Leiden meine Bienen Hunger?

So schön blüht die Christrose, heute am 8. Februar 2014

So schön blüht die Christrose,  am 8. Februar 2014

Die milde Witterung sorgt dafür, dass die Bienenvölker schon stark im Brutgeschäft sind. Das heißt, der Futterverbrauch steigt nun stark an. Aber die Natur liefert jetzt im Februar noch keinen Nachschub an Nahrung. Außerdem kann noch immer eine längere Kälteperiode kommen.

Aus diesen Überlegungen heraus sollten die milden Temperaturen genutzt werden, die Völker einmal zu besuchen und nachzusehen, ob die Futtervorräte noch ausreichen.

Doch wie stelle ich das fest, ohne die Bienen allzu sehr zu stören und ohne Waben herausziehen zu müssen?

Sehen wir uns das Bienenvolk an, wie es sich naturgemäß verhält. Im Herbst, beim Einwintern sitzt das Volk unten in der Beute, das Futter ist darüber. Während des Winters arbeiten sich Bienen als sogenannte Traube (zusammengekuschelt wie ein Ball) entlang der Futterwaben immer weiter nach oben und nutzen somit auch den sogenannten Kamineffekt: Wärme steigt immer nach oben und kann dort nicht entweichen, solange der Deckel fest verschlossen ist.

Mit diesem Hintergrundwissen, kann man leicht feststellen, ob die Bienen noch genug zu fressen haben.

Hier sind noch keine Bienen zu sehen, das Volk sitzt weiter unten in der Beute

Hier sind noch keine Bienen zu sehen, das Volk sitzt weiter unten in der Beute

 

Schaut es so aus. wenn der Deckel geöffnet ist, befindet sich das Volk noch weiter unten im Kasten, es dürfte also darüber noch genügend Futter sein. Dies sieht man auch an den verdeckelten Futterwaben von oben. Hier besteht kein Handlungsbedarf, allenfalls ein kurze Kontrolle des Flugloches, ob es nicht von toten Bienen verstopft ist und diese vorsichtig entfernen, damit die Bienen bei Flugwetter herauskönnen.

 

 

  

Bienenvolk sitzt ganz oben, direkt unter dem Deckel

Bienenvolk sitzt ganz oben, direkt unter dem Deckel

Bei diesem Volk sind die Bienen schon zu sehen, sie sitzen wie in einer Kugel zusammen. Da sie nun nach oben nicht mehr weiterkönnen, müssen sie seitlich wandern bei ihrer Suche nach Futter. Als Imker prüft man hier, ob am Rand der Beute noch volle Futterwaben hängen und kann diese vorsichtig umhängen, direkt an den Rand der Bienenkugel. Denn wenn es richtig kalt wird, zieht sich das Volk noch enger zusammen und kann die Randwaben nicht mehr erreichen. Man spricht dann vom Futterabriss, dies würde zum Verhungern dieses Volkes führen.

Diesem Volk wurde Zuckerteig gefüttert

Diesem Volk wurde Zuckerteig gefüttert

Bei diesem Volk gab es keine Futterwaben mehr zum Umhängen, alles schon leergefressen! Hier muss man als Imker eingreifen. Wenn keine Futterwaben aus einem anderen Volk zugehängt werden können, kann man sich im Landhandel Futterteig für Bienen kaufen. Diesen gibt es in Blöcken. Er hat eine Konsistenz wie Knetmasse und am Besten formt man eine Art „Würste“ (siehe Bild) und legt diese direkt auf die Wabengassen. Die Bienen können sich das Futter dann direkt holen. Auf keinen Fall darf man zu dieser Jahreszeit Flüssigfutter verwenden. Dann denken die Bienen nämlich, es ist Frühling und fliegen aus dem Stock um die Nahrungsquelle zu suchen. Sie kehren aber nicht mehr nach Hause zurück, denn sie sterben, wenn sie bei diesen Temperaturen länger draußen sind.

Bilder und Text by Mirjam Prechtel-Knapp

 

 

 

 

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3 Kommentare zu “Leiden meine Bienen Hunger?

  1. Hallo, die Verwendung von Futterteig und Flüssigfutter zur Notfütterung im Frühjahr wird z.B. von der LWG Bayern genau gegenteilig beschrieben. Der Artikel sollte m.E. geprüft und ggf. geändert werden.

    • Vielen Dank für den Hinweis. Trotzdem möchte ich unseren Artikel nicht ändern. Ich habe die Ausführungen der LWG diesbezüglich gelesen und sie sind sicherlich nicht falsch. Von den erfahrenen Imkern unseres Vereins wurden wir darauf hingewiesen, dass Flüssigfutter den Bienen Tracht vortäuscht und sie dann bei kalten Temperaturen den Stock verlassen aber nicht mehr die Kraft haben, heimzufliegen. Dies erscheint mir auch nachvollziehbar. Bei mir selbst ist noch kein Volk eingegangen, welches ich mit Futterteig versorgt habe.
      Ich denke, dass Wichtigste ist, dass wir erkennen, wenn unsere Bienen Hunger haben und etwas dagegen tun.

  2. gestern eine biene im Wasserschüsserl gefunden… herausgeholt u trocken getupft. Dann in eine blühende Primel gesetzt… sie war total erschöpft… vom Wasser..
    hab etwas gewartet u sie dann in die sonne gesetzt. hätte ich ihr Zuckerwasser oder honig anbieten sollen?
    Danke , Kola

    Hallo Kola, super, dass Du so ein Herz für Bienen hast. Ich würde sagen, Du hast alles richtig gemacht. Im Frühling passiert es oft, dass Bienen nicht mehr die Kraft haben in ihren Bienenstock zurück zukehren. Denn obwohl die Sonne scheint, ist es im Schatten noch recht frisch und je kälter es wird, desto weniger können sich die Bienen bewegen (wechselwarm). Also, dass beste ist wirklich Wärme, evtl. könnte man auch ein Tröpfchen Zuckerwasser anbieten, aber die meisten schaffen es auch ohne, viele Grüße von Miri

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