Marktbesucher naschen frischen Honig

Mit vielen verschiedenen Sortenhonigen und einigen ganz besonderen Spezialitäten präsentiert sich der Imkerverein Mittlerer Aischgrund bei der Uehlfelder Gänsmarktkerwa. F.: Schulte


Nach unwetterbedingtem Rechner-Totalausfall ist der Blog des Lehrbienenstands wieder online. Viel hat sich in den letzten zwei Wochen getan. Die Honigernte ist in vollem Gange. Den ersten frischen Honig konnten Besucher schon am Stand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund auf der Uehlfelder Gänsmarktkerwa probieren. Der leckere Wabenhonig kam gut an, und auch die vielen verschiedenen Honigsorten – vom Rapshonig über Sommerblüten- bis zum Waldhonig – wurden rege gekauft.

Veit vom Berg hat zum Markttag wieder neue Bienen bekommen.

Wer den Stand des Imkervereins im Kirchhof besuchte, wollte natürlich auch einen Blick in die Figurenbeute Veit-vom-Berg werfen. Hier waren erst wenige Tage zuvor neue Bienen eingesetzt worden. Noch sah man deshalb wenig von dem beeindruckenden Naturwabenbau, dafür konnte man umso besser beobachten, wie sich die Bienen an diese Arbeit machten.

Dass die Bienen gerade in einer landwirtschaftlich geprägten Umgebung immer weniger Nahrung finden, ist ein immer wieder angesprochenes Thema am Stand des Imkervereins. Mit pollen- und nektarspendenden Blühpflanzen kann jeder den Bienen helfen – und darüber hinaus zeigten die Imker, wie gut so ein bienenfreundlicher Blumenkasten aussehen kann.

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Digitale Hilfe bei der Varroa-Behandlung

Die Gemülldiagnose gibt Aufschluss über den Zustand im Bienenvolk. F.: Schulte


Varroa ist ein Ganzjahresthema. Beim letzten Treffen am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund schauten die Imker deshalb ganz genau hin, was sich auf dem Bodenschieber der Bienenwohnungen gesammelt hatte. Die sogenannte Gemülldiagnose gibt nicht nur Aufschluss über den Befall mit Varroamilben, sie weist auch auf mögliche andere Bienenkrankheiten hin. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat hierzu ein Infoblatt erstellt.

Werden bei der Gemülldiagnose Varroamilben gefunden, können Imker bald digitale Hilfe hinzuziehen, um die optimale Behandlung des Bienenvolkes zu ermitteln. In einem Kooperationsprojekt des Instituts für Bienenkunde und Imkerei in Veitshöchheim, der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wird nämlich derzeit eine Varroa-App für Smartphones entwickelt und im Belegstellengebiet Triesdorf getestet. Im kommenden Jahr, so teilt die Projektbetreuung der Varroa-App mit, soll die App in die Fläche gehen – zunächst im Regierungsbezirk Mittelfranken. Auch Schulungen werden dazu angeboten. Weitere Infos zum Projekt Varroa-App gibt es in diesen beiden Pressemitteilungen: Varroa-App DBJ_04_2018 und Varroa-App_B&N 03_2018.

Die Kippkontrolle lässt einen guten Blick auf die Rähmchenunterseiten zu. Gibt es dort womöglich schon Ansätze von Weiselzellen?Natürlich interessiert die Imker aber auch, was aktuell im Bienenvolk passiert. Tragen sie Honig ein? „Ja, aber erst sein ein paar Tagen“, war die übereinstimmende Meinung am Lehrbienenstand. Der Grund ist einfach: Zuvor waren einfach noch nicht genügend Flugbienen da; die Entwicklung der Bienenvölker war dem schlagartigen Trachtangebot noch nicht gewachsen.

