Volksbegehren: Aktiv für mehr Artenvielfalt

Mehr Blühwiesen, weniger Pestizide, mehr ökologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen – dafür setzt sich das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“ ein. Damit das Volksbegehren ein Erfolg wird, müssen ihm innerhalb von zwei Wochen, vom 31. Januar bis 13. Februar 2019, zehn Prozent der bayerischen Wahlberechtigten mit ihrer Unterschrift im für sie zuständigen Rathaus zustimmen – das sind rund eine Million Menschen. Gelingt dies, ist der bayerische Landtag verpflichtet, über den mit dem Volksbegehren vorgelegten Gesetzesentwurf abzustimmen.

Wer steht hinter dem Volksbegehren?

Initiiert wurde das Volksbegehren von der ödp. Inzwischen sind auch LBV sowie Bündnis 90 Die Grünen als Mitglieder des Trägerkreises dabei. Unterstützt werden die Initiatoren von zahlreichen Bündnispartnern, zu denen viele namhafte Institutionen, Verbände und Vereine gehören, darunter der Landesverband Bayerischer Imker und der Bund Naturschutz.

Was will das Volksbegehren?

Natürlich will das Volksbegehren nicht nur die Bienen retten. Es setzt sich vielmehr mit einem Katalog konkreter Maßnahmen dafür ein, das fortschreitende Aussterben von Bienen, Schmetterlingen, Vögeln, Feldhasen und anderen Arten zu verhindern. So sollen Biotope vernetzt, das Ausbringen von Pestiziden eingedämmt, Ziele für den Ausbau der biologischen Landwirtschaft gesetzlich festgelegt werden. Vor allem letzteres sorgt für Kritik bei Landwirtschaftsverbänden.

Hintergrund

Wissenschaftliche Studien belegen, dass in Bayern ebenso wie in der gesamten Bundesrepublik in zunehmendem Maß Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Vor allem bei den Insekten ist die Lage dramatisch: Bei den Tagfaltern ist gemäß einer Langzeitstudie seit Mitte der 1970er-Jahre die Zahl der Wiesenarten um 73 Prozent zurückgegangen, und bei den Wildbienen sieht es nicht viel besser aus. Da 90 Prozent der Wildblumen und 75 Prozent der Nutzpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind, nimmt mit der Zahl der Insekten auch der Artenreichtum in der Pflanzen- und in Folge auch der Tierwelt ab.

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Keine Chance für Wachsmotten

Entnommene Brutwaben sofort einschmelzen – das ist der beste Schutz gegen Wachsmotten. F.: Schulte


Fraßgänge in den Waben und eingesponnene Raupen: Wer einmal Wachsmotten im Wabenlager gehabt hat, kennt das Malheur. Mit etwas Umsicht lässt sich aber verhindern, dass sich Wachsmotten ausbreiten.

Ein gesundes Bienenvolk kann die Wachsmotten aus eigener Kraft in Schach halten. Kritisch wird es erst, wenn ein Volk bereits geschwächt ist. Dann dringen die Wachsmotten in den Stock ein und legen dort ihre Eier ab. Die Larven der Wachsmotte fressen sich durch die leeren Brutwaben und können bei optimalen Bedingungen das ganze Wabenwerk zerstören. In der Natur tragen Wachsmotten auf diese Weise dazu bei, verlassene Bienenstöcke auszuräumen und der Verbreitung von Krankheiten vorzubeugen.

Im imkerlichen Wabenlager sollen sich Wachsmotten aber nicht ausbreiten. Das lässt sich am besten durch Wabenhygiene vermeiden: Entnommene Brutwaben sollten rasch eingeschmolzen werden. Reine Honigwaben können eingelagert werden. Diese sind für Wachsmotten uninteressant – sie haben es auf Eiweißfutter abgesehen. Pollenwaben dagegen schmecken ihnen.

Werden die Waben kühl und luftig aufbewahrt, ist das ein guter Schutz vor Wachsmotten. Die Larven gedeihen erst bei Temperaturen über 10 Grad.

Hat sich die Wachsmotte im Wabenlager bereits ausgebreitet, hilft Bedampfen mit Ameisensäure, Essigsäure oder Schwefel. Gute Tipps und genaue Anleitungen dazu gibt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau LWG in ihrem Merkblatt zur Wabenpflege.

Vorbereiten auf die Winterruhe

Ein enges Flugloch verhindert bei kühlen Temperaturen, dass die Bienen in der Traube von Eindringlingen gestört werden.


