Was tun gegen Kalkbrut?

Am Lehrbienenstand blühen jetzt die Apfelbäume. Fotos: Silvia Schulte

Am Lehrbienenstand blühen jetzt die Apfelbäume. Fotos: Silvia Schulte


Unerfahrene Imker übersehen die Anzeichen leicht. Auf dem Flugbrett liegt morgens weißliche, wie versteinert aussehende Bienenbrut. Was hat das zu bedeuten? Wer schon länger mit Bienen zu tun hat, weiß Bescheid: es handelt sich um Kalkbrut. Ein Blick ins Volk bringt weitere Gewissheit. Einige Brutzellen sind beschädigt, d. h. die Putzbienen sind dabei, die Zellen zu entdeckeln und die „Mumien“ hinauszubefördern. Vielleicht sind einige Zellen sogar schon geöffnet – dann entdeckt man die Kalkbrutmumien sofort.

Kalkbrut wird durch einen Pilz hervorgerufen. Dieser ist im Prinzip in jedem Bienenvolk vorhanden – ähnlich wie Schimmelpilzsporen in jedem Haushalt zu finden sind. Erst das Zusammenwirken mehrerer ungünstiger Faktoren führt dazu, dass sich die Pilzsporen übermäßig vermehren können – die Krankheit bricht aus. Die „Faktorenkrankheit“ Kalkbrut kann man am wirkungsvollsten dadurch bekämpfen, den Pilzsporen ein möglichst unbehagliches Ambiente zu schaffen. Ein sinnvolles Medikament gegen Kalkbrut gibt es ohnehin nicht.

Auch ein Volk am Lehrbienenstand hat es erwischt. Wie kann man die Selbstheilungskräfte dieses Bienenvolks am besten aktivieren? Zunächst einmal muss man wissen, was vorher nicht gepasst hat. Feuchtigkeit, so möchte man meinen, war wohl kaum das Problem, es war ja wochenlang staubtrocken. Doch das ist ein Trugschluss. Die letzten Wochen waren zwar traumhaft warm. Deshalb haben sich die starken Völker gut entwickelt und wurden entsprechend großzügig erweitert. Doch in den Nächten war es immer noch empfindlich kühl. Die erweiterten Bienenwohnungen konnten dann nicht mehr gleichmäßig gewärmt werden. Kondenswasser hat sich niedergeschlagen – ein ideales Umfeld für die Pilzsporen. Die betroffene Bienenwohnung am Lehrbienenstand bekommt außerdem tagsüber mehr Schatten ab als die meisten anderen.

Das wird jetzt geändert. Die Bienen müssen umziehen und sollen eine Zeitlang in der vollen Sonne stehen. Ihre Bienenwohnung wird so eng wie möglich gehalten. Durch das Fächeln zur Kühlung des Stocks wird die Feuchtigkeit heraustransportiert. Der natürliche Putztrieb der Bienen besorgt dann hoffentlich den Rest.

Beim Thema Bienengesundheit darf auch die Varroa nicht vergessen werden. Die Bienen in der Top Bar Hive haben schon Drohnenbrut verdeckelt, die jetzt ausgeschnitten und untersucht wird. Das Ergebnis ist erfreulich: nur zwei Milben.

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