Der Blick in die Bienenbeuten zeigt aber, dass auf etlichen Waben bald Bienen schlüpfen werden – die Völker erstarken deutlich. Deshalb ist es nicht zu früh, mit der Schwarmkontrolle zu beginnen. Ein Blick auf die Rähmchen-Unterseiten zeigt, ob schon Weiselzellen gebaut werden – ein untrügliches Zeichen für Schwarmstimmung.

Sind die Bienen schon startklar?

Rauchzeichen am Lehrbienenstand: Alle Bienenvölker entwickeln sich gut. Fotos: Schulte


Wieder einmal geht alles ganz schnell. Lange hatten sich Frost und Schnee ins Frühjahr hineingezogen, und die Natur lag in ihrer Entwicklung zurück. Doch in der vergangenen Woche hat sie schlagartig alles aufgeholt. Schlehen und Kirsche blühen, und sogar der Raps lässt nicht mehr lange auf sich warten. Bienenvölker, die stark genug sind, können deshalb jetzt aufgesetzt werden.

Frühtrachtimker wissen, was ein guter Standort für die Bienenvölker wert ist – erst recht, wenn die Natur einen solchen Blitzstart hinlegt. Wo die Königin rechtzeitig mit dem Brutgeschäft begonnen hat, sind die ersten Sommerbienen bereits startklar für ihre Sammelflüge.

Viele Völker sind aber noch nicht soweit. Hier ist es wichtig, die Futtervorräte im Blick zu behalten. Sie sind wichtig für die Versorgung der kommenden Generation im Bienenstock. Erst wenn die sogenannte Durchlenzung abgeschlossen ist, also flugfähige Sommerbienen die Winterbienen abgelöst haben, können überschüssige Futterwaben entfernt werden.

Am Lehrbienenstand müssen sich die Bienenvölker noch ein wenig entwickeln, bevor an Honig zu denken ist. Bei der ersten ausführlichen Frühjahrsdurchsicht wird der Sitz des Brutnestes korrigiert. Hat sich das Volk in der zweiräumigen Zarge nach oben verlagert, so werden obere und untere Zarge miteinander vertauscht. So kann die Königin, die es lieber nach oben zieht, den Platz besser nutzen.

Kaum Ausfälle nach dem langen Winter

Der erste Blick ins Bienenvolk nach einem langen Winter ist immer eine spannende Sache. F.: Schulte


Der späte Kälteeinbruch hat den Bienen am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund offenbar keine Probleme gemacht. Alle fünf Bienenvölker haben den Winter überstanden, und zum Saisonstart herrscht reger Flugbetrieb.

Eine erster Blick in die Beuten zeigt allerdings, dass ein Bienenvolk buckelbrütig geworden ist, also seine Königin verloren hat. Sogenannte Afterweiseln haben die Eiablage übernommen, können aber – da unbegattet – nur Drohnenbrut produzieren. Dadurch entsteht das typische „bucklige“ Bild im Brutnest, das dem Phänomen seinen Namen gibt.

Was geschieht nun mit dem buckelbrütigen Volk? Es wird aufgelöst, die Bienen werden an einem Tag mit gutem Flugwetter in einigem Abstand zum Stand abgefegt und können sich bei den anderen Völkern einbetteln.

Alle anderen Bienenvölker aber sind gut in Form und verfügen über ausreichende Futtervorräte. Reichlich Pollen bringen die fleißigen Arbeiterinnen schon in den Stock, und wer sich unter den großen Weidenbaum gegenüber vom Lehrbienen-Gelände stellt, der kann hören, wo sie den Pollen sammeln.

Lehrbienenstand wartet auf schönes Wetter

Eigentlich sollte die Open-Air-Saison am Lehrbienenstand am 25. März beginnen, doch die Bienen fliegen noch nicht, und auch für die Imker ist es bei Schnee und Matsch ungemütlich. Der Saisonauftakt am Lehrbienenstand findet also am ersten schönen Sonntag statt, der sich bietet – hoffentlich ist es schon am Ostersonntag soweit!