, absieben - fertig ist die Varroa-Diagnose. Fotos: Silvia Schulte

Bienen und Puderzucker zu gleichen Teilen, drei Minuten wenden, absieben – fertig ist die Varroa-Diagnose. Fotos: Silvia Schulte

Am Lehrbienenstand wurde die dritte Behandlung durchgeführt. Auf den Gemüllwindeln waren reichlich tote Milben zu sehen, die seit der Behandlung am letzten Sonntag abgefallen sind. Doch nicht nur anhand des Totenfalls lässt sich die Stärke des Parasitenbefalls einschätzen. Dazu führte Mirjam Prechtel-Knapp die Puderzuckermethode vor, bei der die Bienen zu starkem Putztrieb angeregt werden, wodurch die ansitzenden lebenden Milben herunterfallen. Sie werden ausgezählt und auf das Volk hochgerechnet. Diese Diagnosemethode macht den Bienen sicher keinen Spaß, aber sie überstehen sie unbeschadet und werden anschließend ins Volk zurückgegeben.
Die Puderzuckermethode kann gut zur Diagnose später im Sommer eingesetzt werden, wenn die Ameisensäurebehandlung schon abgeschlossen ist. So kann jeder Imker sichergehen, dass im Spätsommer oder Herbst keine Reinvasion mit Milben erfolgt ist und die Völker unbelastet in die Winterruhe gehen.

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