Die Bienen bereiten sich auf die Winterruhe vor. In den vergangenen Jahren hielten warme Temperaturen bis weit in den Herbst, aber auch die im November noch blühenden Phaceliafelder die fleißigen Sammlerinnen auf Trab. Die Folge: so manche Winterbiene arbeitete sich auf und hielt nicht bis zum kommenden Frühjahr durch.

Vielleicht wird das heuer anders. Aufgrund der Trockenheit wurde auf vielen Äckern keine Zwischenfrucht gesät. Für die Bienen kehrt damit sozusagen der Normalzustand ein.

Die Völker sind inzwischen aufgefüttert, die Varroabehandlung sollte abgeschlossen sein. Allerdings, so die Beobachtung vieler Imker, war der Befall in diesem Jahr hoch, so dass lieber einmal zu viel als zu wenig behandelt werden sollte. Auch die Oxalsäurebehandlung in der brutfreien Zeit darf nicht vergessen werden.

Nachdem es schon die ersten Nächte mit Minustemperaturen gab, wird es auch höchste Zeit, die Fluglöcher einzuengen. Die Bienenvölker ziehen sich in den kalten Nächten bereits in die Traube zurück und sind entsprechend wehrlos gegenüber Eindringlingen. Im Oktober ist die richtige Zeit, das Mäusegitter anzubringen.

Am Lehrbienenstand treffen sich die Imker am Sonntag, 30. September, offiziell zum letzten Mal in diesem Jahr. Von November bis März bietet der Imkerstammtisch im Gasthaus Goldene Traube (Stubenrauch) in Dachsbach jeden ersten Mittwoch im Monat Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch (s. Kalender).

Varroa-Ampel zeigt endlich grün

In diesem Jahr gibt es zur Freude der Imker vielerorts eine Waldtracht. Die Kehrseite der Medaille: Der Honig enthält heuer viel Melezitose. Er kristallisiert extrem schnell und kann nur schwer oder gar nicht ausgeschleudert werden – deshalb spricht man auch von Zementhonig. Die Bienen können mit dem brettharten Futter ebenfalls nichts anfangen. Imker, die ihre Bienen den Melezitosehonig als Wintervorrat überlassen, riskieren, dass das Volk verhungert.

Doch wie geht man mit dem Melezitosehonig richtig um? Vor einigen Jahren haben wir uns hier im Blog schon einmal mit dem Thema befasst. Hier Tipps von Buchautor Werner Gekeler zum Umgang mit Zementhonig.

Wie sieht es mit dem Varroabefall im Bienenvolk aus? Ein Blick aufs Bodenbrett gibt einen ersten Eindruck. F.: Schulte

Nicht nur der Melezitosehonig, sondern auch die Hitze und anhaltende Trockenheit machen den Imkern das Leben schwer. Längst schon sollte die Varroa-Behandlung begonnen haben, doch bei Temperaturen von über 30 Grad verbietet sich der Einsatz der Ameisensäure im Bienenstock – die Insekten würden das schlagartige Verdampfen der Säure wahrscheinlich nicht unbeschadet überstehen. Für die nächsten Tage zeigt die Varroa-Ampel aber endlich wieder grün, für die Schwammtuch-Methode von oben sogar eine ganze Woche lang. Am besten schaut man direkt vor der Behandlung noch mal gezielt auf das Varroawetter.

Honig und Artenvielfalt

Beim HonigBienenMarktPlatz in Neustadt zeigten die Imker des Imkervereins Mittlerer Aischgrund – zusammen mit anderen Kollegen aus der Region – was sie und ihre Bienen geleistet haben. Vor allem aber machten sie darauf aufmerksam, dass Bienenwohl und Artenvielfalt jeden etwas angehen. Dass es gar nicht schwer ist, dazu etwas beizutragen, zeigten die Aktionen an den Ständen der verschiedenen Vereine.

Der Imkerverein Mittlerer Aischgrund hatte für den HonigBienenMarktPlatz wieder Bewährtes im Gepäck. Zunächst einmal natürlich Honig und Bienenprodukte wie zum Beispiel Propolis oder Lippenpflegestifte, aber auch einen Pflanzenverkauf mit bienenfreundlichen, attraktiven Stauden und wie immer das Pflanzenquiz.

Viele Besucher bummelten bei schönem Wetter über den farbenfrohen Markt, über den auch die Presse ausführlich berichtet hat.

Hier der Bericht mit großer Bildergalerie von nordbayern.de
Hier der Artikel der Fränkischen Landeszeitung:

Artikel in der FLZ vom 10.07.2018