Durchbruch bei der Varroa-Bekämpfung?

Spätsommerbehandlung mit Ameisensäure, Winterbehandlung mit Oxalsäure, Drohnenbrut schneiden während der Trachtzeit – das alles hat vielleicht bald ein Ende. Forscher der Uni Hohenheim haben jetzt ein Medikament entwickelt, das Bienenstöcke über die Fütterung von der „varroa destructor“ befreien kann – ohne schädliche Nebenwirkungen für die Bienen. Es basiert auf Lithiumchlorid und kann in Zuckerwasser aufgelöst zugefüttert werden.

„Nach über 25 Jahren Forschung steht damit erstmals ein neuer Wirkstoff im weltweiten Kampf gegen die Varroa-Milbe zur Verfügung, der völlig anders wirkt als bisherige Mittel. Derzeit laufen bereits Gespräche mit Unternehmen mit dem Ziel einer Produktentwicklung und Zulassung“, heißt es in einer Pressemitteilung der Uni Hohenheim.

Wer mehr wissen will, findet hier den vollständigen Text der Pressemitteilung.

 

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Kerzen ziehen – gar nicht so schwer!

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Imker verschenken zu Weihnachten gerne Honig als kleines Mitbringsel. Das kommt immer gut an, doch der Überraschungseffekt bleibt irgendwann aus. Warum also nicht einfach mal was Neues versuchen? Selbst gezogene Kerzen aus eigenem, duftendem Bienenwachs lassen sich an einem Nachmittag herstellen und sind etwas ganz Besonderes. Eines vorab: Ein wenig Geduld braucht man schon. Doch das gilt schließlich auch fürs Plätzchenbacken, oder?

Damit die Kerze sauber brennt, benötigt man einen guten Docht (geflochtener Runddocht oder Flachdocht aus Baumwolle). Den gibt’s im Bastelladen. Alle anderen „Zutaten“ haben Imker für gewöhnlich im Haus: Bienenwachs, ein hohes Metallgefäß (z. B. Würstchendose) für das geschmolzene Wachs und Schrauben oder Muttern zum Beschweren des Dochts.

Und schon geht es los:

  1. Wachs in das Metallgefäß bröckeln und dieses im Wasserbad erhitzen. Ganz wichtig: Nie direkt im Topf schmelzen lassen, Brandgefahr! Es dauert ziemlich lange, bis das Wachs ganz flüssig ist. In der Zeit kann man schon den nächsten Schritt vorbereiten.
  2. Docht abmessen. Gewünschte Länge plus „Zugabe“ für den Docht mal zwei. Großzügig messen. Es ist praktisch, gleich zwei Kerzen auf einmal zu ziehen; man legt den Docht deshalb über einen Holzstab und lässt die zwei Dochtenden gleichmäßig lang zu beiden Seiten herunterhängen.
  3. Schraube oder Mutter zum Beschweren ans Ende der Dochte knoten, damit die Dochte später schön senkrecht ins Wachs sinken.
  4. Wenn das Wachs flüssig ist, werden die Dochte ins Wachs getaucht. Beim ersten Tauchgang etwa 30 Sekunden im Wachs lassen, damit sich der Docht gut mit Wachs vollsaugen kann.
  5. Anschließend Dochte am Holzstab aus dem Wachs heben und etwa 30 Sekunden trocknen lassen.
  6. Dochte wieder ins Wachs absenken. Nur kurz eintauchen, zwei Sekunden reichen jetzt. Danach wieder herausheben. Vorgang beliebig oft wiederholen, bis die Kerzen die gewünschte Dicke haben.
  7. Die „Dochtbeschwerer“ können irgendwann abgeschnitten werden, damit sich kein dicker Kloß aus Wachs drum herum bildet.
  8. Wenn die Kerzen die gewünschte Dicke haben, Dochte auf die passende Länge kürzen und die Enden der Kerzen mit einem scharfen Messer gerade abschneiden, damit sie einen guten Stand haben.

Fertig ist ein ganz individuelles Weihnachtsgeschenk!

Open-Air-Saison geht zu Ende


Am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund ist nur noch wenig zu tun. Die Bienenvölker sind längst aufgefüttert und die Varroa-Behandlung mit dem Nassenheider-Verdunster ebenfalls abgeschlossen. Wer jetzt noch mit Ameisensäure behandeln will, kann bei den derzeitigen Temperaturen sowieso nur noch die Schwammtuchmethode und einen günstigen Behandlungstag wählen – für eine Langzeitbehandlung mit dem Verdunster ist es schon zu kühl.

Die Bienen haben sich deshalb auch schon zurückgezogen und bereiten sich auf die Winterruhe vor. Vereinzelt werden noch Pollen eingetragen, gerade wenn blühende Felder (Phacelia oder Gelbsenf) in der Nähe sind. Über das allzu späte Blütenangebot sind die Imker allerdings nicht besonders glücklich – schließlich besteht die Gefahr, dass sich die Winterbienen daran buchstäblich zu Tode arbeiten.

Jetzt, da der Flugbetrieb langsam zum Erliegen kommt, sollten Imker spätestens den Mäuseschutz an den Fluglöchern anbringen, damit Spitzmäuse im Winter nicht in die Beuten eindringen und die Bienen als willkommene Eiweißquelle verspeisen. Empfohlen wird eine Einengung auf 6 mm.

Auch der Imkerverein Mittlerer Aischgrund schaltet langsam auf „Winterbetrieb“ um. Bis Mitte Oktober geht heuer die Open-Air-Saison am Lehrbienenstand. Ab November treffen sich die Imker jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr in Dachsbach im Gasthaus Stubenrauch zum Imkerstammtisch.

Schwieriges Varroawetter

Kontrolle an den Bienenvölkern. Die Ameisensäure im Langzeitverdunster ist nicht vollständig verdampft. Foto: Schulte


Eine Woche kühl, drei Tage heiß – für die Varrobehandlung der Bienenvölker ist das Wetter derzeit alles andere als ideal. Der Langzeitverdunster, der am Lehrbienenstand des Imkervereins Mittlerer Aischgrund zum Einsatz kommt, hatte über seinen Wirkzeitraum von zehn bis 14 Tagen keine idealen Bedingungen – es war zeitweise zu kalt. Die Folge: Die Ameisensäure ist zwar über den Docht aus der Flasche auf das Vlies getropft, dort aber nicht verdunstet.
Etwas besser, aber auch nicht zufriedenstellend, verläuft die Behandlung mit dem Schwammtuch. Hier muss die Temperatur während des Behandlungszeitraums nicht so stabil bleiben, denn es reicht, wenn sie am Behandlungstag passt. Doch die Behandlungen mit dem Schwammtuch müssen drei- bis viermal in regelmäßigen Abständen wiederholt werden (alle 4 bis zehn Tage), und nicht immer fiel es heuer leicht, in diesem Zeitraum einen guten Behandlungstag zu erwischen. Hilfreich bei der Planung ist auf jeden Fall der Blick aufs Varroawetter.
Nach der Behandlung wird aufgefüttert, und Ende September folgt wegen der möglichen Reinvasion von Milben noch eine weitere Behandlung mit Ameisensäure. Bisher hielt sich bei den meisten Bienenvölkern am Lehrbienenstand der Milbenbefall in Grenzen. Doch der Schein kann trügen. Eine gewissenhafte Kontrolle der Milbenbelastung, etwa mit der Puderzuckermethode, gibt Gewissheit.